Wer schon einmal in London den Speakers Corner besucht hat, kennt das dortige Szenario. Für  Samstag (28.4.2018) schlug Bürgermeister Werner Krammer vor, ähnliches am Hohen Markt in Waidhofen an der Ybbs abzuhalten.

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Aber da gab es nicht viel „Ähnliches“. Im Hydepark lauschen die Londoner den Rednern zu, am Hohen Markt saß man auf Wirtshausbänken oder im Schanigarten, eher um sich „untereinander“ zu unterhalten. Speakers’ Corner („Ecke der Redner“) ist ein Versammlungsplatz am nordöstlichen Ende des Hyde Parks in London in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marble Arch. Durch einen Parlamentsbeschluss vom 27. Juni 1872 (Royal Parks and Gardens Regulation Act) darf hier jeder ohne Anmeldung einen Vortrag zu einem beliebigen Thema halten und auf diesem Weg die Vorbeigehenden um sich versammeln. Hinweisschilder weisen aber darauf hin, dass die britische Königin und die königliche Familie nicht Inhalte einer Rede sein dürfen.

Typischerweise stellen sich die Redner auf eine mitgebrachte Kiste, um etwas erhöht sprechen zu können, wovon der Ausdruck Soapboxing abgeleitet ist. Die Kisten werden zusehends von kleinen Trittleitern abgelöst. Bis 1783 standen in der Nähe des heutigen Speakers’ Corners die Galgen von Tyburn, sodass die Verurteilten vor ihrer Hinrichtung mit einer „last dying speech“ noch ein letztes Mal das Wort ergreifen konnten. Obwohl die Mehrzahl der regelmäßig auftretenden Redner recht skurril ist, sah Speakers’ Corner auch Berühmtheiten wie Karl Marx, Lenin und George Orwell. Im Wahlkampf sieht man dort zuweilen auch Vertreter der großen Parteien.

Warten wir also ab, wie sich das nun in Waidhofen / Ybbs weiterentwickelt.

Karl Piaty trug 2 seiner Gedichte vor, welche vor rund 18 Jahren aus seiner „Feder“ flossen. Hier sind 55 Seiten dieser kleinen Gedichte zusammengestellt, welche teilweise in Zeitungen und Illustrierten bereits veröffentlicht wurden.

U-Foperl Gedichte von Karl Piaty sen.

Zu der kurzen Wortmeldung vom Freisinger Bürgermeister Tobias Eschenbacher bezüglich „Innenstadtgestaltung“ in seiner Stadt:

Karl Piaty sen.:  Ich habe heute auch mit dem Bürgermeister Tobias Eschenbacher von Freising gesprochen, weil ich ja dort  Verbindungen zu einigen Unternehmern habe (Freisinger Apfelkuchen für den Papst habe ich mit denen einmal gemacht) und kenne  die Situation (Pflaster und Brunnen) natürlich auch in Freising.

Tatsächlich werden dort nur Pflastersteine mit  16 cm Dicke verwendet (europäische Rechts-Norm für haltbares Pflaster auf auch von LKW befahrenen Fahrbahnen ist 14 cm)
Bürgermeister Mag. Wolfgang  Mair  hat die einst die 18 x 18  cm dicken Wr. Würfel (gegen meinen härtesten Widerstand) durchschneiden lassen und daher hat Waidhofen die unweigerlich zu Schäden führenden nur 9 cm dicken Pflasterplatten auf den Fahrbahnen.

Wie Freising das macht, kann jeder hier gerne nachlesen:

Ausschnitt davon: Es handelt sich um vier verschiedene Granitsteine in unterschiedlichen Größen. Bereits im Entwurf für eine barrierefreie Neugestaltung hatte man sich auf unterschiedliche Formate und Typen verständigt. Die Stärke der Steine beträgt jeweils 16 Zentimeter, die Kanten sind gerundet. Wichtig: Die Varianz – also die natürliche Verschiedenheit – der Granitsteine wird bewusst eingesetzt, es werden also keine Steine ausgesondert. Durch natürliche Rosteinschlüsse und Adern wird auch auf größeren, zusammenhängenden Flächen eine optische Lebendigkeit garantiert. 
Es ist schade, daß sich Waidhofen nicht an die damaligen Warnungen von Pflasterpapst Erich Lanicca (europäischer Spitzensachverständiger für Pflasterungen) gehalten hat, es wurde im Jahre 2000 alles versucht, um Bürgermeister und Architekt umzustimmen. Es hat nichts genützt, Waidhofnerinnen und Waidhofner werden noch jahrelang diese Fehlentscheidungen mit dauernden Bauarbeiten in der Innenstadt zu spüren bekommen. Denn auch jetzt weist nichts darauf hin, daß es ein Schuldeinbekenntnis gibt, es wird weiter nur saniert statt, so wie in Freising, entsprechend fachmännisch neu gestaltet.
Kurier Pflaster 1999