Allgemein

Leitbild & Leitlinien

Die 40 Waidhofner Gemeinderäte machen sich 2025 Sorgen und Gedanken zum Waidhofner Stadtbild. Der Herr Bürgermeister lud am 22. Jänner 2025 die Besitzer von Innenstadtliegenschaften zu einer Diskussion in den Kristallsaal. Fachleute der Architektur, der Raumplanung und des Landes NÖ kamen zu Wort und wiesen auf die Wichtigkeit zum Erhalt der alten Stadtansichten hin. Der Kulturkreis Freisingerberg hatte 2 Beobachter bei der Veranstaltung.
https://waidhofen.at/schutzzone

Ausschnitt der Schutzzonenvorschläge – dazu sind noch viele Erklärungen nötig.

Es wurde aber auch ein Leitbild beschlossen, welches gemeinsam mit den Leitlinien der Waidhofner Schutzzonen die baulichen Vorgaben für die Besitzer der Stadthäuser und Liegenschaften verbindend zu bestimmen. Diese gelten bereits für den bestehenden Baustopp in der Stadt.

Beim Neujahrsempfang 2025 wurde dieses Leitbild vorgestellt – Piaty BLOG berichtete und brachte das Leitbild oneline zu Ansicht:

Wie das in der Praxis durchgeführt wird ist abzuwarten, aber ein Beispiel könnte dazu Einblicke geben. Der Kulturkreis Freisingerberg bittet daher, das vor exakt 100 Jahren (bei der Weltausstellung 1925 in Paris) preisgekrönte Gittertor bei der Spitalkirche mit der umgebenden Mauer entsprechend des geplanten Leitbildes zu sanieren.

Am 19. März 2025 wurde dieses Leitbild im Rathaussitzungsaal für die Innenstadt vorgestellt und es wurde darüber diskutiert.
Natürlich waren dabei für die Betroffenen auch die Schutzzonen ein Thema, denn das Leitbild läßt sich ohne die Leitlinien der Schutzzonen (Schutzzonenregelungen) schwer durchführen.

Zur besseren Orientierung was das Leitbild und die Leitlinien für die Schutzzonen sind, hier Ausschnitte aus dem Leitbild und den Schutzzonen dazu. Für Laien ist es sicher schwer abzuschätzen was Leitlinien sind und was ein Leitbild.

Dies sind die Aussagen zur Innenstadt beim Leitbild:

Das sind eigentlich reine „Überschriften“ – denn beim Hohen Markt fehlt weiter jede praktikable Lösung. Etablierung neuer Modelle der Revitalisierung – das wird schon sehr lange so verfolgt, selbst ein Russe wurde dabei schon in den Himmel gelobt. Daß man mit solchen „Überschriften“ keinen jungen Menschen überzeugen kann sollte doch klar sein.

Schon im Oktober 2018 wurde das „Erfolgsmodell Hoher Markt“ groß „eröffnet“ – der Herr Bürgermeister meinte damals:

Wer „alles davon sehen“ will ist hier im BLOG dazu eingeladen:

Zurück im Jahr 2025:
Konkreter wird es dann schon, was man den Besitzern von Grundstücken und Immobilien in der Innenstadt vorschreiben will – über die Schutzzonen.

Wichtige Details für die Hausbesitzer aber auch für die stadtbildinteressierte Bevölkerung sind leider nur in „Überschriften“ erklärt:

Alleine die Bezeichnung „Schutzzone – Sonderzone“ ist ein „Leckerbissen“ von Transparenz

Natürlich gibt es auch Entwürfe, welche im Internet für die Allgemeinheit noch nicht einsehbar sind. Für die Bausperre gedacht, aber scheinbar auch in Diskussion für spätere Leitlinien. Hier gibt es massive Eingriffe in die Eigentumsverhältnisse der Besitzer der Innenstadthäuser – voraussichtlich vor Gerichten in dieser Art nicht haltbar. Aber es sind erst Entwürfe, der Beschluss im Gemeinderat ist noch nicht erfolgt:
Hier der Stand des Entwurfes vom 21. Februar 2025

