Pflaster und die Politik

Die NÖN Ybbstal hat aktuell (23. März 2017) die Waidhofer Bürgermeinung zum Innenstadtpflaster eingeholt. Es verwundert doch, dass noch immer fast 20 % die Pflasterung für richtig erachten. Eine „ewige Baustelle“, weiter oft wochenlang vor den Geschäften der Innenstadt aufzubauen, nur um eine Fehlplanung eines ehemaligen Bürgermeisters „durchzusitzen“? So wirbt das Stadtmarketing derzeit: “ Wenn die Frühlingssonne Einzug hält, ist ein Stadtspaziergang ein echtes Vergnügen. In den Schaufenstern und Geschäften der Altstadt, macht die neue Mode Lust auf den Frühling!“
Und wie begleitet wochenlang die „Baustellen Akustik“  dazu die Gäste ?

Die nunmehrige „starre Verlegung“ bringt große Erschwernisse bei Reparaturarbeiten – glaubt man wirklich, dass alle Gemeinde- Wasserleitungen und Gemeindekanäle in Waidhofen schadensresistent sind?
Ist das Beispiel Wienerstraße schon vergessen ?

NÖN Umfrage 23. März 2017 zum Pflaster

Weiter in der NÖN vom 23. März 2017: Der darin verwendete Satz –  „…. Stadtsenat nun via Dringlichkeitsverfügung …..“ – scheint allerdings ein Mißverständnis zu sein, dürfte von Kontrollausschußobmann Ing. Michael Elsner so nicht getätigt worden sein.
NÖN 23.3. Pflaster Elsner

Der politische Diskurs über die Pflastersanierung brachte es am 23. März 2017 dann bereits auf die Titelseite des Ybbstalers.

Elsner Pflaster Ybbstaler 23.3.2017

Ausschnitt davon:

Ausschnitt Elsner Ybbstaler Pflaster

Für die Pflasterung wurde  offensichtlich aus „Dringlichkeit“ eine ordentliche Stadtsenatsitzung einberufen. Wie soche  Überlegungen zustandekommen, und dass sogar eine „Dringlichkeitsverfügung“ im Raum stand, zeigt dieses interne Papier aus dem Bürgermeisterbüro, welches allerdings im Facebook „landete“ und damit öffentlich ist. Internes Papier der Gemeinde zur Pflasterung, veröffentlicht auf Facebook

Bei nur einem Tagesordnungspunkt ist diese „Dringlichkeit“   leicht nachvollziehbar. Dies  geht aus dem diesbezüglichen Protokoll der Stadtsenatssitzung klar hervor.
Stadtsenat 6. März zu Pflaster
Sollte bei diesem einen Tagesordnungspunkt  auch der Stadtrat für Infrastruktur dabei gewesen sein, wäre dieser nunmehr zu den entstehenden Mehrkosten (aufbrechen der nunmehr starren  30 cm dicken und ohne Dehnfugen versehenen „Pflasterfläche“ bei Infrastukturreparaturen wie Wasser und Kanal) zu befragen.

Denn wie schaut es unter dem Pflaster in Waidhofen / Ybbs eigentlich wirklich aus ?
Einge originale Bilder der Einbauten sollen das belegen:

Immer wieder wird angefragt, wie andere Städte das Problem der Fahrbahnpflasterung lösen und trotzdem eine schöne Stadtansicht erhalten. Ein sehr gutes Beispiel ist die historische Altstadt von Schärding in O.Ö. Das System ist einfach: Die Fahrbahnen sind mit „Grauasphalt“ befestigt, die Fahrbahnen zu den Parkplätzen hin mit Wr. Würfeln begrenzt und die Parkplätze für die PKW gepflastert.
Stört Sie dieser Anblick oder gefällt Ihnen diese Lösung ?

Schärding - Fahrbahn asphaltiert - Parkflächen und Gehflächen gepflastert

Doch es gibt auch in Waidhofen / Ybbs  eine ähnliche Lösung – vor der Klosterkirche:

Vor 20 Jahren wurde dieser Straßenzug mit Wr. Würfeln auf den Nebenflächen und Grauasphalt auf der Fahrbahn errichtet. 20 Jahre  ohne Reparaturen. Aber wieder ist das Aussehen die Frage: Stört Sie der Anblick, oder finden Sie das passend?

Fahrbahn Klosterkirch Waidhofen 23.3.2017 ferne.jpg

Was hat im Jahr 2000  dazu die Magistratsaussendung ausgesagt, als es um die Pflasterung der Innenstadt ging ?  Da hat der Herr Bürgermsiter Mair und sein „Pflasterteam“ scheinbar übersehen, dass die Fahrbahn vor der Klosterkirche asphaltiert wurde und nur in den Umgebungsbereich der Winer Würfel verlegt wurde.

Magistrat 2000 Klosterkirche

Weitere Infos im Beitrag:
https://vereinkubus.wordpress.com/2017/03/23/gute-pflasterungsbeispiele/