Eisenbahn Mostviertel N.Ö.

CLUB 598 Tradition & Zukunft

Als einer der 1. Vereine in Österreich hielt der Waidhofner CLUB 598 (Freunde der Ybbstalbahn) nach Aufhebung der Coronabeschränkungen seine Generalversammlung ab. Wahl des Vorstandes, Kassenbericht und Entlastung des alten Vorstandes gingen einstimmung über die Bühne:

Zu Beginn traditionell die Gedenkminute an die verstorbenen Vereins-Mitglieder

Der neugewählte Vorstand des Clubs:

Von links: Ing. Siegfries Nykodem (Obmann) – Ferdinand Losbichler (1. Stellvertreter) und Johann Fluch (2.)

Obmann Ing Siegfried Nykodem berichtete über die Tätigkeiten des Club 598 – von den Renovierungen und Investitionen:

Unter „Allgemeines“ erfolgte dann ein Vorschlag von Karl Piaty, die beiden Dampflokomotiven, im Sinne der Statuten des Vereines, wieder öffentlich zu zeigen.

Ausschnitt aus der Beschreibung des CLUB 598 – Aufgabe wertvolles Rollmaterial (auch Lokomotiven) einzusetzen.

Und dem Umweltgedanken folgend sowohl „CO2 Neutral“ die Yv2 und sogar „CO2 frei“ die Yv3. dafür einzusetzen.

Karl Piaty will die Dampfloks wieder den Eisenbahnfreunden aus Europa „unter Dampf“ zeigen. Denn was in Waidhofen / Ybbs „im Schuppen steht“ ist europäisches Kulturerbe aus der Kaiserzeit.

Für Alle die lieber Lesen, hier der Vorschlag in Schriftform:

Erinnerung an 1972:
50 Jahre Waidhofen an der Ybbs als Großgemeinde:

Das Jahr 1972 hat auf dem Mobilitätssektor im Bereich Kulturerbe und Vereinswesen eine besondere Stellung.

Die Ybbstalbahn ist aus der Geschichte des Ybbstales nicht wegzudenken, der wirtschaftliche Aufschwung in das technische Zeitalter wurde in großem Maße von dieser wichtigen Bahn erst ermöglicht.

Waren es ab 1896 die Dampflokomotiven welche die Züge in Bewegung setzten, so wurden die 3 Lokomotiven der Baureihe Yv (Ybbstaler-Verbundlok) ab dem Jahre 1972 nicht mehr benötigt – Verschrottung wäre angesagt gewesen.

Hätten da in Waidhofen nicht kulturbedachte Menschen gelebt, gäbe es heute keine denkmalgeschützte Yv.2 mehr.

Wer waren diese Männer, die 1972 zur Tat schritten und 1973 den Club 598 gründeten ?

Proponenten  die den Verein gründeten: 

Lothar Bieber, Karl Fellner, Hollenstein, Ludwig Kamelreiter,
Johann Gindl, Dr. Franz Gumpinger, Siegfried Nykodem,
Walter Rothmüller, Wien.

 7 Proponenten waren laut Gesetz  erforderlich.  6 Ybbstaler wurden vorerst genannt. Rothmüller, ein damaliger Arbeitskollege von Ing. Siegfried Nykodem, wurde nachgenannt, damit der Akt zum Laufen kam. NÖ. Sicherheitsdirektion war damals in Wien.

 Am Gründungsgeschehen waren sehr viele Persönlichkeiten aktiv beteiligt: Franz Josef Kohout Bgm. Waidhofen,Erich Vetter damals Vzbgm. Karl Piaty sen, Stadtbildpfleger, Josef  Pöchhacker Bgm. Zell, Johann Alberer, Mundartdichter, Kematen, Willi Streicher Gem. Sekretär Hollenstein, Fritz Stummer, Bote von der Ybbs, Friedrich Almer, August Zopf, Salzburg. Ferdinand Hager und viele mehr.

Bei der Gründungsversammlung waren es bereits über 100 Mitglieder.
Bis zu 600 Mitglieder gab es bei diesem Verein, heute, 50 Jahre nach den ersten Gedanken zur Rettung der historischen Dampflokomotiven sind trotz Einstellung der Ybbstalbah immer noch 420 Mitglieder dabei.
Nun, 50 Jahre nach Gründung der Großgemeinde, sollen die beiden noch vorhandenen Lokomotiven Yv.2 und Yv.3 sowohl den kulturellen Anwert der Stadt Waidhofen / Ybbs als auch den technischen Fortschritt im Umweltbereich hervorheben.

1. Die denkmalgeschützte Dampflok Yv.2 soll als CO2 neutrale Dampflok (ausschließlich mit der erneuerbaren Energie Holz befeuert) zu Solofahrten zu bestimmten Anlässen die Strecke Hauptbahnhof bis Lokalbahnhof befahren. Touristisch durchaus ein Thema, gibt es doch weltweit keine andere Schmalspurdampflokomotive in Verbundbauweise, welche auch amtlich denkmalgeschützt ist. Das ist kein Museumsstück sondern originales, einsatzbereites Kulturerbe der internationalen Eisenbahngeschichte .

2. Die derzeit noch zerlegte Dampflokomotive Yv.3 soll ein europäisches Vorzeigeprojekt im technischen Umweltbereich werden.

