BGM Krammer – Krippen

Die verkehrsberuhigten Gebiete in Waidhofen erstrecken sich über die Ölberggasse und den Hohen Markt der Statutarstadt an der Ybbs. Wie schon der Name sagt, einst ein „Marktgebiet“ und die etwas älteren Waidhofner kennen dieses Gebiet noch als großen Treff und vor allen Dingen wegen seiner vielseitigen Einkaufsmöglichkeiten. Eben ein „Hoher Markt“.

Obstgeschäft der Spitzenklasse, Haubenlokal, Hauptgeschäft der Traditionsbäckerei Hartner, Glaserei, Putzerei, Fleischerei, Blumen, waren neben Spezialisten wie Lederhosenerzeugung, Waffenerzeugung, 2 Fotografen, Buchhandlung, Reisebüro, Teppichreinigung, Spezialitäten wie bei Schnederle, Volksheim mit großer Gastronomie und Kultgeschäfte wie Kleider Klar oder Schuhe Taufenecker zu finden. Und natürlich Radgeschäft, Bioladen, Friseur und Textil in vielen Facetten, Buchverleih usw. fand man hier. Eine „g`sunde Mischung für einen Geschäftserfolg“ sozusagen.

Aber Bürgermeister Vetter verordnete „dem damaligen Zeitgeist entsprechend“ und zum Entsetzen der Geschäftsleute des Hohen Marktes über Nacht eine „FUZO“ – schon der Name war schrecklich. Und ohne jede weitere größere Maßnahme für ein verkehrsberuhigtes Gebiet ließ man nun die immer weniger werdenden Geschäftsleute einfach „im Regen stehen“. Lächerliche „Blumengschirrl Architektur“ machte sich breit, keine nette Gestaltung wurde durchgeführt, aber ohne solche Dinge gibt es keine erfolgreichen fußläufige Ortsteile. Unter Bürgermeister Mag. Mair wurde das ganze noch auf „die Spitze“ getrieben. Statt die verkehrsberuhigten Teile  zu gestalten drückte er gegen den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger im übrigen Teil der Stadt ein Pflaster durch, welches für Fahrbahnen völlig ungeeignet ist aber auch im Gehsteigbereich über kurz oder lang zum Problem wird. Und dann die große Möglichkeit der Landesausstellung – wieder wurden große Pläne für den Hohen Markt zurückgewiesen, dafür der Glaskubus auf den Schloßturm gepropft. Aber Mair machte dann ja sogar noch mit einem großen Innenstadt-Gemeindegebäude „Geschäfte mit einem russischen Oligarchen“ um auch die übrigen Teile der Innenstadt zu schwächen. Nicht nur der Hohe Markt und die Ölberggasse kämpft heute mit dem Geschäftssterben, auch am Oberen Stadtplatz und sogar am Unteren Stadtplatz gibt es bereits leere Geschäftsflächen. Früher war auch einmal die Weyrerstraße ein geschäftlicher Bereich, soll es so wirklich in immer mehr Teilen der Stadt ausschauen?  BGM. Mair dürfte aber doch  erkannt haben, dass da etwas schiefläuft. Wie so oft, wenn die Politik glaubt „dank ihrer Macht in den Markt“ eingreifen zu müssen.

Spätestens der neue Bürgermeister Mag. Werner Krammer hat aber erkannt, dass die Fuzo sich „fehlentwickelt hat“ – sich „fehlentwicklen mußte“.

Und so bemüht er sich nun redlich, die Fehler seiner Vorgänger zu beheben. Bei Männern sagt man oft, sie gehen zu spät zum Arzt, bei Politikern ist es meistens noch ärger – da kommt Bewegung erst, wenn ein „gesundendes Zurück“ fast unmöglich geworden ist. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Mag. Krammer hat in seiner Rede (im Video ungekürzt in voller Länge) sehr schön aufgelistet, dass die Waidhofner zu ihrem „Hohen Markt“ stehen, und sich vielleicht sogar an früher zurückerinnern. Deshalb ist es eine gute Idee, die sonst schon mehrheitlich „dunklen“ Schaufenster zu erhellen. Eines fiel bei der Rede auf: Das Wort „Stadtmarketing“ fiel kein einziges mal, es wäre aber auch unpassend gewesen. Denn dort verlost man lieber ein Auto, um statt in die verkehrsberuhigte Zone lieber bequemer zu den „Parkplätzen der Einkaufstempeln“ zu gelangen.

Warum aber nicht wenigstens im Advent die „Glühweinhütten“ am Hohen Markt konzentriert werden, und sogar die WVP selbst den Freisingerberg „als besser“ sieht, zeigt jedoch das „wahre Gesicht“ der „städtischen Beleber“.

Und machen wir jetzt doch eine Probe: Schlendern wir doch in diesem Advent 2017 öfters durch die Ölberggasse, besuchen wir den Hohen Markt um zu sehen, wie sich die versuchte Belebung auswirkt.
Wunder sollte sich aber niemand erwarten.

In einer Auslage in der Ölberggasse in Waidhofen / Ybbs steht 2017 eine polnische Krippe. Das erinnert die Mitglieder des Kulturkreises Freisingerberg an eine Adventreise vor 10 Jahren nach Krakau. Dort gibt es die weltgrößte Ausstellung von polnischen Krippen. Das Video von damals zeigt Ausschnitte, welche verschiedenen Ausformungen diese Krippenkunst aufweist. Die umfangreichen Führungen in Krakau  wurden damals für die Waidhofner extra in deutsch ausgerichtet. Vermittelt hatte alles ein ehemaliger polnischer Kaplan von Waidhofen / Ybbs – klein ist die Welt.