Medizinalrat Dr. Günter Schuhfried ist am 5. Dezember 2025 gestorben. Wir gedenken am Mittwoch dem 17. Dezember um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Waidhofen / Ybbs gemeinsam mit seiner Familie unserem Gründungsmitglied und jahrzehntelangen Freund, Berater und Weggefährten.
Als langjähriger Freund von Dr. Günter Schuhfried will ich heute ein paar Zeilen schreiben, obwohl mir das sehr schwer fällt. Denn der Herr Doktor war mehr als ein Freund, er war Hausarzt, Berater und öfters auch „Seelsorger“.
Und Günter war mehr als nur für mich ein Freund. Für ihn waren alle seine vielen Patienten auch Freunde. Denn er behandelte jeden der zu ihm kam, auf das Beste. Ob 2 Tage jung oder 90 Jahre alt – alle wurden mit Hingabe und Fachwissen aufmerksam behandelt.
Und das war nicht nur in der Ordination so, ich erinnere mich da an viele Anrufe, die ihn nach den Ordinationszeiten erreichten. So war er eben. Nach einem schweren Arbeitstag saß er bei seiner geliebten Tomatensuppe oder einer einfachen Pizza. Das Handy läutet und eine besorgte Mutter bittet ihn um Hilfe. Er legt den Löffel beiseite, hört sich das Problem an und gibt in ruhigem Ton gute Tips – sein Hausrezept war oft – „geben sie ihm Himbeersaft und Soletti“ – und wenn es nicht besser wird kommen sie morgen in die Ordination.
Oftmals war es auch dramatischer: Da sprang Günter auf, rannte zur Tür hinaus – eben in die Ordination. Die Schilderungen über die Symptome eines Kindes hatten ihn total aufgerüttelt, er wusste, dass nun rasche Hilfe nötig ist – und tatsächlich lagen seine kleinen Patienten manchmal sehr rasch im Rettungswagen nach Linz, seine Diagnose hatte offensichtlich wieder einmal ein junges Leben gerettet.
Er hatte sich in all den Jahren als Arzt einfach den Blick für das Wesentliche angeeignet und arbeitete nebenbei auch an Forschungsarbeiten. Seine Liebe galt vielen Themen – von der Eisenbahn über das Fotografieren bis hin zum Blick auf die Zukunft der Welt. Er hinterfragte Alles, wir diskutierten oft stundenlang, oft auch ohne auf ein Ergebnis zu kommen.
Aber ich habe auch seine schwerste Stunde miterlebt, denn diese war wahrscheinlich nicht der Tod, sondern die Aufgabe seiner Ordination. Er war wie ausgewechselt, als er die Bilder von Herbert Petermandl von der Wand nehmen mußte, seinen „Lokomotiven Eingangsbereich“ schwinden sah. Als er die rund 24.000 Patientenkarteien entfernen mußte, da schien das Leben für ihn zu Ende. Denn mit 75 kann man zwar in Österreich Bundespräsident werden oder wie in den USA die ganze Welt beherrschen wollen – für einen guten, leider alt gewordenen Arzt ist kein Platz mehr in unserer Gesellschaft.
Aber er hat sich rasch erholt, stürzte sich noch mehr in die Forschung und hatte wieder Freude daran, seine geliebte Tomatensuppe zu essen. Doch all zu rasch kam die Zeit seiner schweren Krankheit. Und auch hier war er ein ungewöhnlicher Mensch. Immer wenn er von einem Krankenhausaufenthalt zurückkam, nie sprach er offen über seine Krankheit. Er sprach immer nur von der guten Behandlung die ihm überall erbracht wird, wie sich Ärzte und Schwestern so sehr um ihn bemühten.
Und auch seine Kurzurlaube mit seiner Familie gaben ihm in dieser Zeit viel Rückhalt, bei 3 Töchtern und 4 Buben als Enkeln genoß er diese Zeit sichtlich, erzählte immer ganz stolz davon.
Doch dann gab es ein letztes Telefongespräch zwischen uns – kurz und bündig – da wusste ich 2 Tage vor seinem Tod – jetzt bleibt seine geliebte Tomatensuppe für immer kalt. Und als ich dann in der Nacht auf den Nikolotag als einer der ersten von der Familie erfuhr, dass er unsere Welt endgültig verlassen hat, brach auch für mich eine Welt zusammen. Ich plane 2026, zu seinem 80. Geburtstag einen Bildband über ihn zu erstellen und hoffe, dass er mir dabei die Hand führen wird.
Günter, es war eine schöne Zeit – Ruhe in Frieden.
Und so soll Udo Jürgens für Günter zum Abschied spielen und singen: Am 7. Dezember 2014 sang Udo Jürgens dieses Lied in Zürich. Es sollte das letzte mal sein, denn nur wenige Tage nach diesem emotionalen letzten Auftritt verstarb Udo Jürgens unerwartet am 21. Dezember 2014 mit ebenfalls 80 Jahren.
Medizinalrat Dr. Günter Schuhfried ist am 5. Dezember 2025 gestorben.