Eine CO2 freie Dampflokomotive ist in der Überlegung. Statt Kohle oder Holz kommt die Energie aus CO2 freier Energie (Strom). Hier braucht es viel Herz und Mut, aber Eisenbahnfreunde haben diese Eigenschaften immer dann sehr rasch entwickelt, wenn es um das Thema Eisenbahn ging.
Kultur und Tourismus, Umwelt und Innovation – besser als bei dieser CO2 freien, historischen Dampflokomotive läßt sich das Jahr 2022 bei späteren Generationen wohl nicht in Erinnerung rufen.

Vizebürgermeister Bahr (SPÖ) war persönlich anwesend die übrigen Gemeindepolitiker werden schriftlich informiert.

Die Ybbstalbahn ist weithin bekannt. Viele sehen die grandiosen Bahnfilme auf SWR, welche Hagen von Ortloff weltweit gedreht hat – natürlich auch über die von ihm so verehrte Ybbstalbahn.
Und wie er versucht hat, 2014 die Ybbstalbahn zu retten, zeigt dieser Aufruf:

Hagen von Ortloff – Weltbester Bahnfilmer und Bahndokumentierer auf SWR
Hagen von Ortloff – Die Ybbstalbahn
Und ein Blick noch weiter zurück. Der unvergeßliche Herbert Marko und Hagen von Ortloff bei den Dreharbeiten zum Kulturerbe Ybbstalbahn.

Mehr zum Thema der „Wanderausstellung 50 Jahre Großgemeinde Waidhofen“ im Zusammenhang mit der Generalversammlung des Verein CLUB 598:

Vereinsgründung:

Nun heizen wir die Dampflok Yv.2 bald mit Holz – CO2 Neutral und Klimafreundlich – denn ohne Kohlen-Ruß geht es auch – das findet auch Renate Wachauer hier als Heizerin im Kesselraum der Yv.2

Und früher (noch 2014) hat der Gemeinderat (hier ein Beispiel von der SPÖ) immer ein gutes Wort für die Ybbstalbahn gehabt.

Wer heute die sonntägige Sendung „Im Zentrum“ im ORF sieht, kennt natürlich Frau Claudia Reiterer. Dass Sie einmal sehr für den Erhalt der Ybbstalbahn eingetreten ist zeigt dieser ORF Beitrag aus dem Jahre 2009 – die Schlußsequenz sagt wohl alles aus:

Landesrat Heuras erzählt darin, wie das mit den Bürgermeistern im Ybbstal war. Vielleicht erzählt einer dieser in der Zwischnzeit allesamt abgetretenen Bürgermeister einmal davon, wie das wirklich alles gelaufen ist.

Die Ybbstalbahn ist weltweit bekannt, in Europa ein Begriff und in Österreich sehr gut dokumentiert: Hier ein kleiner Überblick über Beispiele dazu:
https://www.youtube.com/results?search_query=piaty+ybbstalbahn

Das wichtigste zur Tourismuseisenbahn Waidhofen / Ybbs nach Ybbsitz sagte der Tourismusstadtrat Werner Krammer im Jahr 2014. Hier ein Archivausschnitt – werden diese Worte 2022 noch Gültigkeit haben? Gibt es dazu transparente Absprachen mit Armin Bahr (SPÖ) und Martin Dowalil (FUFU) für die Periode 2022/2027. Wie stehen, MFG, FPÖ und Grüne dazu?

Das Piaty-Archiv und das Internet (youtube) – nicht nur Chats und abgefangene Mails sollte die derzeitige Politik zurückerinnern lassen.

Jetzt soll einmal die Meinung der 40 Gemeinderäte zur Ausfahrt der Dampflokomotiven auf das denkmalgeschützte Viadukt von 1896 erhoben werden – vielleicht ist damit ein gewisses „Umdenken“ möglich.

Viele der Waidhofner Gemeinderäte waren immer Förderer und Fürsprecher für die Ybbstalbahn, aber sie waren in den letzten Jahren in der „Minderheit“ – gegen eine „Absolute“ war dadurch schlecht „klavierspielen“.

Doch nun ist die „Absolute“ von den Wählerinnen und Wählern beendet worden, nun könnten SPÖ, MFG, FUFU, FPÖ und GRÜNE alleine bestimmen was Sache ist.

Zum Abschluß die einst wichtigste Entscheidung im Gemeinderat: 20:20

Ein Antrag von Gemeinderat Knoll (damals FPÖ) gemeinsam mit allen Fraktionen (außer WVP)
20:20 bedeutete das Aus für Bahn und Rad und es blieb nur Rad für das Ybbstal über.
Heute würde diese Abstimmung wohl 22:18 für die Ybbstalbahn lauten – aber jetzt ist es zu spät.

Wenn es Bürgermeister Werner Krammer erlaubt, würde gerne das „Arbeitsübereinkommen“ zwischen der WVP und der UWG (2012) bezüglich der Citybahn veröffentlicht werden.

Wer nicht mehr weiß was für 2019 bis 2023 im Waidhofner Gemeinderat einstimmung beschlossen wurde, der kann das hier nachlesen:
https://www.noen.at/ybbstal/waidhofen-ybbs-regionsprojekt-fuer-ybbstalbahn-ist-auf-schiene-waidhofen-an-der-ybbs-ybbstalbahn-club-598-137625080

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