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Christoph Ransmayr

Der Literaturpreisträger Christoph Ransmayr ist ein Weltstar seines Faches und hat ganz zu Beginn seiner internationalen Karierre in Waidhofen / Ybbs und im Mostviertel seine ersten Erfolge geschrieben.

Mag. Thomas Bieber holte als Intendant des Festivals Klangraum Waidhofen den Weltstar der Literatur zu einem hinreißenden Vortrag in den vollbesetzten Kristallsaal im Schloß Rothschild.
Begleitet wurden die Vorlesungen von Wolfgang Muthspiel (*1965), der in Wien lebt, und als einer der einflussreichsten Gitarristen seiner Generation gilt.

Christoph Ransmayr erzählte kurz nach der Vorstellung am 4. Juni 2024 in Waidhofen / Ybbs seine „Ybbstaler Geschichte“ Karl Piaty persönlich in die Kamera. Dieser ist der Sohn seines einstigen Gesprächspartners in Waidhofen / Ybbs Karl Piaty sen. (geb. 1910 & gestorben 1989)

Christoph Ransmayr, erinnert sich auch heute noch an seine Zeit in Waidhofen / Ybbs und besonders an seine für ihn so wichtigen Begegnungen mit Karl Piaty sen. (geb. 1910)

Hier noch einige Erinnerungsfoto von diesem Abend – Foto: Andreas Kössl NÖN.

Wolfgang Muthspiel, Thomas Bieber und Christoph Ransmayr am 4. Juni 24 in Waidhofen
Karl Piaty (geb. 1948) und Christoph Ransmayr (geb. 1954) hatten sich einiges zu erzählen.

Wer etwas Näheres zu Christoph Ransmayr wissen will:

Ransmayr wuchs in Roitham am Traunfall, Oberösterreich, als Sohn des Volksschullehrers Karl Richard Ransmayr und der Säuglingsschwester Martha Ransmayr, geborene Dopf, auf. Er besuchte das Stiftsgymnasium der Benediktiner in Lambach und studierte von 1972 bis 1978 Philosophie und Ethnologie in Wien. Danach arbeitete er als Kulturredakteur und Autor für verschiedene Zeitschriften wie Extrablatt, Geo, Transatlantik und Merian. Seit 1982 ist er freier Schriftsteller. Er lebt abwechselnd in Wien und West Cork im Südwesten Irlands. Sich selbst bezeichnet er als „Halbnomaden“ aufgrund seiner vielen Reisen.

Nach dem Erscheinen des Romans Die letzte Welt unternahm Ransmayr ausgedehnte Reisen nach Asien sowie Nord- und Südamerika. Auch in seinen Werken erzählt er von seiner Lebenshaltung als Tourist und zählt Ahnungslosigkeit, Sprachlosigkeit, leichtes Gepäck, Neugier oder zumindest die Bereitschaft, über die Welt nicht bloß zu urteilen, sondern sie zu erfahren, zu den Voraussetzungen des Schreibens.

Ransmayr verbindet in seiner Prosa historische Tatsachen mit Fiktionen. Ferner charakteristisch für seine Romane sind die Schilderung grenzüberschreitender Erfahrungen sowie die literarische Bearbeitung historischer Ereignisse und deren Verknüpfung oder Brechung mit Momenten aus der Gegenwart. Die Verbindung von spannenden Handlungen und anspruchsvollen Formen in seinen ersten beiden Romanen haben ihm viel Lob eingebracht.

Mit seiner Neuschreibung der Ovid’schen Metamorphosen in seinem Roman Die letzte Welt (1988) erzielte Ransmayr großen internationalen Erfolg. Der Titel seines Romans Morbus Kitahara (1995) spielt auf eine Augenkrankheit gleichen Namens an, die eine zunehmende Verengung des Blickfeldes zur Folge hat. Sie ist Metapher für einen moralischen Defekt, der die Hauptfiguren, Überlebende des Zweiten Weltkriegs, in einem devastierten (verwüsteten) Niemandsland befällt.

1997 verlas Ransmayr als Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele die für diesen Anlass verfasste Kurzgeschichte Die dritte Luft oder Eine Bühne am Meer.

Sein Stück Odysseus, Verbrecher – Schauspiel einer Heimkehr wurde in Dortmund im Rahmen der Veranstaltungen zu RUHR.2010 aufgeführt.

2012 hielt Ransmayr zusammen mit Raoul Schrott die Tübinger Poetik-Dozentur an der Universität Tübingen.[1]

Auszeichnungen

2023: Park-Kyong-ni-Preis, Seoul (FAZ v. 25. November 2023, S. 18: „Im Herzen der Sprache“, Abdruck der Dankesrede v. 2. November 2023)

1986: Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft

1986–1988: Elias-Canetti-Stipendium

1988: Anton-Wildgans-Preis

1992: Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

1995: Franz-Kafka-Preis

1995: Franz-Nabl-Preis[2]

1996: Prix Aristeion (Gemeinsam mit Salman Rushdie)

1997: Solothurner Literaturpreis

1997: Premio Letterario Internazionale Mondello

1997: Kulturpreis des Landes Oberösterreich

1998: Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg vor der Höhe

2001: Nestroy-Theaterpreis

2004: Bertolt-Brecht-Literaturpreis der Stadt Augsburg

2004: Österreichischer Würdigungspreis für Literatur

2007: Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln

2009: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien[3]

2009: Premio Grinzane Cavour

2009: Premio ITAS del Libro di Montagna für Der fliegende Berg

2010: Premio Gambrinus „Giuseppe Mazzotti“

2013: Donauland Sachbuchpreis

2013: Ernst-Toller-Preis

2013: Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau für Atlas eines ängstlichen Mannes

2014: Fontane-Literaturpreis der Stadt Neuruppin für Atlas eines ängstlichen Mannes[4]

2015: Prix Jean Monnet de Littérature Européenne für Atlas eines ängstlichen Mannes[5]

2015: Prix du Meilleur livre étranger für Atlas eines ängstlichen Mannes (französische Übersetzung Bernard Kreiss)[6]

2017: Marieluise-Fleißer-Preis

2018: Würth-Preis für Europäische Literatur

2018: Kleist-Preis[7]

2018: Longlist des Man Booker International Prize mit Der fliegende Berg (englische Übersetzung Simon Pare)[8]

2018: Preis der Stadt Wien für Literatur

2018: Bayerischer Buchpreis – Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten[9]

2018: Nicolas-Born-Preis.[10]

2020: Ludwig-Börne-Preis[11]

Christoph Ransmayr – Erinnerungen mit Reinhold Messner und Karl Piaty:

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