Frieß und Wetterhaus

Das Wetterhäuschen von Waidhofen / Ybbs steht nun in der Nähe der Stadtpfarrkirche. Bürgermeister Mag. Werner Krammer hat diesen Platz ausgesucht – historisch gut gewählt.

Wetterhäuschen, seit 2019 vor der Kirche

Direkt daneben gibt es eine Gedenktafel für  Professor Gottfried Frieß – Geschichtsschreiber und Pater im Stift Seitenstetten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Edmund_Frie%C3%9F
Laut „wikipedia“ ist diese Straße auf der Au in Waidhofen nach ihm benannt.
Gottfried Frießgasse
Gedenktafel und Wetterhäuschen nun vereint:Frieß Tafel Wetterhaus 2019

Was verbindet diese beiden  miteinander ?
Historisch sehr viel.

Das Wetterhäuschen steht nunmehr am Platz des Geburtshauses von Pater Gottfried (früher Godfried).  Die sogenannten Frieß Häuser wurden 1914 bei einer Feuerwehrübung abgebrannt und dann abgerissen.

Auf dieser alten Postkarte (vor 1914) sind die Häuser links vorne zu sehen,
die anderen Bilder zeigen die Brandruine von 1914.

Baron Rothschild hat dann den Rothschildpark auf diesem Gelände vergrößert und die Mauer rundherum errichten lassen – also ist das nur eine „nachgeahmte“ mittelalterliche Anlage, historisch daher nicht bedeutend.

Diese Mauer wurde beim Bau des 1. Ybbs-Steges im Jahr 2000 geöffnet um einen bequemen Zugang zu ermöglichen.

Pater Gottfried Frieß war einer der wichtigsten Chronisten und hat die Geschichte Waidhofens vom Anbeginn bis 1820 niedergeschrieben.

Hier ein Ausschnitt aus den Heimatblättern:Lothar Biber zu Gottfried Frieß (2)

Im Jahre 1892 hat er eine Festschrift anläßlich des Jubiläums der Türkenbesiegung  im Bezug zu Waidhofen geschrieben – dies war anläßlich der großen Erinnerungsfeiern in der Stadt  –  360 Jahre danach.

Festschrift Gottfried Frieß 1892

Den Erlös dieser Festschrift spendete Pater Frieß dem Fond zur Errichtung eines Wetterhäuschens in Waidhofen / Ybbs.
Bote von der Ybbs aus dem Jahre 1969
Wetterhaus Bote 70 Jahre mark (2)

Damit zählt Dr. Gottfried Frieß zu den ersten Förderern dieses heute so großen Kulturerbe der Stadt.
Erst 8 Jahre nach dieser Spende wurde das Wetterhäuschen auch aufgestellt, unter Bürgermeister Plenker, dem Waidhofenliebhaber Zellinka und dem Wiener Parade Architekten Zotter geschah dies.

Nun also sind das Wetterhäuschen und die Gedenktafel eines großen Förderers des Wetterhäuschen auf wenige Meter zusammengerückt – ein weiteres Kapitel in der nun bereits 120 jährigen Geschichte dieser europaweit einmaligen Kombination von Wettersäule und Baldachin.

Was jetzt noch fehlt, ist eine passende und nette Gestaltung des Vorplatzes. Dabei sollte ein guter gemeinsamer Weg gefunden werden.

Ein Vorschlag von politisch Unzuständigen:
Sowohl aus optischen Gründen als auch aus verkehrstechnischer Sicht wäre eine Entfernung oder eine starke Abstufung der verbliebenen Mauer zur Hintergasse günstig, der derzeitige Zustand ist nicht sehr einladend, und wer genau schaut, sogar schon „gefährlich“ – ein kleiner Schlag eines LKW in der engen Hintergasse könnte da schnell Unheil anrichten, denn durch die Öffnung der Mauer im Jahre 2000 hat diese ihre statische Wirkung teilweise eingebüßt, und es ist schon vieles an der Mauer desolat – abbruchreif ?

Bilder sagen oft mehr als 1000 Worte:

9.März 2019 – ungestellte AufnahmeDSC02502 (2)