Wir gedenken am Mittwoch dem 17. Dezember um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche Waidhofen / Ybbs gemeinsam mit seiner Familie unserem Gründungsmitglied und jahrzehntelangen Freund, Berater und Weggefährten.
Karl Piaty sen. in tiefer Trauer:
Als langjähriger Freund von Dr. Günter Schuhfried will ich heute ein paar Zeilen schreiben, obwohl mir das sehr schwer fällt. Denn der Herr Doktor war mehr als ein Freund, er war Hausarzt, Berater und öfters auch „Seelsorger“.
Und Günter war mehr als nur für mich ein Freund. Für ihn waren alle seine vielen Patienten auch Freunde. Denn er behandelte jeden der zu ihm kam, auf das Beste. Ob 2 Tage jung oder 90 Jahre alt – alle wurden mit Hingabe und Fachwissen aufmerksam behandelt.
Und das war nicht nur in der Ordination so, ich erinnere mich da an viele Anrufe, die ihn nach den Ordinationszeiten erreichten. So war er eben. Nach einem schweren Arbeitstag saß er bei seiner geliebten Tomatensuppe oder einer einfachen Pizza. Das Handy läutet und eine besorgte Mutter bittet ihn um Hilfe. Er legt den Löffel beiseite, hört sich das Problem an und gibt in ruhigem Ton gute Tips – sein Hausrezept war oft – „geben sie ihm Himbeersaft und Soletti“ – und wenn es nicht besser wird kommen sie morgen in die Ordination.
Oftmals war es auch dramatischer: Da sprang Günter auf, rannte zur Tür hinaus – eben in die Ordination. Die Schilderungen über die Symptome eines Kindes hatten ihn total aufgerüttelt, er wusste, dass nun rasche Hilfe nötig ist – und tatsächlich lagen seine kleinen Patienten manchmal sehr rasch im Rettungswagen nach Linz, seine Diagnose hatte offensichtlich wieder einmal ein junges Leben gerettet.
Er hatte sich in all den Jahren als Arzt einfach den Blick für das Wesentliche angeeignet und arbeitete nebenbei auch an Forschungsarbeiten. Seine Liebe galt vielen Themen – von der Eisenbahn über das Fotografieren bis hin zum Blick auf die Zukunft der Welt. Er hinterfragte Alles, wir diskutierten oft stundenlang, oft auch ohne auf ein Ergebnis zu kommen.
Aber ich habe auch seine schwerste Stunde miterlebt, denn diese war wahrscheinlich nicht der Tod, sondern die Aufgabe seiner Ordination. Er war wie ausgewechselt, als er die Bilder von Herbert Petermandl von der Wand nehmen mußte, seinen „Lokomotiven Eingangsbereich“ schwinden sah. Als er die rund 24.000 Patientenkarteien entfernen mußte, da schien das Leben für ihn zu Ende. Denn mit 75 kann man zwar in Österreich Bundespräsident werden oder wie in den USA die ganze Welt beherrschen wollen – für einen guten, leider alt gewordenen Arzt ist kein Platz mehr in unserer Gesellschaft.
Aber er hat sich rasch erholt, stürzte sich noch mehr in die Forschung und hatte wieder Freude daran, seine geliebte Tomatensuppe zu essen. Doch all zu rasch kam die Zeit seiner schweren Krankheit. Und auch hier war er ein ungewöhnlicher Mensch. Immer wenn er von einem Krankenhausaufenthalt zurückkam, nie sprach er offen über seine Krankheit. Er sprach immer nur von der guten Behandlung die ihm überall erbracht wird, wie sich Ärzte und Schwestern so sehr um ihn bemühten.
Und auch seine Kurzurlaube mit seiner Familie gaben ihm in dieser Zeit viel Rückhalt, bei 3 Töchtern und 4 Buben als Enkeln genoß er diese Zeit sichtlich, erzählte immer ganz stolz davon.
Doch dann gab es ein letztes Telefongespräch zwischen uns – kurz und bündig – da wusste ich 2 Tage vor seinem Tod – jetzt bleibt seine geliebte Tomatensuppe für immer kalt. Und als ich dann in der Nacht auf den Nikolotag als einer der ersten von der Familie erfuhr, dass er unsere Welt endgültig verlassen hat, brach auch für mich eine Welt zusammen. Ich plane 2026, zu seinem 80. Geburtstag einen Bildband über ihn zu erstellen und hoffe, dass er mir dabei die Hand führen wird.
Günter, es war eine schöne Zeit – Ruhe in Frieden.
Und so soll Udo Jürgens für Günter zum Abschied spielen und singen:
Am 7. Dezember 2014 sang Udo Jürgens dieses Lied in Zürich. Es sollte das letzte mal sein, denn nur wenige Tage nach diesem emotionalen letzten Auftritt verstarb Udo Jürgens unerwartet am 21. Dezember 2014 mit ebenfalls 80 Jahren.
Nachruf des Ybbstalers: https://www.der-ybbstaler.at/b/guenter-schuhfried-ein-leben-fuer-die-kindermedizin/
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