Allgemein

Das 8. Türl

Waidhofen / Ybbs hatte schon 2023 die größte Dichte an Konditoren in Österreich: Auf gut 11.000 Einwohner mit Erb, Hartner (2x), Piaty, Moshammer, Ettel und Fürst gleich 7 derartige Betriebe.

Und 2024 kamen mit einer zusätzlichen Konditorei von Moshammer und dem Konditor Matthias Krenn noch weitere 2 dazu. Damit ist die Konditorendichte in einer Stadt unter 12.000 Einwohner die größte in ganz Europa.

Und eine davon ist die „Traditionsreichste“ – Die Konditorei Erb / Zeilinger am Unteren Stadtplatz. (seit 1909) Diese öffnet am 8. Dezember das 8. Türchen im Innenstadtkalender und gibt an diesem Tag zu jedem Hauskaffe ein Stück Teebäckerei extra dazu.

Ein alter Film von Zuckerbäckerkollegen Karl Piaty (geb. 1910) zeigt den Urgroßvater von Sabine Zeilinger beim Schaumrollenbacken.

Diese Episode ist Teil des Waidhofner Handwerkerfilms aus dem Jahre 1951, der in den internationalen Universitäts Filmarchiven weltweit für Studierende zur Verfügung steht (verarbeitet vom österr. Filmmuseum)
So wird Waidhofen / Ybbs immer sehr gut dokumentiert:

Zuckerbäcker Erb bäckt Schaumrollen – internationaler Studienfilm von Karl Piaty sen. (geb 1910 – gest. 1989)

Stadtdichter Fred Eichleter
hat dieses großartige Gedicht über die Konditorei Erb geschrieben:

Das achte Fenster vom Kalender
öffnet man jetzt im Hause Erb!
Jahrzehnte diente dieses Stadthaus
Familien zum Broterwerb!

Die wunderbare Hausfassade
gibt jedem, der das Haus bewundert
geschichtlich einen tollen Einblick
und führt zurück ein paar Jahrhundert‘!

Aus Bienenwachs zog man dort Kerzen!
Ihr süßlich, milder Honigduft
liegt scheinbar in den alten Mauern
noch immer herrlich in der Luft!

( S‘ ist fraglich,ob das „Kerzenweiberl“
vom Sonntagberg hier Kundin war!
Es gibt zwar ein Gedicht ums „Weiberl“,
doch darin steht das auch nicht klar!)

Und auch ein and‘res ,altes Handwerk
hat sich bis heut‘ im Haus erhalten,
Lebkuchen gibt‘s auf viele Arten,
Rezepte sind noch von den Alten!

Der Schwerpunkt aber sind die Kuchen,
die Torten und die crem‘gen Schnitten,
und Zuckerwaren, wo die Kinder
mit Kulleraugen staunend bitten!

Im Sommer lädt ein kleiner Garten
Besucher zum Willkommen ein,
den ersten „kleinen Braunen“ täglich
genießt man gern bei Sonnenschein!

Die Chefin dort ist „Frau Sabine“!
Ihr Onkel starb in Pension!
Und sie erfüllt als brave „Biene“
die familiere Tradition!

Der Übergang ist gut gelungen!
Heut‘ funktioniert das ziemlich selten!
Das zeigt ,dass hier bei uns im Städtchen
noch altbewährte Werte gelten!

Entdecke mehr von Gut zu wissen !

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen