…. es geht los !

Dieser Blog befasst sich mit der Baustelle am Hohen Markt
Pflasterung mit Kleinsteinpflaster.
Es soll keine Bewertung sein, sondern nur aufzeigen welche Vorgaben zu erfüllen wären, welche Entwicklungen solches Tun mit sich bringen kann.  Wer der Meinung ist, daß die einstige Fahrbahnpflasterung in der Innenstadt ein Fehler war, der wird die Hinterfgründe gut verstehen.

Neue Beiträge immer am Schluß, bitte hinunterscrollen.

20. Juli 2018: Mittels Plakatständer werden Gäste, Bürgerinnen und Bürger der Stadt über die Zuständigkeiten  informiert und ein Baufolgeplan gezeigt. Die Anrainer erhalten am Tag der ersten Entfernungen (Radständer, Bankerl) die terminlich überraschende Nachricht, dass es bereits ab 23.7. eine etwa 2-monatige Baustelle geben wird.

Pflasterung Plakat (2)

Auf der offiziellen Homepage der Stadt wird die Situation so beschrieben, es fehlen allerdings nähere Informationen, z.B. welcher Bodenbelag kommen soll :
https://waidhofen.at/baustellen-corner/news/hoher-markt-erneuerung-der-pflasterung

Daher nun eine Anfrage:

Bitt-Anfragen zum Pflasterwechsel am Hohen Markt an den Architekten, an den Bürgermeister und dem ihn beratenden Baustadtrat sowie Herrn Baumeister Helm und Gemeinderat Dahdal.

Derzeit liegen im Bereich Hoher Markt Betonverbund-Pflastersteine und Betonplattenbeläge , welche eine Höhe von 6 cm bis  8 cm aufweisen. In der Mitte des Hohen Marktes verläuft ein Band aus kleinen Granitpflastersteinen als Regenwasserrinne, welche in ein Betonbett gebunden sind.

Einen beispielhaften Vergleich der „Bauhöhen von Betonsteinpflaster und Kleinsteinpflaster aus Granit“  zeigt dieses Bild :
DSC06996 (2)
Die „Betonplattenbeläge“ wie vor der Bäckerei Hartner, Bierplatzl usw. haben noch geringere Bauhöhen.

Die Fragen daher:
1) Wie werden sich diese Gegebenheiten auf ein neues Stöckelpflaster mit Granit-Steinen von 9 cm Höhe und mehr (Kleinsteinpflaster) auswirken ?
Für Insider der vor rund 30 Jahren verlegten Pflasterung ist es nachvollziehbar, daß es hier zu Problemen mit den Höhen kommen wird, denn es fehlen oft  an die 3 cm für einen klaglosen Tausch der Pflasterung.

2) Und wo wird nun tatsächlich der behindertengerechte, glatte Streifen angelegt, der im Gemeinderat so stark diskutiert wurde ?
Entlang der stadtaus-wärtigen rechten Häuserzeile, wo viele Geschäfte ihre Waren im Freien gerade dort aufstellen, wäre es wohl keine gute Idee, wo sollen die Rollstuhlfahrer und Gehbehinderten dann wirklich fahren und gehen?


Daher: Wie sieht das Alles auch die Waidhofner Politik, (WVP Fraktion) die diesen „Pflastertausch“ so beschlossen hat.

Beobachten und dokumentieren wir nun erst einmal die Situation.

DSC06970 (2)
Bald nur mehr Dreck statt Blumen ?  – Der Hohe Markt  am 23. Juli 2018 –
… wie wird es da in den nächsten Wochen ausschauen ?

Die am 23. Juli 2018 in die FUZU angelieferten Pflaster Steine für das Stöckelpflaster haben leider eine sehr unregelmäßige Größe, eine sehr grobe Oberfläche und eine rötliche  Farbe. Diese Steine hätten bei einer Bogen- und Kreisrundverlegung sehr gut gepasst, weil dabei die Musterung besser zu sehen ist als bei grauen Steinen mit grauen Fugen. Obwohl also derartige aufwändige Verlegetechniken laut den Plänen angewendet werden, wird am Ende das alles ebensowenig zu sehen sein wie jetzt bei der ähnlichen Pflasterung in der Ybbstorgasse (Bezirksgericht).

Übrigens: Historisches Pflaster kann nicht mit starrer Fugenmasse ausgeführt werden, denn sonst ist es ja kein „historisches“ Pflaster mehr.

Und noch am 1. Tag des „Pflasterbeginns“ (23. Juli 2018) zeigt sich im Bereich desalten Rathauses“, daß bereits der Unterasphalt in der ganzen Länge in der Mitte 2x aufgeschnitten wurde.
Was wird da nun entfernt ?
War das so geplant ?

