Kaum eine Stadt in der Größe von unter 12.000 Einwohnern hat historisch so viele Berührungspunkte zum Hl. Nikolaus wie Waidhofen / Ybbs im NÖ. Mostviertel. Obwohl er in Waidhofen / Ybbs nicht so wie in New York, Paris, Barcelona usw. der Patron der Stadt ist – findet sich dieser Heilige aus dem 3. Jahrhundert – in vielen Aufzeichnungen und Darstellungen der Stadt.

Auch wenn die Idee zur „Nikolausstadt Waidhofen / Y“ vom Kulturkreis Freisingerberg stammt – die notwendigen Tipps und Ausführungen kamen von den besten Waidhofenkennern.

So war es zuerst Stadtpfarrer Kanonikus Mag. Herbert Döller, der diese Idee sofort mitgetragen hat und die religiösen Nikolausthemen der Stadt aufarbeitete. Von weltlicher Seite war es Hofrat Matthias Settele der hier sein Wissen einbrachte, Walter Zambal hat sofort die Recherchen dazu gemacht. Und auch der neue Archivar der Stadt, Peter Fraundorfer, wartete rasch mit bester Info auf, hat doch ein Studiumskollege von ihm über Waidhofen / Ybbs eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben, wo auch die Bedeutung des Nikolaustages sehr gut herausgearbeitet ist.

Beginnen wir diese historischen Betrachtungen am Besten daher mit der Zusammenstellung von Mag. Herbert Döller.

Höhepunkt der Nikolauswochen in Waidhofen / Ybbs wird eine Sendungsmesse in der Stadtpfarrkirche Waidhofen sein.
Hier die Vorinformation von Dekan Herbert Döller.

Nun zur weltlichen Historie des Heiligen Nikolaus zu Waidhofen / Ybbs.

Walter Zambal hat diese Recherche durchgeführt und damit eine sehr wichtige Vorarbeit geleistet:

Die weiteren Recherchen im Archiv der Stadt Waidhofen / Ybbs brachten dann durch den Archivar Peter Fraundorfer nähere Dokumente zum Vorschein. Besonders eine wissenschaftliche Diplomarbeit von Stefan Rene Buzanich brachte hier die endgültige Gewißheit um die Bedeutung des HL- Nikolaus in Waidhofen / Ybbs.

Original Schriftzug aus dem Stadtarchiv Waidhofen / Ybbs

Und augenscheinlich gibt es noch viele weitere Eintragungen über den Heiligen Nikolaus in den alten Dokumenten der Stadt. Sobald sich dazu etwas findet, wird es natürlich hier im BLOG veröffentlicht.

Denn die Geschichte der Stadt sollte auch die Jugend interessieren – am Beispiel des Hl. Nikolaus die historischen Verbindungen zu Freising aufzuarbeiten ist sicher sehr sinnvoll, aber auch „zeitenverbindend“:

Die älteste „Nikolausdarstellung“ (Skulptur um 1500) der Stadt zeigt das Museum im Rothschildschloss.
Die Bilder stammen von Dr. Lichtenschopf vom Oktober 2021:

Denn daß der Hl. Nikolaus auch im 21. Jahrhundert seine Bewunderer hat, bewies schon die erste Ausgabe der von der „Staatsdruckerei“ erzeugten Nikolobriefmnarken mit Motiven aus der Nikolostadt Waidhofen.

Ausverkauft schon Anfang Oktober 2021:

Nikolostadt Waidhofen / Ybbs –
hier der immer wieder aktualisierte BLOG zum Thema
:

Und wie sah der Hl. Nikolaus eigentlich aus?
Da scheiden sich die Geister der Ikonenerzeuger, der Maler der verschiedenen Kunstepochen, der Bildhauer, der Reliefgestalter, der Schnitzer usw.

Hier einige Beispiele von Nikolausdarstellungen:

Und natürlich hat auch der Kulturkreis Freisingerberg ein Gesicht parat, wie der Heilige Nikolaus vielleicht aussehen würde, wenn es um 280 nach Christus schon Fotos gegeben hätte.

Wolfgang Holzreiter hat diesen Charakterkopf in typischer Haltung fotografiert – und vielen im Mostviertel wird dieses Gesicht bekannt vorkommen:

Manche brauchen keine Bischofsmütze oder ein goldenes Buch in Händen, um Nikolaus- Erinnerungen auszulösen. Von diesem Mann geht zu den Nikolauswochen in Waidhofen / Ybbs ein „Fotowettbewerb“ von „Fotogigant“ Nikon aus – Näheres bald zu erfahren. –

Und da der Heilige Nikolaus bei seinen „Haus -Besuchen“ auch immer gute Ratschläge gibt und „sich etwas wünscht“, so seien auch hier seine Wünsche beim „Rat-Hausbesuch“ schon vorab zur Diskussion gestellt.

