Riesentorte für Welser

Am 3. November 2018 brachte der ORF einen Bericht über die erfolgreichsten Familienbetriebe in NÖ.  Natürlich war auch die Fa. Welser aus Ybbsitz mit dabei. Ein Rückblick zeigte die goldene Hochzeit der Senior-Chefs. Auch die Riesentorte der Waidhofner Konditoren wurde dabei gezeigt – Ausschnitt hier im Video

Aber diese Veranstaltung hat für Karl Piaty sen. auch eine tragische Erinnerung. Neben der Riesentorte, viel Blasmusik und gute Laune gab es auch einen Auftritt von „Hias“ – dem bekannten Sänger und Blödler vom Musikantenstadl:
Dieser Vollblutmusiker  ist vielen gut bekannt. In früheren Zeiten spielte er auf seiner Steirischen in seinem berühmten Gasthaus und bei kleinen Veranstaltungen.

Doch dann „entdeckten“ ihn die Macher vom Musikantenstadl und Hias mußte den „Dodel der Nation“ spielen. Wie das aussah zeigt dieses Video:

Doch Hias war alles andere als ein Dodel. Er war ein feinfühliger und jahrelang schwer verletzter Mensch. Doch das wußten die wenigsten, denn auf der Bühne war er immer „voll drauf“.  Den „Lorenzuberg“ sang er auch beim Hochzeitsfest der Welsers in Randegg.  Perfekt wie immer.

Aber hinter den Kulissen saßen „Hias“ Mayer  und Karl Piaty sen.  während der Pausen in einem kleinen Aufenthaltsraum. Hias war dabei nicht wiederzuerkennen. Traurig erzählte er, daß ihm dieses Leben längst zur Last geworden ist, die Auftritte im Musikantenstadl für ihn zur Qual geworden waren, und er im Streit ging.

Es waren traurige Minuten, welche sich da „Backstage“ in Gresten abspielten. Vorne im Saal merkte niemand etwas von dem „traurigen Clown“, einem bekannten Schicksal, dem auch Hias erlag.  Kurze Zeit später war Hias tot, Gresten war einer seiner letzten öffentlichen Auftritte.

Mayer wuchs am Erbsattel nahe Schloss Kassegg in der Steiermark auf. Mit zwölf Jahren verlor er durch einen Unfall seine Zähne. Er begann mit Grimassenschneiden und wurde bald als Blödelbarde bekannt. Zunächst trat er mit einem Freund als Duo Ruap und Hias, später mit den Fidelen Köflachern und den Ennstal-Musikanten auf. Mit dem Ligister-Trio und dem Titel „Übern Laurenziberg“ bekam er 1981 einen Auftritt im Musikantenstadl bei Karl Moik. Der Auftritt war ein so großer Erfolg, dass „Hias“ bis 1991 regelmäßig in dieser Sendung auftrat, als „Urvieh der Nation“ jeweils seine Späße machte und meist auch neue Titel sang.

1990 nahm „Hias“ für Österreich am Grand Prix der Volksmusik teil, erreichte mit seinem Titel „Was macht a Papagei in an Solarium“ jedoch nur den letzten Platz bei der Vorentscheidung. Neben lustigen Stimmungshits hat er auch bekannte Volkslieder und Wienerlieder aufgenommen.

Gemeinsam mit dem Quintett Sepp Mattlschweiger’s Juchee stand „Hias“ jahrelang und bis zuletzt auf der Bühne. Er galt als Virtuose auf der steirischen Harmonika.

Am 7. Juli 2007 nahm sich der Künstler in seiner Wohnung in Donnersbach wenige Stunden vor einem geplanten Auftritt mit dem Ligister Trio in Oberösterreich mit seinem Jagdgewehr das Leben. Die Trauerfeier für ihn fand am 12. Juli 2007 im Beisein mehrerer hundert Menschen in seinem Heimatort Donnersbach statt, seine Urne wurde später im Familienkreis beigesetzt.

Mayer war von 1974 bis 2005 verheiratet und hatte mit seiner geschiedenen Frau vier Töchter.