4090 (7090) in Fahrt

Es ist soweit. Die Pinzgaubahn hat eine Attraktion mehr.  Die in N.Ö. ausrangierten 4090er von der Mariazellerbahn erleben im Pingau nun „Ihre Auferstehung“.  Der erste 4090er Mittelwagen (7090) ist völlig renoviert und wird ab sofort im Regelverkehr von Zell am See nach Krimml eingesetzt.  (Im Bild ist dieser Waggon in der Mitte zu sehen)  Der Betriebsleiter der Pinzgaubahn, Herr Walter Stramitzer, hat damit der Eisenbahnwelt einen Wunschtraum erfüllt. Und  die 4090er, in N.Ö. dem Verfall preisgegeben, zeigen in Salzburg nun ihre wahre Qualität. Ein Bravo den „Pinzgauern“!

Betriebsleiter Walter Stramitzer berichtet dazu:

Der VBs 211 („Mariazeller“ genannt) steht bei uns seit einigen Wochen im Wendezug der Diesellok Vs 83 im täglichen Einsatz – und ersetzt dort den VBDs 251 („Zillertaler“), der jetzt in der Regel im „Sandwich“ zwischen zwei Triebwagen „VTs“ eingesetzt wird. Alle Fenster des Wagens können geöffnet werden.

Bei zu öffnenden Fenstern läßt sich herrlich Filmen und Fotografieren, solche Fahrten sind kein Vergleich zu oft sündteuren „Panoramawägen“  wo es überall leider immer nur „spiegelt“!  Auf in den Pinzgau kann man da nur sagen.

Erinnern wir uns zurück, über 3000 Personen haben dieses Video bereits gesehen:

Rund 2 Jahre lang versuchte Kommerzialrat Karl Piaty sen. die N.Ö. Politik zu überzeugen, welche große Zukunft die seit Jahren am Alpenbahnhof St. Pölten abgestellte Triebwagengeneration 4090 hätte. Seine weit über die Grenzen Österreichs hinausgegangene Idee: Diese einstigen „Mariazellerbahn“ Triebwagen auf modernen „Akku Antrieb“ umzurüsten und unter dem Titel „Fahren und Speichern“ einen großen Umweltwert zu erzielen. Die großen internationalen Lokomotiv- und Verkehrsmittelfirmen wie Siemens und Bombardier gaben es Piaty schriftlich: Dieser Umbau ist technisch möglich und die AKKU Technologie für ein Pilotprojekt ausreichend vorhanden. Die österreichische Firma Tecsol (spezialisiert dafür) hat sich bereit erklärt, diesen Umbau durchzuführen. Die Förderschienen ließen auch eine finanzielle Machbarkeit greifbar nahe erscheinen. LH Dr. Pröll wurde diese Idee mehrmals nähergebracht, und er hat seinen „Landesrat für Verkehr“ Mag. Karl Wilfing schriftlich beauftragt diese Möglichkeiten zu prüfen. Doch Landesrat Mag. Wilfing lehnte jegliche Zustimmung zum Projekt ab, die umweltpolitischen Argumente blieben dabei völlig unbeachtet. Von Seiten der NÖVOG alleine kann ohne die Zustimmung der Politiker so ein Projekt natürlich nicht durchgeführt werden, und so entschied sich die N.Ö. Politik im November 2015, alle Garnituren nach Salzburg zu verkaufen. Dort erkannten die zuständigen und so erfolgreichen Bahnfachleute den hohen Wert dieser Fahrzeuge, welche einmal 170 Millionen Schilling gekostet haben und von der ÖBB bei der „Bahnübergabe“ an das Land abgegeben wurden und so zu der NÖVOG kamen. Kurz nach dem nunmehrigen Weiterverkauf durch die NÖVOG wurde der 1. Waggon bereits nach Zell am See per Bahn geliefert. Davon berichtet dieses Video.
Verwendet sollen auf der Pinzgaubahn vorerst nur die Waggons und der Steuerwagen für den Einsatz im Regelverkehr. Damit wird die Pinzgaubahn ab 2017 über ein extrem bequemes Rollmaterial verfügen, und es ist zu erwarten, dass viele Schmalspurbahnbetreiber den Betriebsleiter Walter Stramitzer beneiden, dass ihm dieser Ankauf nunmehr geglückt ist. Die 3 Triebwagen 4090 werden im Tischlerhäusl (Zell am See) vorerst zwischengelagert. Und darauf setzt der nicht so schnell zu entmutigende Zuckerbäcker Karl Piaty: „Schon bald werden Speichermedien eine ganz neue technische Qualität haben, und die Kombination (Fahren und Speichern) als Zukunftsthema breiten Raum bei der Energiewende erhalten“ – das erwartet sich Piaty von der Zukunft des ETA 1. Was die N.Ö. Politiker abgelehnt haben, könnte eben jetzt ein anderes Bundesland durchziehen. Aufzuhalten sind technische Fortschritte aber auch traditionelle Tourismuschancen von Politikern auf Dauer nicht.
Warten wir also ab, freuen wir uns über so erfolgreiche Bahnen wie die Pinzgaubahn und hoffen wir, dass CO2 frei Bahnfahren auch ohne Oberleitung einmal Standard sein wird. Dass Piaty in Pinzgau gerne gesehen ist, sollte dieses Video ebenso sehr deutlich zeigen. Es ist nicht das erste Video, welches der „Zuckerbäcker“ dort gedreht hat.