Daß hier einiges zu diskutieren war, war vorprogrammiert:
Einige der Vorhaben aus den Leitlinien Schutzzone – aus der schriftlichen Ausführung:

So soll beschlossen werden, daß Sende- und Empfagsanlagen jeglicher Art nicht sichtbar und erkennbar errichtet werden dürfen. So würden die zu erwartende Entwicklung der Technik derartiger moderner Einrichtungen (5G und 6G) für Innenstadt-Hausbesitzer und deren Mieter verhindert und die Bürger in- und außerhalb der Schutzzone ungleich behandelt werden.

Und auch bei den Photovoltaikanlagen sollen die Hausbesitzer in der neu zu schaffenden Schutzzone benachteiligt werden.

Es sind zwar Photovoltaikanlagen möglich, aber wesentlich eingeschränkt und daher meist auch weniger wirksam. Wie passt das eigentlich mit den Förderungen des Ausbau der Photovoltaik zusammen?

Wie wird das in anderen historischen Städten gehandhabt?
Die Konditorei Zauner in Ischl ist weltberühmt. Für eine wirtschaftliche Weiternetwicklung (Ausbau eines zusätzlichen Betriebes in der Innenstadt) wurde eine große Photovoltaikanlage nötig:

Screenshot
Sicher nicht schön, und von den umliegenden Hügeln auch gut zu sehen.
Aber auf Grund der Strompreisentwicklung leider erforderlich. Innenstädte dürfen weder Museen noch „Disney Lands“ werden. Sonst sterben sie aus, denn ohne Wohnbevölkerung und ohne wirtschaftlich zu führende Betriebe ist „Lebendige Innenstadt“ nicht möglich.

Dieses 30 Jahre alte Video, über die Entwicklung Waidhofens, warnte:

Was seitdem geschah ist auch hier nachzulesen:

Praktische Auswirkungen der Leitlinien zu den geplanten Schutzzonen:
Bezüglich sichtbarer Sendeanlagen, ist auch der Kirch- und Stadtturm von Waidhofen / Ybbs ein gutes Beispiel. Auch nicht schön, auch auf einem denkmalgeschützen Gebäude und trotzdem nötig um die Innenstadt mit modernster Technik zu versorgen. Und die Technik bleibt auch nicht stehen.
Und nebenbei gesagt – den meisten fällt das gar nicht störend auf.

Hier eine bildliche Domumentation:

Kurze Information: Diese Innenstadt-Diskussionsveranstaltung zum Leitbild am 19. März 2025 war geprägt von Diskussionen, welche wenig mit der Innenstadt zu tun hatten.
Z.B. Die Schauwerkstätte des Club 598 war Hauptthema der Einführung.

Neben dem magistratlich Verantwortlichen zum Leitbild und dem Herrn Bürgermeister, dem 1. Vizebürgermeister und einem Gemeinderat waren auch noch der Innenstadtkoordinator, der Stadtmarketingobmann samt Mitarbeiterin und einige nicht in der Innenstadt wohnende Interessierte.

Nur gezählte 4 (vier) direkt Betroffene, (in der Innenstadt wohnende), waren anwesend. Und nur 2 davon sind auch Hausbesitzer in der Innenstadt. Auch der Grund dieser geringen Anzahl Interessierter wurde dann sehr ausführlich diskutiert.

Jedenfalls scheint es noch einige Punkte zu geben, die zu klären wären. Noch mehr Bedarf besteht übrigens bei den noch nicht beschlossenen Schutzzonen.

