Vor genau 332 Jahren erhielt die Stadtpfarrkirche Waidhofen an der Ybbs das wohl harmonischeste Glockengeläute der Diözese.

Doch der „Zahn der Zeit“ nagte an Aufhängung (Glocken-Joch) und den alten, geschmiedeten Eisenbeschlägen. Über einen Tipp eines „HTL Schmiedeprofessors“ erfuhr Stadtpfarrer Döller von dem Kunstschmied Thomas Hochstädt, der aus Dresden stammt, nun aber vor wenigen Jahren (2007 bis 2008) eine Schmiede in Ybbsitz errichtet hat.

Und der Auftrag an den begnadeten Schmied hatte es in sich. Er schmiedet nun exakt nach den alten Mustern Beschläge und Aufhängung – eine schweißtreibende Meisterleistung erfordernd. Auch das Bundesdenkmalamt fördert diese Art und Weise einer originalgetreuen Sanierung des Glockengeläutes. Um sich ein Bild von dieser wertvollen Arbeit zu machen, besuchte sogar der Chef der Denkmalabteilung für „technische Denkmale“ den Schmied in seiner Schmiede. Das Video, gedreht von Frau Renate Wachauer (Kulturkreis Freisingerberg), zeigt einen kleinen Bericht darüber. Bald wird alles montiert, und zu Ostern 2021 soll Waidhofen wieder sein altes Geläute mit 5 Glocken zurückbekommen.

Zum Abschluß der „Besichtigung der Kunstarbeiten“ lud Thomas Hochstädt seinen hohen Besuch aus Wien zu einem urigen „Ybbstaler Beugelreißen“ ein – Ein alter Brauch – „nicht denkmalgeschützt“ – aber wohl ebenso lange wie die Glocken im Tal bekannt.

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