23.7. 2018 - 15 Uhr

Daß man die „Oberkanten-Höhe  des Pflasters“  nur schwer verändern kann, zeigen die Anbindungen an die „Hausfassaden“ und Hauseingängen:

… also muß im Bereich der „Asphaltunterschicht“ etwas gemacht werden – und das könnte teuer werden.
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Schon am 2. Tag der Bauarbeiten (24.7.2018) ist es traurige Gewißheit. Auch Teile des gut erhaltenen „Asphaltunterbaues“ müssen entfernt werden, um die Höhen der Pflasteroberkanten einhalten zu können. Ob all diese Arbeiten vorgesehen und in den Kostenschätzungen eingearbeitet sind ?
Hoher Markt 24.7.2018

Sollte man auf einen  neuen  Asphaltunterbau verzichten und etwa Beton als Ausgleichsmaterial wählen, wäre das vielleicht derzeit etwas billiger, aber wenn dann einmal wieder aufgegraben werden müßte, ….. ein großes Hindernis mehr.

Aber das machen dann eh erst die Kinder und Enkeln der derzeitigen Verantwortlichen. Die „Nachkommen“ sollen dann halt schauen wie sie mit dem „hohen Betonuntergrund“  zurechtkommen.

Und so sieht es am 24.7.2018 am Hohen Markt „live“ aus:

25. Juli 2018 – Tatsächlich wird der Unterbau in großen Flächen mit Beton saniert:
Fuzo 25.7.2018 (2)

Es wurde am 25. 7. 2018 ca. 1 m2 (ein Quadratmeter) Pflaster verlegt, dann kam die Ernüchterung. Die Steine, welche angeliefert wurden,  passten sowohl in der Größe als auch in der Farbe nicht. Was Laien und Anrainer schon bei der Anlieferung am Montag feststellten, wurde jetzt auch den „Fachleuten“ am Mittwoch klar. Die bereits gepflasterte Fläche wurde wieder von den Steinen entledigt und es werden nun angeblich  andere Pflastersteine angeliefert.

Erinnern wir uns dazu 18 Jahre zurück:
Damals wurde bei dem damaligen Juwelier Theuer am Unteren Stadtplatz das 1. Pflaster am Gehsteig verlegt. Helles, freundliches und gut begehbares Pflaster wurde angeliefert und verlegt.  Begeistert zeigte sich der Juwelier und die Passannten. Aber es wurde die Pflasterung nicht nach den Wünschen des Architekten verlegt, daher mußten die bereits verlegten  Pflasterungen wieder herausgerissen werden:

Ja, wenn es nur das „Piaty Archiv nicht gäbe“!

Piaty und die Pflasterer 2000 – immer im freundlichen „Info-Austausch“!
Pflastererauf 2 Hochdruck im Jahr 2000 bei Sparkasse (2)

Zurück zur Pflasterung FUZO 2018:

Am 26. Juli wurden die fehlerhaft angelieferten Pflastersteine wieder stauerzeugend zurückgeführt (per Video dokumentiert, da diese große  Steinmenge aus Gewichtsgründen möglicherweise der Haltbarkeit des Innenstadtpflasters (Fahrbahnpflasters) enorm schadet:

Abtransport falsche Steine 26.7.2018

Dies gilt auch für die neu angelieferten Pflastersteine, welche nun zwar farblich entsprechen, aber  teilweise deren Größe weiter problematisch sein könnte.
Neue Steinlieferung 26.7.2018
Schnappschuß der Pflasterbaustelle, nach amtlichen Baufolgeplan 2. Tag der Pflasterung am 26.7.2018 10 Uhr.
Bauplan Pflasterung (2)
Noch immer liegt kein neuer Stein in der FUZO !!!
Abverkauf Fuzo vor Pflasterung 26.7.2018

Am Abend des „2. amtlichen Pflastertages des Abschnitt 1“ liegt kein neuer Pflasterstein auf seinen Platz, die bereits verlegten wurden wieder herausgerissen, und nun heißt es abwarten was jetzt passiert.

Zeit, um sich anzusehen wie Kleinsteinpflaster anderswo eingesetzt wird.
Die Kremser Fußgängerzone ist das Paradebeispiel für eine derartige Pflasterung. Doch auch dort hat die Zeit seine Änderungen verlangt, sodaß nunmehr in der Mitte ein „glatterer Doppelstreifen“ eingezogen werden mußte: Für Rollstuhlfahrer eine Notwendigkeit, aber auch kleine Kinder mit dem „Dreiradler“ erkennen schnell den „Komfort“, zumindest 2 Räder können den erschütterungsarmen Streifen nutzen:
Krems 26.7.2018 Pflasterung 13

Sehr viele Geschäfte in der Kremser Fußgängerzone haben bereits geschlossen, dort wo einst Östereichs „beste Fuzo“ war sieht es jetzt geschäftlich eher trist aus:

Nun läßt man die Radfahrer zumindest während der Tageszeit nicht mehr fahren, weil durch „fahrende Räder“  der Sinn einer „Fußgängerzone“  verloren geht.