Ein weiteres Video des „fliegenden Wechsels“ von N.Ö. nach Salzburg:

In den 90er Jahren (1994) bauten österreichische Eisenbahn-Firmen für die Mariazellerbahn neue Triebwagenzüge. Genannt 4090. Doch diese fuhren wenig, da die Elektronik zu diesen Zeiten eben erst in den „technischen“ Kinderschuhen steckte und es immer wieder Ausfälle gab. Doch die Bauweise und der optische Eindruck dieses 4090 waren hervorragend und auf viele Jahrzehnte ausgelegt. Als diese Triebwägen aber gegen neue Modelle (aus der Schweiz) ausgetauscht wurden, waren die 4090er überflüssig geworden. Umweltaktive Bürger aus N.Ö. wollten diese Garnituren mittels AKKU Antrieb für die kurze Citybahn in Waidhofen / Ybbs (5,5 km) als europäisches Vorzeigeprojekt für CO2 freies Fahren mit erneuerbarer Energie auch auf Schmalspurstrecken ohne Oberleitung ausrichten. Technisch wurde die Machbarkeit von Siemens und Bombardier schriftlich bestätigt, ein österreichischer Fachbetrieb für den technischen Umbau gefunden und es wären Förderungen für diese „bahnbrechende“ Umwelt-Zukunftsidee möglich gewesen. Neben der Citybahn Waidhofen / Ybbs wäre auch die Nordstrecke der Waldviertelbahn sehr für dieses umweltpolitisch wichtige Bahnprojekt geeignet gewesen. N.Ö. hätte sich in diesem Bereich (E-Mobilität auch ohne Oberleitung) großen Erfolg auf „seine“ Fahnen heften können. Doch die Politik in N.Ö. entschied sich nach rund „2 Jahren Nachdenkzeit“ anders. Ende 2015 verkaufte die N.Ö. Landesbahn die dafür besonders geeigneten Garnituren nach Salzburg – an die Salzburger Landesbahn. (Pinzgaubahn) Diese motivierten Eisenbahner unter ihrem Betriebsleiter Walter Stramitzer, wollen zumindest die 3 Mittelwagen und den Steuerwagen vollkommen renovieren und als bequemes Zusatzangebot für ihren erfolgreichen Regelverkehr von Zell am See nach Krimml einsetzen. Was mit den 3 Triebwagen (Motorwagen 4090 001 bis 003) passiert? Das ist noch nicht geklärt, aber die E-Mobilität ist nicht mehr aufzuhalten, ein AKKU – Wasserstoffzellen oder auch ein Hybridfahrzeug 4090 wäre noch immer möglich. Hätten die heutigen Politiker nur ein bißchen etwas von dem „Pioniergeist“ der einstigen Eisenbahnerbauer, bald wären alle Schienenstrecken CO2 frei und mittels erneuerbarer Energie befahrbar. (auch ohne Oberleitung) Paris hat es eigentlich rechtlich vorgegeben – also stirbt die Hoffnung auf einen AKKU-E-4090, also den ETA 1, zuletzt.

speichern und fahren – 16. Feb. 2017

Noch ein Video, wo die Aufarbeitung des 7090 zu sehen ist:

Es ging durch die europäische Eisenbahnpresse: Die Salzburger Landesbahn hat von der NÖVOG die 4090er Triebwagenserie gekauft. Ein Videofilm zeigt die spektakuläre Überstellung von St. Pölten nach Zell am See. https://www.youtube.com/watch?v=ZEcy16gSmyo Die Mittelwagen und der Steuerwagen werden im „Tischlerhäusl“ von dem tüchtigen Team um Betriebsleiter Walter Stramitzer reoviert und aufgerüstet. Diese besonders bequemen Personenwagen werden die Pinzgaubahn noch komfortabler und moderner machen. Aber was geschieht mit den 3 Triebwagen der Serie ? Der Zufall will es, dass die E-Mobilität auch auf Schienen ohne Oberleitung eine Co2 freie Zukunft bringen könnte, denn der Ausstieg aus der fossilen Energie ist beschlossen und nur noch eine Zeitfrage. Und der 4090er Triebwagen könnte auf einen Akkutriebwagen (ETA 1) umgebaut werden. Eine österr. Fachfirma ist vorhanden, welche diesen Umbau technisch realisieren könnte. Es liegt nun an den Politikern für Umwelt und Verkehr, ob Österreich ein europäisches Vorzeigeprojekt realisieren kann. Schön wäre es, wenn Österreich seine einstige Vorreiterrolle bei der E-Mobilität wieder zurückgewinnen könnte. Als ideale Strecke für den Einsatz eines CO2 freien Akku Triebwagen ist noch immer die Citybahn Waidhofen / Ybbs oder der Waldviertelbahn in N.Ö. Aber es gibt noch weitere Schmalspurbahnen für die der 4090 als ETA 1 für Fahrversuche passen würde. Ob in Salzburg, Tirol, Kärnten, oder der Steiermark usw. in Österreich könnte das alles gut durchgeführt werden.

Und nicht zu vergessen:
Im Modell ist schon „Alles auf Schiene“ !

Und hier gleich 4 x  4090 im Modell: