Das Jahr 2026 brachte auch für die Kaisertage in Bad Ischl einige witterungsbedingte Neuheiten. Die große Trockenheit und die Hitze machten Änderungen notwendig: Keine Dampflokomotive wegen der Brandgefahr in der ausgedörrten Landschaft, kein Zwölfer-Pferdegespann wegen der großen Hitze – und schließlich mischte sich auch noch Regen in den Kaiserbummel und in das Programm rund um die Kaisermesse.
Doch ausgerechnet zu den entscheidenden Stunden zeigte sich das Wetter versöhnlich. Für jeweils rund zwei Stunden machten Hitze und Regen Pause und ermöglichten es Piaty Video, die wichtigsten Ereignisse rund um den Kaisergeburtstag „trocken“ zu dokumentieren.
Einer der Höhepunkte war am 18. August 2026, dem 196. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I., die traditionelle Kaisermesse in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Sie bildete zugleich den feierlichen Abschluss der Kaisertage 2026.
Zelebriert wurde die Messe von Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising. Und gerade der zweite Teil dieses Titels – Freising – ließ für einen Besucher aus Waidhofen an der Ybbs plötzlich eine jahrhundertealte Verbindung lebendig werden.
Denn Freising und Waidhofen an der Ybbs verbindet wesentlich mehr als die heutige Städtepartnerschaft.
Karl Piaty konnte Kardinal Marx in Bad Ischl in einem kurzen persönlichen Gespräch auf diese besondere Beziehung hinweisen. Dabei zeigte sich: Der Kardinal wusste sehr wohl über die Städtepartnerschaft und die historischen Beziehungen zwischen Freising und Waidhofen Bescheid.
Fast 800 Jahre unter Freisinger Herrschaft
Die Verbindung reicht mehr als tausend Jahre zurück. Bereits um 996 bis 1000 erhielt das Hochstift Freising Besitzungen im Ybbstal. Die Stadt Waidhofen selbst führt diesen Einschnitt heute in ihrem offiziellen historischen Überblick an.
1033 wurden die Freisinger Besitzungen im Gebiet des Ybbstales durch eine Schenkung Kaiser Konrads II. noch wesentlich erweitert. Damit begann eine Entwicklung, die Waidhofen über viele Jahrhunderte prägen sollte.
Nach dem Aussterben der Grafen von Peilstein im Jahr 1218 fielen die zuvor von ihnen gehaltenen Besitzungen wieder an Freising zurück. In den folgenden Jahrzehnten wurde Waidhofen planmäßig ausgebaut und entwickelte sich zum politischen, wirtschaftlichen und administrativen Mittelpunkt der Freisinger Besitzungen im oberen Ybbstal.
Die Verbindung war also keineswegs nur kirchlicher Natur. Der Bischof von Freising war zugleich Grund- und Landesherr. Freisinger Pfleger verwalteten von Waidhofen aus die Besitzungen, Rechtsprechung und wirtschaftliche Entwicklung waren über Jahrhunderte eng mit dem Hochstift verbunden.
Eine besonders bedeutende Gestalt war der Freisinger Bischof Berthold von Wehingen, der gleichzeitig Kanzler der österreichischen Herzöge war. Um 1400 ließ er Waidhofen stark befestigen; insgesamt 13 Türme gehörten zum Verteidigungssystem.
Damit hinterließen die Freisinger Bischöfe Spuren, die im Stadtbild bis heute erkennbar sind.
Der Freisinger Mohr verbindet beide Städte
Der wohl sichtbarste Hinweis begegnet den Waidhofnern aber bis heute täglich: der Mohrenkopf im Waidhofner Stadtwappen.
Er geht unmittelbar auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Herrschaftsgebiet des Bistums Freising zurück. Auch Freising selbst führt den sogenannten Freisinger Mohren als historisches Symbol. Um 1300 erscheint er im Wappen der Freisinger Bischöfe.
So trägt Waidhofen gewissermaßen bis heute ein Stück Freising in seinem eigenen Wappen.
Die Ybbs bildete dabei sogar eine politische Grenze: Waidhofen am linken Ybbsufer gehörte zu Freising, Zell auf der anderen Seite zum Hochstift Passau. Zwei große bayerische Bistümer begegneten einander damit unmittelbar an der Ybbs. Erst 1972 wurden Waidhofen und Zell zu einer Gemeinde vereinigt.
Vom Mittelalter bis zur Säkularisation
Diese Freisinger Epoche dauerte erstaunlich lange. Erst die großen politischen Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts beendeten sie.
1802/1803 wurde im Zuge der Säkularisation das weltliche Territorium des Freisinger Fürstbischofs aufgelöst. Damit endete auch die jahrhundertelange Herrschaft Freisings über Waidhofen. In Freising selbst wurde der Bischofssitz später nach München verlegt; 1821 entstand das Erzbistum München und Freising.
Und genau an dessen Spitze steht heute Kardinal Reinhard Marx.
Damit schloss sich bei der Kaisermesse in Bad Ischl auf beinahe unerwartete Weise ein großer historischer Kreis:
Der heutige Erzbischof von München und Freising zelebriert am 18. August 2026 die Kaisermesse für Kaiser Franz Joseph – und trifft dort auf einen Waidhofner, dessen Heimatstadt über Jahrhunderte von den Vorgängern der Freisinger Bischöfe geprägt wurde.
Aus der mittelalterlichen Herrschaft ist längst eine freundschaftliche Verbindung geworden. Die heutige Städtepartnerschaft zwischen Waidhofen an der Ybbs und Freising knüpft bewusst an diese gemeinsame Vergangenheit an. Auch eine Sonderausstellung des Musealvereins Waidhofen widmete sich bereits ausführlich der ehemaligen Grundherrschaft des Bistums Freising und der erneuerten Partnerschaft.
So war das kurze Gespräch mit Kardinal Marx in Bad Ischl mehr als nur eine zufällige Begegnung am Rande einer Kaisermesse.
Für einige Augenblicke trafen sich dort Bad Ischl, München, Freising und Waidhofen an der Ybbs – und mit ihnen mehr als tausend Jahre Geschichte.
Und vielleicht ist gerade das eine der schönen Seiten solcher traditionellen Veranstaltungen: Man erinnert sich nicht nur an Kaiser Franz Joseph und die Geschichte der Monarchie. Man entdeckt dabei auch jene oft beinahe vergessenen historischen Verbindungen wieder, die unsere Städte bis heute geprägt haben.
Freising ist für Waidhofen an der Ybbs eben nicht irgendeine Partnerstadt in Bayern. Ein Stück Freisinger Geschichte steckt bis heute im Waidhofner Stadtbild, im Schloss, auf dem Freisingerberg und in der Entwicklung der Stadt – und sogar in ihrem Wappen.
Das Jahr 2026 brachte auch für die Kaisertage in Bad Ischl einige witterungsbedingte Neuheiten. Die große Trockenheit und die Hitze machten Änderungen notwendig: Keine Dampflokomotive wegen der Brandgefahr in der ausgedörrten Landschaft, kein Zwölfer-Pferdegespann wegen der großen Hitze – und schließlich mischte sich auch noch Regen in den Kaiserbummel und in das Programm rund um die Kaisermesse.
Doch ausgerechnet zu den entscheidenden Stunden zeigte sich das Wetter versöhnlich. Für jeweils rund zwei Stunden machten Hitze und Regen Pause und ermöglichten es Piaty Video, die wichtigsten Ereignisse rund um den Kaisergeburtstag „trocken“ zu dokumentieren.
Einer der Höhepunkte war am 18. August 2026, dem 196. Geburtstag von Kaiser Franz Joseph I., die traditionelle Kaisermesse in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Sie bildete zugleich den feierlichen Abschluss der Kaisertage 2026.
Zelebriert wurde die Messe von Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising. Und gerade der zweite Teil dieses Titels – Freising – ließ für einen Besucher aus Waidhofen an der Ybbs plötzlich eine jahrhundertealte Verbindung lebendig werden.
Denn Freising und Waidhofen an der Ybbs verbindet wesentlich mehr als die heutige Städtepartnerschaft.
Karl Piaty konnte Kardinal Marx in Bad Ischl in einem kurzen persönlichen Gespräch auf diese besondere Beziehung hinweisen. Dabei zeigte sich: Der Kardinal wusste sehr wohl über die Städtepartnerschaft und die historischen Beziehungen zwischen Freising und Waidhofen Bescheid.
Fast 800 Jahre unter Freisinger Herrschaft
Die Verbindung reicht mehr als tausend Jahre zurück. Bereits um 996 bis 1000 erhielt das Hochstift Freising Besitzungen im Ybbstal. Die Stadt Waidhofen selbst führt diesen Einschnitt heute in ihrem offiziellen historischen Überblick an.
1033 wurden die Freisinger Besitzungen im Gebiet des Ybbstales durch eine Schenkung Kaiser Konrads II. noch wesentlich erweitert. Damit begann eine Entwicklung, die Waidhofen über viele Jahrhunderte prägen sollte.
