Gedenken statt trauern

21,3  Grad plus zeigte der Thermometer am 1. November 2018 auf den Friedhöfen des Mostviertels. Damit war Waidhofen an diesem Tag wieder einmal der „wärmste Ort in ganz Österreich“.   Ungewöhnlich meinen die Einen, Klimawandel die Anderen.

1. Nov. 2018 21,3 Grad (2)

Eines aber ist an diesem 1. November wie immer: Allerheiligen – Totengedenken.

Ein Rundgang auf den Friedhöfen Waidhofen / Ybbs und Zell / Ybbs läßt viele Erinnerungen aufleben. An die „Lebzeiten“ einiger „von uns gegangenen“  sollen hier nun Videos und Bilder erinnern. Es kann nur ein kleiner Auszug sein, denn jeder, der am Friedhof liegt könnte Bücher mit seinen Erlebnissen füllen.

Karl Piaty sen. (gestorben 1998)
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Seine ersten Bilder machte er 1927, seine ersten Filme 1935.
1949 – 1952 drehte er den Film über die alten Handwerker der Stadt – nun soll dieser Film in die Archive der österr. Filmwerkstätte aufgenommen werden:

Ebenfalls um diese Zeit entstand der Film – „Eisen und Stahl ernähren die Stadt“

Mit seinem Freund Hermann Zeilinger entstand dann der „berühmte Schabernack“
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Hier sind nur Ausschnitte zu sehen, der gesamte Film dauert 30 Minuten.

Unweit dieser Gräber liegt unser unvergeßlicher Wirt „Toni“ Üblacker begraben:
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Hier sollen einge Bilder das Gedenken schärfen:

Und ein Grab, mit Enzian am 1. November 2018, erinnert an Josef Scheuchel. Er wohnte einst im Gebäude des Lokalbahnhofes und war ein fantastischer  Geschichtsschreiber. Seine handgeschriebenen Bücher über die Entstehung Waidhofnens über die Innenstadt hinaus, seine einzigartigen Bilder sind ein streng gehüteter Schatz der Fam. Scheuchel.
Josef Scheuchel war der Onkel von Karl Piaty (geb. 1948)

Scheuchels langjähriges Wohnhaus (Lokalbahnhof) wurde bereits unter Denkmalschutz gestellt, nun auch seine geliebte Dampflok Yv.2.  Man wird sehen, was die derzeitige Politik aus diesen wertvollen Relikten der Waidhofner Eisenbahngeschichte machen wird – sein Vermächtnis  wird eine Bewertung darüber ermöglichen:
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Aber auch die 108 jährige Geschichte der Bäckerei Piaty läßt sich an Hand vieler Verstorbenen am Waidhofner Friedof gut in Erinnerung  rufen:

Und auch Piaty – Stammgäste über Jahrzehnte (Fam. Bauernhauser) und der unvergeßliche Kaffeelieferant WIBE – Wilhelm und Heribert Bernauer – haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden:


Viele Gräber könnten Geschichten erzählen,  hier einige Beispiele:

Friedhof Zell an der Ybbs:

Stadtrat Friedrich (Fif) Rechberger hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden

– am besten können  ihn wohl seine letzten Fernsehauftritte in Erinnerung rufen:

Doch auch seine Moderation des Waidhofner Männerbalett 1998 bleibt unvergessen,

….  dazu tanzte ja auch Franz Nusser, der nur wenige Meter von ihm am Zeller Friedhof begraben liegt. Nusser hat es wohl als bisher einziger Waidhofner in die Archive des Vatikans geschafft. Pfarrer Reinhard Kittl schrieb 2 Bücher über Franz Nusser, beide liegen in der Vatikanbücherei von Kardinal Farina in Rom auf :

Und wieder nur einige Meter weiter liegt Waidhofens Olympiasieger Peter Wedl – er hat auf Grund seiner so schweren Krankheit schon zu Lebzeiten eher vergessen gelebt.
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Wer am Waidhofner Friedhof so seine Erinnerungsrunden dreht, der wundert sich eher doch um das riesige Bild, welches hier zu sehen ist. Direkt  darunter ist das Urnengrab von Waidhofen`s Vergangenheitsforscher Fritz Richter zu liegen gekommen. Zwar ein Zufall, aber eben auch ein Grund „zum Nachdenken“!

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Was bedeutet dieses Bild, was zeigt es, warum ist es dort?
Viele Fragen, welche wohl am Besten das Piaty Video on der „Enthüllung“ zeigt.

Das war erst 2011, aber die Gesinnung der Welt hat sich seitdem stark verändert. Dieses Bild sollte daher auch als „Mahnmal“ gelten dürfen, daß  auch die „Leichtgläubigkeit“ des Christentum mit zu der derzeitigen Entwicklung der Religionen beigetragen hat. Die in diesem Bild vereinten Symbole mögen ihre Berechtigung in Teilen der Welt haben, als „Spiegel für einen österr. Friedhof“  sollten sie aber immer  hinterfragt werden.