Kulturkreis Freisingerberg Waidhofen

Waidhofen – Stadtturm

Das Wahrzeichen der Stadt Waidhofen / Ybbs ist der alte Stadtturm mit einer langen Geschichte. Man kann diesen Turm bei einer Turmführung oder in Verbindung mit einer Stadtführung auch innen besichtigen.

Viele liebevolle Schauräume machen den problemlosen Aufstieg kurzweilig – der Ausblick über die Stadt entschädigt dann für die Überwindung der Stufen.

Nachtwächter Thomas Vielhaber, einer der vielen Stadtführer der Stadt, zeigte am 27. Februar 2021 dem Kulturkreis Freisingerberg, spontan und vorbildlich mit FFP2 Maske, eine solche Führung, welche nun in einem der modernsten „Lese-und Videobüchlein“ (ja auch das gibt es) zu sehen ist.

Bei der „Freiluftvorstellung des Bücherls“ war auch Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka vor Ort – schließlich liegt sein Wohnort nur wenige Meter vom historisch so bedeutsamen Waidhofner Stadtturm entfernt:

Nationalratspräsident Sobotka war einer der ersten, der das Bücherl zu Gesicht bekam. Bei genügend Abstand konnte für dieses Bild mit Dichter Eichleter und Fotograf Piaty auch die FPP2 Maske kurz abgenommen werden.

Small talk über das neue Stadtturmbücherl – direkt vor Ort und natürlich mit Maske – so wird heute trotz Corona die Volkskultur in Waidhofen an der Ybbs gelebt. Denn Kultur ist immer stärker als ein „Virus“

Fotostory von Kulturkreis Freisingerberg Beraterin Renate Wachauer.

Hier nun die Stadtturmführung mit Nachtwächter Thomas Vielhaber:

„Corona-Führung“ – aber ebenso begeisternd aufgenommen – Volks-Kultur ist noch immer stärker als ein Virus.

Großmächtig steht er in Waidhofen
jahrhundertlang auf seinem Platz,
gebaut von Bürgern,Schmieden,Bauern
mit Gelder aus dem Türkenschatz!

Er wirkt in uns’ren heut’gen Tagen
so wie ein längst vergang’ner Held,
….als wollt‘ er eine Brücke schlagen
in eine schon vergess’ne Welt!

Betritt mit mir die Türmerstube
und blick‘ dich suchend darin um,
die bucklig kalten, klammen Wände
sie grüßen weißgekalkt und stumm!

Die Dielen sind verbeult und knorrig,
vorm Fenster hängt ein modrig‘ Brett,
ein Tisch, ein Krug und eine Schüssel,
ein schmales, klein gerat’nes Bett!

Hier oben sah so mancher Türmer
nach Norden, Osten,West und Süd‘,
er hört im März vielleicht als erster
der Schwalben munt’res Frühlingslied!

Er fühlt im Juli heiß die Sonne
und im Dezember kalt den Schnee,
sieht Rabenvögel und den Falken
aus seinem Fenster in der Höh‘!

Er spürt hier oben Glück und Unglück
und uns’rer Ahnen Freud‘ und Leid,
sieht‘ s Alltagsleben in Waidhofen,
….weiß um die gute, alte Zeit!

Er sieht die Wächter mit den Spießen
mit Argusaugen Runden dreh’n.
sieht wohlbeleibte Hammerherren
zufrieden ihrer Wege geh’n!

Sieht Bettler, Gauner und Halunken,
hat manche Missetat gehört,
sieht Richter,Schreiber, Rechtsgelehrte
und Henkersleut‘ mit scharfem Schwert!

Er hört auch den Kanonendonner
und weiß, wie die Granate singt,
er pfeifft das lustig‘ Lied der Flöte,
wenn fröhliche Musik erklingt!

Er sah als Erster schon das Feuer,
wenn‘ s irgendwo die Stadt bedroht,
sah Pest und Hunger, Neid und Habgier
und Alltagskampf um täglich Brot!

Er sah auch die Franzosenhorden,
das Hakenkreuz auf weißem Stoff,
die Lederjacken der Gestapo,
den Jeep und die Kalaschnikov!

Er zählte einst die schweren Stunden,
als man den Freund zum Anger trug
und wenn zur Rauhnacht laut und kräftig
um Mitternacht die Turmuhr schlug!

Er sah die neugierigen Kunden
am Dienstag in der schönen Stadt,
wo manches krumme Bauernweiberl
am Markt ein kleines Standl hat!

Nun gibt‘ s schon lange keinen Türmer
in uns’rer Stadt, so heiß geliebt!
Wer wird den Enkeln wohl erzählen,
was hier es zu erzählen gibt?

Und wer bewahrt die Glücksmomente,
die still durch uns’re Gassen weh’n?
Berichtet uns vom Kinderlachen,
wenn Drachen sich im Kreise dreh’n?

Der Türmer trotzte gegen Zeiten
als kleiner, tapf’rer Menschenwurm!
Er könnte uns noch viel erzählen,
der Türmer hoch auf seinemTurm!

Nur Türken sah der Türmer keine!
Was leider nicht am Späher liegt!
Denn als man unsern Turm erbaute,
war’n Türkenkrieger längst besiegt!

Heut’ ist er uns ein stolzes Zeichen,
der Turm, den man inmitten hat
und jeder Baustein lebt Geschichte,
erzählt vom Leben in der Stadt!

Und wenn wir selbst schon lang Geschichte,
steht dieser Turm noch aufrecht da
und flüstert neuen Stadtbewohnern
was in Jahrhunderten geschah!

Fred Eichleter – Ein Gedicht zu unserem Stadtturm. Dieses Gedicht ist Anlaß zu einem weiteren Büchlein des Kulturkreises Freisingerberg.

Und wenn einem Dichter das Herz übergeht, dann werden auch die Gedichte lang. Über den Stadtturm seiner Heimat hat sich Fred Eichleter sehr viel einfallen lassen – und über dieses literatische Werk wird bereits medial sehr positiv berichtet. Denn:
Modernste Digitalisierung ermöglicht es, in den neuen „Pitzi-Bücherl“ über QR Code auch Videos anzusehen.
Eines davon aus dem Jahr 1950.
Dazu historische, bisher nicht gezeigte Fotos aus der Sammlung Piaty – lasst Euch überraschen.

Pitzi Bücherl sind nicht käuflich zu erwerben, die Druckunterlagen werden kostenlos abgegeben

Ein Schnappschuß von Karl Piaty (geb. 1910) von einer Zwiebel-Kuppelsanierung im vorigen Jahrhundert
Auch diese wertvolle Schießscheibe von der Ybbstalbahn ist hier zu sehen.

Backstage – Karl Piaty – an der „Mini- Kamera“ des Kulturkreises Freisingerberg. Mit diesem Handy werden sowohl Videos als auch Bilder für den „piaty-blog“ aufgenommen. Aber die Aufnahmen sind sind nur das halbe Vergnügen.

Die Ausarbeitung geschieht mit einer speziellen Software, die Karl Piaty seit fast 10 Jahren anwendet – nicht einfach zu steuern, denn keine „Automatik“ – auch hier ist „Handarbeit“ – aber auch etwas „künstlerische Begabung“ notwendig. Da wurde Piaty allerdings einiges „in die Wiege“ gelegt.

Diese Fotos stammen von Renate Wachauer,
der „Naturfotografin“ des Kulturkreises.

Nach dem Erscheinen des Bücherls gab es bereits ein sehr gutes Medienecho:
https://piaty.blog/2021/03/11/buecherl-ueber-stadtturm/

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