CO2 frei ohne Oberleitung

Das Experiment, das die steirische Firma TecSol hier erfolgreich mit Hilfe chinesischer Investoren auf Schiene gebracht hat ist weltweit einzigartig und könnte auch in Österreich  Furore machen.


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KR Karl Piaty, unermüdlicher Vorreiter in Sachen Elektroantrieb für Kleinbahnen, hat  TecSol bereits seit Jahren im Auge und besten Kontakt zum Mastermind Willibald Maier, der im Zuge einer ÖBB-Ausschreibung einen Triebwagen mit Akkus ausstattete, um damit im Verschub elektrisch, aber ohne Oberleitungen,  CO2-freie Arbeit zu leisten. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass Akkus allein nicht jene Leistung bringen konnten, die nötig war, kombinierte er sogenannte Supercaps mit den Akkus.

Im Vergleich zu Akkus gleichen Gewichts weisen Superkondensatoren (Supercaps) nur etwa 10 % von deren Energiedichte auf, allerdings ist ihre Leistungsdichte etwa 10- bis 100-fach größer. Superkondensatoren können deshalb sehr viel schneller ge- und entladen werden. Die Chinesen sind Marktführer bei Supercaps und waren auch sofort an einer Kooperation interessiert. Der erste hier im Video gezeigte Triebwagen hat alle nur möglichen Vorteile:Damit könnten nicht nur Lärmemissionen und Abgase deutlich gesenkt werden, sondern auch Energie- und Wartungskosten. Der Energieverbrauch von Dieselloks ist dreimal höher als der von Elektrolokomotiven, die Wartung ist viermal so teuer.  Züge können in Zukunft generell leiser, sicherer und effizienter gemacht werden.

Der derzeit gefertigte Prototyp wird wieder rückgebaut, da die Leistung zu schwach für tonnenschwere Verschubarbeiten ist, aber und da hakt KR Piaty ein: „Dieser vorhandene eHybrid-Block wäre geradezu ideal für den Einsatz auf den Schmalspurbahnen.  Auch Triebwägen wären vorhanden, denn die 4090er von der Mariazellerbahn stehen derzeit tatenlos im Pinzgau und würden von dort für dieses weltweite Vorzeigeprojekt zur Verfügung gestellt.“

Piaty weiter: „Warum hier gezögert wird, diese Chance zu ergreifen ist absolut unverständlich. Es gibt eine kostenlose Bahn, es stehen Supercaps zur Verfügung und auch die EU stellt große Summen für Innovationen gerade auf dem Sektor CO2-freie Alternativenergie bereit.  Es existiert bereits ein Konzept aus dem Jahre 2012 mit allen Details. Nur mit dem Unterschied, dass jetzt 4 Jahre später auch eine Bahn existiert, die nachweislich fährt und funktioniert. “

Zusätzlich wäre eine eHybridbahn ein Anziehungspunkt für Experten und Bahnliebhaber, womöglich sogar ein touristischer Aspekt. Doch leider hat die N.Ö. politik, allen voran der Verkehrslandesrat Mag. Karl wilfing „abgewinkt“.  Karl Piaty dazu:  „Diese Bahn kommt so oder so, wenn nicht in Waidhofen, dann eben auf einer anderen Nebenbahnstrecke, aber das Ybbstal hat sich dann eine weitere Chance vertan, denn was Länge und ebene Fahrstrecke betrifft gibt es sonst keinen vergleichbaren Idealfall.“