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Flucht nach Ägypten

der 28. Dezember ist auch der Gedenktag der „unschuldigen Kinder“. Stadtpfarrer Herbert Döller erklärt anhand eines alten Reliefs vom alten Flügelaltar der Stadtpfarrkirche in Waidhofen an der Ybbs die damaligen Ereignisse rund um Jesus.

Der Heilige Josef bei der Flucht nach Ägypten.
Das Relief von der Flucht nach Ägypten
So sah der alte Flügelaltar in der Stadtpfarrkirche Waidhofen / Ybbs aus

Zu diesem Altar schreibt uns Stadtpfarrer Herbert Döller,
hier vor der großen Außenkrippe der Stadtpfarrkirche:

Der Altarbauer und Schnitzer der Reliefs ist Engelbert Westreicher aus Linz. Man wollte um 1880 eine “stilreine” gotische Kirche haben und hat kurzerhand die barocke Einrichtung entfernt. Allerdings wurde sie nicht wie in vielen anderen Pfarren verheizt, sondern in Opponitz neu aufgestellt. Ein Altar kam auch in die Franziskuskirche am Graben. Die Bilder von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) blieben ebenfalls auf diese Weise erhalten. In die Kirche kamen drei neue “gotische” Altäre. Waidhofen zählte zu den ersten Pfarren, die eine solche “Rückführung” der Einrichtung auf gotische Formen in der Diözese angingen. 

Geld war durch Grundverkäufe für die Rudolfsbahn  vorhanden. Die Fenster erhielten figurale Scheiben und Teppichmuster. Da  das Geld aber bald ausging, blieben die barocken Stühle und das Orgelgehäuse erhalten. Der Hochaltar hatte einen zentralen Tabernakel mit Aussetzungsthron in einer Kastenretabel mit  links und rechts zwei Nischen für Heiligenfiguren, von denen die rechts außen stehende des hl. Judas Thaddäus noch in der Kirche steht. Im Gespränge darüber steht zentral Maria Magdalena (vorhanden im Depot), der hl. Nikolaus und Lambert sind verschwunden. Der Altaraufbau hatte zwei anhängende Reliefflügel mit vier Szenen aus der Weihnachtserzählung:

Maria Verkündigung, Christi Geburt,
Anbetung der Könige und Flucht nach Ägypten.

In der Fastenzeit geschlossen, wurden vier von Carl Jobst gemalte Passionsszenen sichtbar. Diese Bilder hängen auf der Südempore der Kirche. Die Schreinfiguren der Seitenaltäre haben sich im Kolpinghaus und im Heiligen Grab erhalten. 1936 kam der jetzige, echt gotische, Hochaltar in die Kirche, und der neugotische wurde nach Gresten verliehen, von wo er 1966 vereinbarungsgemäß wieder zurückkam und dann z. T. verloren ging.


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