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Der „Frühlingsputz“

10.000 Unfälle gibt es in österreichs Haushalten, vieles passiert da auch beim „Frühlingsputz“.

https://noe.orf.at/stories/3098021/

Wie das so ist, hat Stadtdichter Fred Eichleter wieder einmal köstlich niedergeschrieben:

Und wenn der Papa noch so trutzt:
Im Frühjahr wird das Haus geputzt,
weil all‘ der winterliche Ruß
der Frühlingssonne weichen muß!

Alljährlich um die Osterzeit
umschwebt ein Hauch von Lieblichkeit
und erstem, zartem Blumenduft
die laue, blaue Märzenluft!

Und überall landab, landauf
da machen Frauen Fenster auf
und lassen milden Sonnenschein
in Herzen und in Stuben rein!

Ob Wohnung oder Bungalow,
ob Siedlungshäusl irgendwo,
ob Fertighaus, Gemeindebau
im Frühjahr gibts den Super-Gau
und Frauen, die das gar nicht freut,
„hab‘n d‘Nachred‘ bis in d’ Ewigkeit!“

Denn grad in der Coronazeit
begegnet man der Sauberkeit!
….Auf Schritt und Tritt und rundherum
geht jetzt das Weib samt Putztuch um
und wird ein Stäubchen wo erblickt,
wird es „geschlickt“ und das geschickt!

Wir Männer trollen uns von dannen!
Mit einem Staubtuch zu entspannen
ist gar nicht uns‘re Perspektive!
Ist auch die Optik eine schiefe,
…von wegen Leid und Schmerz zu teilen,…
sieht man uns flott nach hinnen eilen!

Und haben wir auch Weh im Herzen…
… das „Staubgesauge“ kann schon schmerzen,
und im Gehörgang dazu führen,
dass wir das Fell der Trommel spüren,
wie es sich rhytmisch krampft und schwingt
und einen Ohr-Orgasmus bringt!

Für eine Hauch von Schabernak
sorgt auch der Geist vom Salmiak
und Schleimhäute von Männenasen
fall’n reihenweise in Exstasen!

Wem nutzen Fenster, klar und rein,
wenn uns der helle Sonnenschein,
das ist doch wirklich unerhört!
beim Fernseh – Fußballschauen stört?

Auch echte Möbelpolitur
ist gegen unsere Natur
denn dieser ätzend scharfe Mief,
-so beißend, scharf und intensiv –
vertreibt die schönste Frühlingszeit
mit bürgerlicher Spießigkeit!
Der Frühling bringt halt großen Stress!
Die Frau ist im Gefühlsexzess
und schwelgt im Frühlingsglücksgefühl!
Weil jetzt die Tage nicht mehr kühl,
reißt Türen sie und Fenster auf,
ist seelenmäßig bestens drauf
und fegt wie eine Supermaus
durchs ganze wintermüde Haus!

Und diese Hektik gibt uns recht!
Wenn‘s holde weibliche Geschlecht
manch‘ missgelaunten alten Specht
im Putzrausch nicht gern sehen möcht‘
dann sagen wir: „Wir sind nicht z‘Haus‘ heut‘
und nehmen fröhlich eine „Aus-Zeit“!

Nur eine Sach‘ gefällt uns nicht!
Es gibt da einen starken Wicht,
der tief in einer Flasche steckt,
dort protzig seine Muskeln reckt,
und den die Hausfrau freudig kennt
weil man ihn „Meister Propper“ nennt!

Mit ihm verbringt sie sehr viel Zeit!
Doch es genügt ihr nicht zu zweit!

,,,Denn meistens macht beim Spiel zu dritt
ein flotter „Weisser Riese“ mit,
der nah der Waschmaschine kauert
und auf die Sauberfrauen lauert!

So ist es, wenn‘s im Frühjahr blüht,
wenn Sonnenschein das Herz durchglüht,
wenn kleine, bunte Primerl sprießen.
wenn uns‘re Frau‘n den Lenz genießen!

Da wird von manchem Frauenkenner,
grad wegen ein paar Muskelmänner,
daheim dann nicht einmal getrutzt:
Die Hauptsach‘ ist, es wird geputzt!

Und wie „putzen“ eigentlich Männer?

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