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Parkordnungen 2025

Es ist soweit. Am 1. Jänner 2025 treten die neuen Gebühren für das Parken in Waidhofen / Ybbs in Kraft. Daß es sich dabei um sehr unübliche Erhöhungen (bis zu 400 %) handelt, und beim Parkdeck Pfarrgarten sogar darüber hinaus nun auch die Kirchengänger an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen etwas zahlen müssen, wurde bereits den Gemeinderatsfraktionen termingerecht mitgeteilt. Eine Behandlung dieser Tatsachen im Gemeinderat (es gab dazu mehrere Dringlichkeitsanträge durch die FPÖ) wurde immer abgelehnt.

Daher treten diese Änderungen nunmehr am 1. Jänner 2025 in Kraft.

Hier eine 1. kleine Auflistung, was dies im Einzelfall bedeutet:

Lokalbahnhof – Naturpark-Parkplatz:
eine unüberdachte Parkfläche, dazu fehlender Bezahl-Hinweis durch eine rot/grüne Ausfahr-Ampel und dadurch auch eine mögliche 80.- Euro Strafgebühr.

Ähnliches gilt auch für den Kinoparkplatz – auch kein Parkdeck, auch weiterhin fehlende rot/grüne Ausfahrampel:

Ein Sonderfall ist das Parkdeck Pfarrgarten. Obwohl dieser Grund zum Teil der Kirche gehört (Stadt hat dazu lediglich ein Baurecht von der Pfarre erhalten) und es zwischen den nunmehrigen Ehrenbürgern der Stadt (Altbürgermeister Mag. Wolfgang Mair und Monsignore Mag. Herbert Döller) entsprechende Absprachen gab, ist nun auch bei besonders gut besuchten Feierlichkeiten (Ostern, Weihnachten, Firmungen, Erstkommunion, Erntedank, Pfarrfesten, Fronleichnam usw.) für die Kirchgänger eine Gebühr zu bezahlen. Auch bei gutbesuchten, sonntäglichen Kirchenkonzerten (Caritas, Musikschule usw.) sind die zu diesen Zeiten gebührenfreien Plätze in der Innenstadt zuwenig, daher fällt diese neue Regelung gerade jenen auf den Kopf, welche so viel Gutes für das religiöse Brauchtum und die Kultur der Stadt leisten.

Lediglich die 80.- Euro „Verstoßkosten“ wurde nicht erhöht, aber diese Höhe ist an sich schon ein unhaltbarer Zustand. Besonders wegen der Tatsache, daß es weiter keine rot/grüne Ausfahts-Ampel in Waidhofen gibt. Derartige Lösungen kennen viele Autofahrer von dem Parkdeck am Bahnhof Amstetten.

Aber auch die neue Gebühr für „Unter der Woche“ ist nun eher problematisch zu sehen, ist ja nur der untere Teil überdacht. Kostete es früher an einem Vormittag (6 – 12 Uhr) 3,50 Euro, so sind nun satte 8.- Euro zu bezahlen.

Es wurde alles vorher schriftlich den Fraktionen mitgeteilt – alle diese neuen Regelungen wurden daher im Gemeinderat bewußt gesetzt. Ob dies wirklich alles dauerhaft haltbar ist, kann insbesonders bei den Beispielen Parkplatz Zentrum und Kino- und Lokalbahnhof bezweifelt werden. Denn daß nunmehr das Parken beim Lokalbahnhof gleich viel kostet wie in der Innenstadt und sogar mehr, wenn die Mittagszeit (12 – 14 Uhr) dabei ist, kann einfach von vielen Autofahrern nicht verstanden werden. Was meinen dazu eigentlich „NÖ Landes-Experten“ für Parkplatzvergebührungen?
…….“außerhalb der Stadt teurer als in der Innenstadt“!

Und wie die „Lösungen“ für die Bediensteten der Innenstadt aussehen, hat die NÖN vor Weihnachten schon sehr gut dargestellt:

Hier noch nähere Details:

Die Vergebührung der Parkplätze und die Mobilitätskonzepte könnten einst in die Geschichtsschreibung der Stadt eingehen. Kaum sonst wo wurde dieses Thema von den Politikern so bis ins Detail „ausgereizt“ – Das Archiv ist voll von „Entscheidungen“ dazu:

Denn angeblich fordert „das Land NÖ“ diese Erhöhungen, da durch die Sanierung des Parkdeck Schloßcenter einige Millionen Euro in der Stadtkasse fehlen.

Doch diese Feststellung des Bürgermeisters hat möglicherweise einen „Pferdefuß“:

Zum Abschluß noch ein Kostenvergleich für das ganztägige Parken auf Bahnhöfen – Beispiele Wien Hütteldorf, Wien Ottakring und Waidhofen / Ybbs Lokalbahnhof:

Wie ein solcher Dauerparkplatz wie Lokalbahnhof oder Viaduktparkplatz in anderen NÖ. Städten gehandhabt wird, zeigt das Beispiel Krems recht gut

Tagesticket in Krems 4.- Euro in Waidhofen 10.- Euro – Stunde in Krems 50 Cent – in Waidhofen 1,40 – eigentlich „ohne Worte“!

Und was kostet das Parken in der Parkgarage der Altstadt Krems?

Etwas Geschichte:
Parken in Waidhofen/ Ybbs sollte durch ein unterirdisches Parkhaus unter dem Oberen Stadtplatz erleichtert werden. Die Einfahrt war unter dem Pfarrhof geplant, das Konglomerat gut geeignet ein solches Projekt umzusetzen.

Johann Breiteneder baute zu dieser Zeit derartige Garagen unter der Oper in Wien, aber auch unter der kleinen steirischen Stadt Fürstenfeld.

Johann Breitender (ganz rechts) baute in Österreich sehr viele Parkgaragen und Parkdecks, die Breitender Immobilienfirma ist heute weltweit tätig. Johann Breitender starb vor einigen Jahren – dieses Bild ist eines der letzten, welches ihn mit Johann Taubinger und Karl Piaty bei der Eröffnung einer Großmühle zeigt.

Kleines Detail am Rande – zum Bild mit Garagenkönig Breiteneder:
Karl Piaty stellte damals für Fernsehaufnahmen das Logo für das regionale Kochlöffelmehl dar – mit dabei der heutige LH Stellvertreter Stephan Pernkopf

Da Karl Piaty und Johann Breiteneder sen. sich persönlich kannten, wurde Waidhofen / Ybbs als Bauprojekt für eine Tiefgarage angesprochen, wobei für die Stadt keinerlei Kosten angefallen wären. Johann Breitender baute derartige Garagen um sie dann weitervermieten zu können. Dazu zählte z.B. auch die riesige Park & Ride Anlage in Hütteldorf mit über 1500 Stellplätzen.

Bürgermeister Erich Vetter lehnte schließlich ab,
Johann Breiteneder baute dafür anderswo.

Heute sind die Familiennachfolger von Johann Breiteneder ein Weltunternehmen, betreiben auch E-Parkplätze87.000 Stellplätze an 198 Standorten:
https://www.heute.at/s/city-parkhaeuser-breitender-bauen-jetzt-gross-aus-100282438

Beispiel Fürstenfeld (Bau von Breiteneder) – was kostet es 2024 dort zu parken:

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