Die Dringlichkeit !

Seit vielen Jahren wird um die Erhaltung des wertvollen historischen Rollmaterials der aufgelassenen Ybbstalbahn zum Teil sehr heftig diskutiert und auch rechtlich gestritten. Besonders die Dampflok Yv.2 aus dem Jahre 1896 ist Mittelpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Ehrenamt und Politik. Die N.Ö. Landesgesellschaft NÖVOG ist die Betreiberin des letzten im Regelverkehr befahrenen Abschnittes – der Citybahn Waidhofen bis Gstadt. In einem Lokschuppen auf der Trasse der Citybahn steht die historische und so gut erhaltene Dampflok des Vereines Club 598. Dieser Verein (heute rund 500 Mitglieder, mehrheitlich davon Waidhofnerinnen und Waidhofner, aber auch viele bekannte Persönlichkeiten in Europa) hat diese Dampflok vor rund 40 Jahren vor der Verschrottung gerettet und zur Zeit der ÖBB mit umfangreichen Dampflokfahrten einen großen Tourismuserfolg verzeichnet. Seit die NÖVOG die Ybbstalbahn von den ÖBB übernommen hat, ist es ruhig geworden um das einzigartige Kulturerbe der Waidhofner. Nun wollte der Verein wieder einige Dampffahrten durchführen, da kam ihm die NÖVOG mit einer Räumungsklage zuvor. Doch dabei dürften die NÖVOG Verantwortlichen nicht mit dem Gemeinderat von Waidhofen / Ybbs gerechnet haben. Durch einen einstimmig angenommenen und auch einstimmig beschlossenen „Dringlichkeitsantrag“ forderten alle Gemeinderäte ihren Bürgermeister Mag. Werner Krammer auf, bei der NÖVOG eine Rücknahme der Räumungsklage zu erreichen, sowie für den Abschluß eines neuen Vertrages einzutreten.

Nun liegen die Karten neu am Tisch, alle haben sich vorgenommen auch bezüglich Ybbstalbahn ein neues Gesprächsklima zu entwickeln – auch so kann Politik heute sein.

Video von der Gemeindesratssitzung vom 23. Oktober  2017

Dampflok in Waidhofen (Viadukt)
NÖN und O.Ö.N.

Nun soll versucht werden, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Der Vereinsvorstand des Club 598 (Obmann Ing. Siegfried Nykodem) hat sich entschlossen, seine Lok und 3 Waggons (die Filetstücke des historischen Rollmaterial mit einem Wert von rund 1 Million Euro) kostenlos der NÖVOG als Dauerleihgabe zu überlassen. Somit wäre es möglich, auch auf der Citybahn mit historischen Fahrten unproblematisch den Bahntourismus zu fördern.

Folgende Argumente sprechen für eine baldige Umsetzung:

  1. kein Inselbetrieb, da Anschluss an die Rudolfsbahn und damit gemeinsame Werbung mit den ÖBB und dem europ. Streckennetz möglich.
  2. Echter Bahntourismus bedingt den direkten  Anschluss an das ÖBB-Netz.
    siehe dazu: https://piaty.blog/2017/10/24/bahntourismus/
  3. Betrieb ist das ganze Jahr möglich und wetterunabhängig.
  4. kein finanzielles Risiko für die NÖVOG oder das Land.

    Es liegt also weder am Geld noch an rechtlichen Hindernissen, um in Waidhofen positives für Tourismus und Kulturerbe zu ermöglichen. Es liegt an den Politikern, welche sich immer die „Veränderung“ auf ihre „neuen Fahnen“ heften, hier im Sinne einer gemeinsamen Zusammenarbeit Entscheidungen zu treffen. Die neue Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl Leitner hat sich eine Zusammenarbeit aller in N.Ö. verschrieben – hier könnte ein sehr schöner Beweis für das „Umdenken der Politiker“ erbracht werden.
    Denn was in St. Pölten möglich ist, sollte auch in Waidhofen / Ybbs möglich sein: http://www.noe.gv.at/noe/Mikl-Leitner_und_Stadler__Intensive_Zusammenarbeit_zwisch.html
    „Streit und Hader über die Ybbstalbahn“ sollten begraben werden können, mit diesen Überlegungen für  ein gemeinsames Ziel sollte dies möglich werden.