Das Bild über die Veranstaltung der Innenstadt hier in den Bezirksblättern – wer vor Ort war, wird sich dabei vielleicht etwas wundern:

Wo aber zuerst die Hebel anzusetzen wären, soll diese kleine Doku aufzeigen:

Gedenktafel direkt beim Gittertor neben der Spitalkirche

Dieser Bereich der Stadt ist die sehr stark frequentierte Südeinfahrt (vom Ybbstal kommend) beim Kreisverkehr Spitalkirche und daher so etwas wie die „Visitenkarte“ einer Stadt.

Wie hat dies vor rund 70 Jahren ausgesehen ?

Eine Sanierung fand um die Zeit von 800 Jahre Waidhofen / Ybbs statt (1986) wodurch sich ein sehr einladender Anblick ergab. Fotos Karl Piaty (geb. 1910)

Seit Jahren verschlechtert sich allerdings der Zustand der Mauer, hier Bilder aus dem Archiv des Kulturkreis Freisingerberg aus der „Corona-Zeit“!

Ein Piaty BLOG hat diese Bilder (oben) veröffentlicht, um hier eine nötige Sanierung aufzuzeigen. Leider wird der Zustand immer schlechter, inzwischen sind die Fensterflügel geschlossen und die Mauer scheint bald (Gefahr in Verzug?) baufällig zu werden:

Und so ist im Jubiläumsjahr 2025 des „international ausgezeichneten Weltausstellungsgitter“ die Situation dem Stadtbild wohl nicht mehr sonderlich zugetan. Und auch hier werden die Mauersprünge immer größer.

Zustand am 23. Jänner 2025

Dieses Gitter zeigt auch die hohe Qualität der Schulausbildung an der 1900 gegründeten HTL in Waidhofen / Ybbsdie Genktafel zeigt dies auf.

Der Kulturkreis Freisingerberg würde sich freuen, wenn im 100 jährigen Gedenkjahr dieses Gitter samt Beschreibung mehr in das Bewußtsein der Waidhofnerinnen und Waidhofner gerückt werden könnte.

Vielleicht findet sich auch aus dem Kuratorium der HTL jemand, der sich für die Sache im Interesse der historischen Erinnerungen an Höchstleistungen der Schule in Verbindung auch mit dem historischen Waidhofner Stadtbild einsetzt.

Hinter dem „Weltausstellungs-Gitter“ befindet sich ein sehr gut erhaltener Teil der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert.

Peter Behrens, nach dessen Entwürfen die Waidhofner Schüler und Professoren das Gitter herstellten, gilt heute noch als Erfinder des Corporete Designs:
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Behrens

Wem Peter Behrens kein Begriff ist, dem seien diese Videos empfohlen:

Hier eine kleine Bildgalerie vom „Impuls Quartier“ vom 24. Jänner 2025Eröffnung war am 9. November 2024:

Warum trägt der historische Komplex des einstigen Waidhofner Bürgerspital nun den Namen „Impuls Quartier“? Die Stadt scheint hier der Entwicklung der deutschen Sprache zu folgen. Rene Benko hat seinen Altstadtkomplex in Wien auch als „Quartier“ bezeichnet, auf Grund der guten Wirtschaftlichkeit aber hervorhebend als „Goldenes Quartier“!

Das „Goldene Quartier“ von Rene Benko in der Wiener Innenstadt entsteht !
Heute denken viele schon anders über diese „Entwicklungen“!
Ausschnitt aus einem Artikel des „Falter“!

Aber 2025 hat auch weitere 100 Jahrjubiläen für Waidhofen / Ybbs parat.
Der größte Dampfbackofen Österreichs, der auch noch 2025 im Vollbetrieb ist, wurde 1925 in Waidhofen / Ybbs errichtet und 1945 von der russischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und Tag- und Nacht darauf gebacken.

Dieser Zeitungsbericht ist 30 Jahre alt, aber auch 2025 voll gültig

Warum ist der Denkmalschutz in Waidhofen / Ybbs ein großes Thema des Bundesdenkmalamtes. Weil übertriebener Denkmalschutz in der Stadt nur durch eine oberstgerichtliche Entscheidungen verhindert werden konnte:

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