Stadtdichter Fred Eichleter hat diese in Gedichtform verfaßt, aber die tatsächliche Ausführung der „Wünsche an die Politik“ kommt noch rechtzeitig vor dem 6. Dezember 2021. Denn wer die Geschichte des Hl. Nikolaus verfolgt, der weiß auch, welch „politischer Geist“ diesen Heiligen so bekannt machte.

Stadtdichter Fred Eichleter

Diese Reime sind vorerst in erster Linie „Gedankenspiele“ – haben aber oft einen realen Hintergrund.

‚Vielleicht schauen sich ja die Politiker der Stadt das durch, vielleicht erkennen sie da Dinge, welche auch sie mittragen könnten. Sicher hat bei vielen dieser Vorhaben das Land NÖ. das entscheidende Wort zu sprechen, aber der Wunsch nach Veränderung muß vorerst aus Waidhofen kommen.

Verlängert doch die Rathauszeit
für uns‘re Mandatare,
um grad ein weitres Jährchen noch,
auf sechs gewählte Jahre!
Das klappt in Steyr tadellos,
könnt‘ auch bei uns gelingen
und würde unserm Stadtbudget
gewaltig etwas bringen!

Verkleinert den Gemeinderat
und auch den Stadtsenat,
so dass man gut vergleichen kann
mit mancher andern Stadt!
Nehmt euch zum Beispiel Eisenstadt
als die Vergleichsstadt her,
das brächte uns Ersparnis pur,
die Rechnung ist nicht schwer!

Was braucht den eine kleine Stadt
zwei Vizestadtchefposten?
Ein zweiter „Vize“ ist zuviel,
wer trägt denn diese Kosten?
Zahlt doch den Stadtchef etwas mehr,
das wäre doch zu schaffen,
der bräuchte, weil er jung und fesch,
noch einen Fotografen!

Macht mit den Citybahn-Verkehr
letzendlich bitte Schluß,
nicht einmal für die Micky Maus
sind Fahrten ein Genuß!
Kaum steigt man in das Züglein ein,
so kommt man auch schon an
und der Waggon ist meistens leer,
wie in der Geisterbahn!

Es wär‘ für mich als Heiliger
schon eine große Ehr‘,
ging’ da zu meinem Ehrentag
ein Trommler vor mir her!
Dazu Trompeten und Fanfaren,
ein herrliches Marschier‘n,
Musikschulkinder, die könnten da
ganz sicherlich brillier‘n!

Der Wiener Würfel ärgert uns
seit dem er da ist sehr!
Die Quader liegen in der Stadt
schon ziemlich kreuz und quer!
Gefährlich sind die Stolperstein‘
beim Radlfahren auch,
wenn du nicht aufpasst landest du
am Po oder am Bauch!

Ein Citytaxi, angedacht,
schon einst von Fritz Rechberger,
vermeidet für die Wartenden
bestimmt so manchen Ärger!
Die Pläne liegen in der Lad‘,
kommt, holt sie doch hervor!
Der Stadtrat freut sich noch posthum
und lacht durchs Himmelstor!

Ein Video – und Filmarchiv
wär‘ super für die Stadt,
weil man auf alles was gescheh‘n
recht schnellen Zugriff hat!
Der Zuckerbäcker wär‘ dabei,
das ist doch sonnenklar,
weil er seit vielen Jahren schon
ein Hobbyfilmer war!

Ein letztes noch, bevor ich geh‘
sei heut‘ euch noch gesagt:
Ich möchte, dass in Zukunft ihr
euch weiterhin vertragt!
Schaut nicht auf große Politik,
bleibt einfach gute Leut‘,
damit ihr auch die nächsten Jahr‘
Waidhofner bleibt und seid!

Hier diese Ideen etwas Näher erklärt. Diese Auflistung soll im Wahljahr 2022 (Achtung schon im Jänner) zeigen, was möglich wäre. Vielleicht fällt den Mandataren dazu was ein – vielleicht schaut man sich manches in anderen Städten an, beobachtet einmal wie heute Politik kostengünstiger und effizienter gemacht werden könnte.

Oder vielleicht gibt es dagegen gute Argumente von der Waidhofner Politik – hier alles „beim Alten“ zu belassen.

Diskutieren wir doch offen darüber:

Und nicht vergessen:
Nikologedichte sind auch ein traditionelles Volksgut in Waidhofen / Ybbs.
Fritz Haselsteiner (Gründer der Waidhofner Volksbühne) war einst als Nikolaus, Warner und Verkünder der „Volksmeinung“!

Hier liest sein Sohn, Professor Fritz Haselsteiner,
einige Beispiele aus dem Jahre 1939:

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