Nach dem Aussterben der Grafen von Peilstein im Jahr 1218 fielen die zuvor von ihnen gehaltenen Besitzungen wieder an Freising zurück. In den folgenden Jahrzehnten wurde Waidhofen planmäßig ausgebaut und entwickelte sich zum politischen, wirtschaftlichen und administrativen Mittelpunkt der Freisinger Besitzungen im oberen Ybbstal.
Die Verbindung war also keineswegs nur kirchlicher Natur. Der Bischof von Freising war zugleich Grund- und Landesherr. Freisinger Pfleger verwalteten von Waidhofen aus die Besitzungen, Rechtsprechung und wirtschaftliche Entwicklung waren über Jahrhunderte eng mit dem Hochstift verbunden.
Eine besonders bedeutende Gestalt war der Freisinger Bischof Berthold von Wehingen, der gleichzeitig Kanzler der österreichischen Herzöge war. Um 1400 ließ er Waidhofen stark befestigen; insgesamt 13 Türme gehörten zum Verteidigungssystem.
Damit hinterließen die Freisinger Bischöfe Spuren, die im Stadtbild bis heute erkennbar sind.
Der Freisinger Mohr verbindet beide Städte
Der wohl sichtbarste Hinweis begegnet den Waidhofnern aber bis heute täglich: der Mohrenkopf im Waidhofner Stadtwappen.
Er geht unmittelbar auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Herrschaftsgebiet des Bistums Freising zurück. Auch Freising selbst führt den sogenannten Freisinger Mohren als historisches Symbol. Um 1300 erscheint er im Wappen der Freisinger Bischöfe.
So trägt Waidhofen gewissermaßen bis heute ein Stück Freising in seinem eigenen Wappen.
Die Ybbs bildete dabei sogar eine politische Grenze: Waidhofen am linken Ybbsufer gehörte zu Freising, Zell auf der anderen Seite zum Hochstift Passau. Zwei große bayerische Bistümer begegneten einander damit unmittelbar an der Ybbs. Erst 1972 wurden Waidhofen und Zell zu einer Gemeinde vereinigt.
Vom Mittelalter bis zur Säkularisation
Diese Freisinger Epoche dauerte erstaunlich lange. Erst die großen politischen Veränderungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts beendeten sie.
1802/1803 wurde im Zuge der Säkularisation das weltliche Territorium des Freisinger Fürstbischofs aufgelöst. Damit endete auch die jahrhundertelange Herrschaft Freisings über Waidhofen. In Freising selbst wurde der Bischofssitz später nach München verlegt; 1821 entstand das Erzbistum München und Freising.
Und genau an dessen Spitze steht heute Kardinal Reinhard Marx.
Damit schloss sich bei der Kaisermesse in Bad Ischl auf beinahe unerwartete Weise ein großer historischer Kreis:
Der heutige Erzbischof von München und Freising zelebriert am 18. August 2026 die Kaisermesse für Kaiser Franz Joseph – und trifft dort auf einen Waidhofner, dessen Heimatstadt über Jahrhunderte von den Vorgängern der Freisinger Bischöfe geprägt wurde.
Aus der mittelalterlichen Herrschaft ist längst eine freundschaftliche Verbindung geworden. Die heutige Städtepartnerschaft zwischen Waidhofen an der Ybbs und Freising knüpft bewusst an diese gemeinsame Vergangenheit an. Auch eine Sonderausstellung des Musealvereins Waidhofen widmete sich bereits ausführlich der ehemaligen Grundherrschaft des Bistums Freising und der erneuerten Partnerschaft.
So war das kurze Gespräch mit Kardinal Marx in Bad Ischl mehr als nur eine zufällige Begegnung am Rande einer Kaisermesse.
Für einige Augenblicke trafen sich dort Bad Ischl, München, Freising und Waidhofen an der Ybbs – und mit ihnen mehr als tausend Jahre Geschichte.
Und vielleicht ist gerade das eine der schönen Seiten solcher traditionellen Veranstaltungen: Man erinnert sich nicht nur an Kaiser Franz Joseph und die Geschichte der Monarchie. Man entdeckt dabei auch jene oft beinahe vergessenen historischen Verbindungen wieder, die unsere Städte bis heute geprägt haben.
Freising ist für Waidhofen an der Ybbs eben nicht irgendeine Partnerstadt in Bayern. Ein Stück Freisinger Geschichte steckt bis heute im Waidhofner Stadtbild, im Schloss, auf dem Freisingerberg und in der Entwicklung der Stadt – und sogar in ihrem Wappen.
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