Der beschlossene Tod

29. Mai 2017 – Der Gemeinderat von Ybbsitz beschließt den Abbruch der Teilstrecke Ybbsitz bis Gstadt: Damit wird die Erinnerung an den Abriss der Strecke Göstling nach Gstadt wieder wach ! Aber damit wurde von den Ybbsitzern auch für Waidhofen /Ybbs die „Tür für ein gemeinsames Tourismusprojekt“ mutwillig zugeschlagen: Wir erinnern uns:

Das Ybbstal im N.Ö. Mostviertel wurde durch den Bau der Ybbstalbahn in den Jahren 1896 bis 1898 wirtschaftlich zu einem florierenden Tal. Eisen und Stahl, Eisenstraße und Eisenbahn waren Garant für das nachhaltige wirtschaftliche Erblühen dieser Region. Noch im Jahre 1998 gab es von Seiten der Politik eine vertragliche Bestandsgarantie von 25 Jahren, also bis ins Jahr 2023. Geld und Wille von Bund und Land war vorhanden, der heutige Innenminister Wolfgang Sobotka hat dies, damals noch als Bürgermeister von Waidhofen,  öffentlich verkündet. Auch seine Einschätzungen von damals sind auch heute noch gültig. Bahnen gehört die Zukunft, das ist heute wieder ein großes Thema.

100 Jahre YTB Aussage Sobotka 1998 (2)

2008  war es dann der Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll persönlich, der für die Erhaltung der Ybbstalbahn als wichtige Tourismusattraktion öffentlich auftrat:

LH Pröll 2008 zur Ybbstalbahn

Doch die meisten Bürgermeister des oberen Ybbstales (Ausnahme war Hollenstein) traten für eine Zerstörung ihres  Kulturerbes ein. Noch 2013 wollte der Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll für das Tal die  Bahn erhalten und sprach sich für die Kombination „Rad UND Bahn“ aus.

https://www.youtube.com/watch?v=LmwwrKEFszo

   Doch wieder waren es die Bürgermeister der Region oberes Ybbstal, welche nur „Rad“ wollten und damit den Tod der Ybbstalbahn besiegelten. Zuerst wurde die Strecke Göstling bis Gstadt demoliert, die Schienen entweder an eine deutsche Abbruchfirma Firma verkauft und die im Ofenloch  bestens erhaltenen Gleisteile für die Waldviertelbahn demontiert und dorthin gebracht. 2 alte Dampfloks ließ die NÖVOG für die Waldviertelbahn um zusammen rund 1, 5 Millionen Euro in Deutschland (Meiningen) wiederherstellen, das Ybbstal ging völlig leer aus. Was nun mit der Ybbstaler Dampflok Yv2, welche seit Jahren betriebsbereit in einem Schuppen am Hauptbahnhof Waidhofen steht passiert,  ist nun völlig offen.
Die Waldviertelbahn fährt jedenfalls nun teilweise auf dem Schienenmaterial der Ybbstalbahn.  Näheres zur Waldviertelbah:
https://de.wikipedia.org/wiki/Waldviertler_Schmalspurbahnen

Die Umstände des totalen Abrisses im Ybbstal zeigt dagegen dieses Video:

Erinnerungen an den Bahnhof Ybbsitz und die Zeitungs-Werbung für die Ybbstalbahnaktien. Einst aufgebaut und bezahlt von tüchtigen Generationen haben „Regional Politiker der Jetztzeit“ einfach alles zerstört. Mögen sie sich schämen. Der St. Georgener „Bahnabriss“-Bürgermeister Helmut  Schagerl hat seine Abwahl als Landtagsabgeordneter bereits parteiintern erfahren müssen. Wie spätere Generationen einmal  das unverständliche Verhalten der Bürgermeister der Region bewerten werden, ist leicht abzuschätzen. Zerstörer von Kulturgut haben sich noch nie eine „gute Nachred“ erworben.

Nie wieder soll es so eine Fahrt nach Ybbsitz geben – das wurde nun vom Ybbsitzer Gemeinderat am 29. Mai 2017 beschlossen:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ein Bild „zum Nachdenken“ : Begeisterter Bahnfreund und Bundespräsident Prof.  Alexander van der Bellen hat am Plakat zu seiner erfolgreichen Wahl 2016 die wohl einzig richtige Mine zum bösen Polit-Spiel mit der Ybbstalbahn und damit auch der Tourismuszukunft der Region  gemacht.
Ungestellte Aufnahme im Bereich Bahnübergang Steinmühl der  Strecke Ybbsitz bis Gstadt – zur Zeit des Schienenabrisses im Anschluß an die kleine Brücke, siehe auch Titelbild.
Van der Bellen Ybbstalbahn

Einige Erinnerungen, wie der ORF berichtete: