Allgemein

Pflaster im Archiv

Die Pflasterung der „Fahrbahnen“ der Innenstadt von Waidhofen / Ybbs stand von Anfang an (2000) in der berechtigten Kritik.

Hochkarätige Pflasterfachleute wie der europäische Pflasterpapst Dipl Ing. Erich Lanicca (Schweiz) und hochkarätige Juristen wie der für Gewährleistungen und Schadensfälle spezialisierte RA Dr. Christian Stocker (heute Bundeskanzler in Österreich) warnten schon im Jahr 2000 und gaben gute Ratschläge.

Doch die Politiker der Stadt (mit Ausnahme der FPÖ) hielten sich nicht daran und ließen auch die Fahrbahnen mit geschnittenen Wr. Würfel „pflastern“.
Noch vor der Eröffnung gab es die ersten Schadensbehebungen und verständlicherweise schwer enttäuschte Geschäftsleute:

Besonders exakt konnte die Fa. Unimarkt belegen, wie sich das alles auf den Geschäftsgang auswirkte. Sie klagte nach der Pflasterung die Stadt, 2 Gerichtsverhandlungen im Landesgericht St. Pölten wurden anberaumt und immer kurz vor Verhandlungsbeginn abgesagt. Die Fa. Unimarkt zog die Konsequenzen und schloß ihr Geschäft in der Innenstadt.

Unimarkt hatte zu große Umsatzeinbußen und erkannte sehr gut, daß das Pflaster die Kundenfreundlichkeit (Kinderwägen, ältere Personen usw. auch in der Zukunft zu stark einschränken wird und die schon damals sehr hohen Parkgebühren der Innenstadt auf Dauer schaden werden .
So sahen die Vorgaben für Pflasterstärken im Jahre 1999 aus

Doch statt sich mit der Pflasterung endlich kritisch zu befassen, wurden weitere „Jubelmeldungen“ forciert, historische Fotos zum Beweis für spätere Generationen veröffentlicht:

Vielleicht wird man den „Reservestein“ bald brauchen – im Mai 2025 stehen ja die nächsten Arbeiten an.

Daß ein Wr. Würfel (durchgeschnitten daher nur 9 cm Plattenstärke) für Fahrbahnen mit LKW Verkehr ungeeignet ist – war auch schon im Jahr 1999 bekannt:

Bürgermeister Wolfgang Mair wurde schlecht beraten, als er in den amtlichen Nachrichten solche Berechnungen veröffentlichen ließ. Warum dies alles so kritiklos hingenommen wurde ist auch heute noch unverständlich.
Die war einer der ersten NÖ weiten Artikel zum Waidhofner Pfasterproblen – darin bestätigte der Bürgermeister sehr offen, daß sich nur die FPÖ der Stimme enthalten hatte.

Daß der „Wr. Würfel“ auch in Wien immer mehr zurückgedrängt wird, wurde 2024 klar, als diese Art der Pflasterung nach jahrzehntelangen „Ausbesserungen mit Teer“ auch am Michaelerplatz ersetzt wurde.

Die neuen Pflasterungen in Wien (Kärtnerstrasse, Graben, Mariahilferstasse, Michaelsplatz usw.) wurde nunmehr mit 14 cm dicken Granisteinen ausgeführt, der Wiener Würfel ist weitgehend verschwunden.

Daher ist sicher die Frage erlaubt:
Warum dürfen die Fahrbahnen in der Waidhofner Innenstadt nicht so wie der befahrbare Boden des Schloßhofes und die „architektonische Zunge“ zwischen Wetterhaus und Pfarrhof ausgeführt werden? Denn dieser Belag ist haltbar, nett anzusehen und rasch und kostengünstig zu erstellen.

Sowohl Prof. Hans Hollein als auch Architekt Dipl Ing. Ernst Beneder haben in Waidhofen / Ybbs vorgezeigt, wie schön man heute alte Plätze auch mit preisgünstigen und gut bearbeitenden Boden-Belägen ausstatten kann.

Bilder sagen auch hier mehr als 1000 Worte

Näheres zum 25 Jahrjubiläum am Ostersonntag 2025:

Und was erwartet die Geschäfte der Innenstadt ab Mai 2025 ?

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