Eisenbahnen sind wieder in – die Passagierzahl steigt ständig an und Österreich ist EU Spitzenreiter bei den Fahrgastzahlen. (Nur in der Schweiz sind noch mehr mit der Bahn unterwegs) Und auch die kleinen Schmalspurbahnen werden immer attraktiver – der beste Beweis in Österreich ist dabei die Pinzgaubahn.

Als der Waidhofner Kinderarzt Dr. Schuhfried kürzlich den Titel „Medizinalrat“ erhielt, schenkten ihm seine Freunde vom Verein „KUBUS“ eine Dampffahrt von Zell am See nach Krimml. Diese Tour ist von Waidhofen/ Ybbs aus in einem Tag mit dem Zug zu schaffen. Von Amstetten über Salzburg nach Zell am See – dort umsteigen in die Pinzgaubahn.

Dann ging es von Zell am See mit dem Regelverkehrszug (fährt jede Stunde) nach Krimml. Besondere Freude daran hatte natürlich Schriftführer Karl Piaty sen., daß ein völlig renovierter Mittelwagen der 4090er Reihe der Mariazellerbahn (7090) dabei eingesetzt wurde.

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Diese berühmte Baureihe der ÖBB hat eine lange Geschichte hinter sich, daß sie nun im Pinzgau unter dem rührigen Betriebsleiter Walter Stramitzer nun wieder eine große Zukunft gefunden hat ist natürlich ein Glücksfall für diese äußerst komfortablen  „760 – Schmalspurigen“!
Ein Video von der Überstellung von St. Pölten nach Zell am See:

Dieser Waggon fährt täglich 4 x die Strecke mit (je 106 km) und erreicht so jährlich an die 120.000 bis 130.000 Fahrkilometer. Eine Strecke, welche dieser Waggon sonst noch nie zurücklegen durfte. In Krimml gab es direkten Anschluß mit dem Bus zu den „Krimmler Wasserfällen“! Ein heißer Tag, aber vor den Wasserfällen stehend war es dort mehr als erfrischend. Danach dann der touristische Höhepunkt des Tages: Die Rückfahrt mit der Dampflokomotive in  den Waggons mit den offenen Plattformen – alles bei Traumwetter. Dr. Schuhfried durfte sogar ein Stück auf der Dampflok mitfahren, da Betriebsleiter Walter Stramitzer selbst die Lokomotive führte.

Diese Nostagiefahrten werden im Sommer jeden Mittwoch und Donnerstag durchgeführt, weitere Sonderfahrten, auch im Winter, sind im Programm. Aber auch der Regelverkehr hat sich im Pinzgau großartig entwickelt und der Fahrradtransport wurde zum Hit. Während der Einstellung der Bahn vor einigen Jahren, brach auch die Nutzung des Radweges fast zusammen. Heute hat sich wieder alles erholt und die Pinzgaubahn befördert an schönen Tagen zwischen 150 und 250 Fahrräder täglich.

Bahn und Rad – das Erfolgsmodell – aber nicht nur im Pinzgau. Ähnliches wollte auch LH. Pröll im Ybbstal, aber die dortigen Bürgermeister verzichteten auf die Bahn, wollten nur einen Radweg. Beides zusammen, Bahn und Rad, wäre auch im Ybbstal möglich gewesen, aber eben politisch nicht umsetzbar.