Auch für Hausbesitzer birgt ein betongebundenes Kleinsteinpflaster Gefahren für ihre Gebäude – die Schäden bei fehlender „Dampfsperre“ sieht man oft erst nach Jahren:

Es ist zu hoffen, daß sich die Waidhofner Verantwortlichen sich in Krems alles gut angeschaut haben, denn die Entwicklung dort ist sicher längst kein nachzuahmendes Beispiel mehr:

So berichtete das Fernsehen 2018:
https://www.p3tv.at/webtv/8525-leerstaende-in-innenstadt-sorgen-fuer-aufregung-in-krems#
Bitte Vorsicht, Namensvetter „Krammer“  ist in Krems nur Vizebürgermeister:

Und dieser Blog wird immer aktueller, leider:
https://piaty.blog/2018/02/11/krems-und-waidhofen/


Nachdem auch die ausgewechselten Pflastesteine nicht passten wurden alle Steine wieder von der Mistelbacher Firma  abgeholt. Am Vortag sortierten Bauarbeiter unter Beobachtung von Anrainern diese Steine noch nach der Größe aus, wurden aber dann doch in Bausch und Bogen ( 18 Tonnen) wieder abgeholt. Karl Piaty sen. mußte  dem freundlichen LKW – Fahrer behilflich sein, da sowohl die bunten Schirme als auch die Hartner Laterne große Hindernisse für den Groß-LKW ergaben. Von den Verantwortlichen der Baustelle zeigte sich nämlich dabei niemand.

Steintransporte aus Mistelbach

Übrigens:  Die Waidhofner Pflastersteine machten diese Woche eine kleine „Weltreise“ durch. 1500 km wurden sie in mehreren Fahrten zwischen Waidhofen / Ybbs und Mistelbach hin und hergeführt – und jetzt gibt es keinen einzigen Stein davon in Waidhofen. Wer wird das alles bezahlen müssen ?  Wer trägt Schuld an der Misere ?

Situation Fuzo 27.7.2018 Alle Steine wieder wegAlle Steine wieder weg: 27. Juli 2018  10 Uhr vormittag

Pflasterfirma Fuzo Bild 27.7.2018.JPG
Die Firma, welche die Pflasterung durchführt hat nun groß in der FUZO plakatiert:
Was erfahren die Anrainer nun, warum die Baustelle derzeit still steht ?

Natürlich versuchen trotz Baustellenstillstand die Geschäfte das Beste daraus zu machen, selbst das Fahrverbot wird zur Reklametafel für „Baustellenpreise“!Fuzo Trödler Abeverh´kauf
Und als Info zu den verschiedenen „Ansichten“ kam dieser Tage an alle Haushalte ein Artikel der Tips: Dabei wird nun erläutert, dass bereits 2017 diese neue Pflasterung als dringende Maßnahme empfohlen wurde  – warum dann allerdings die Kabel Plus noch im Juni 2018  den Hohen Markt zur Baustelle machen ließ  und dann die Künetten wieder mit Asphalt verschlosen wurden – das wird nun dadurch zur „Quizfrage“:

Tips 26.7.2018 Pflaster mark

Auch die Geschäftsleute und Anrainer sollten nun rasch befragt werden, ob sie diese Gestaltung mit Stöcklpflaster tatsächlich begrüßen.

„Transparenz“  ist das neue geflügelte Wort in der Politik –
es sollte ihm  jetzt zum „Durchbruch“ verholfen werden.

Sehr viel Info gibt es in der Wochenzeitung „der Ybbstaler“ vom 26.7.2018
Ybbstaler Pflaster 26.7.2018
Hier wird berichtet, daß die Pflasterung mit geschnittenen Steinen (Anmerkung: daher kein historisches Aussehen und keine Rutschsicherheit)  ausgeführt werden und dass die Behindertengerechtigkeit absolut gegeben sei.
In einem weiteren Artikel im „Ybbstaler“ wird ein Interview mit Bürgermeister Krammer wiedergegeben, wobei diese beiden Stellen sehr auffällig sind:

Leider wurden keine Namen genannt, welche Geschäftsleute und Anrainer dem Bürgermeister gegenüber Verständnis für ein Kleinsteinpflaster gezeigt haben.

Auch politisch wird die bisher sehr sachliche Diskussion nun neu dargestellt:

Pflastern ist aber oft wo ein Thema, was die Menschen mit Hausverstand nicht verstehen können und eben nur Politiker diese Sachverhalte nicht gelten lassen:
https://www.youtube.com/watch?v=reW0ZMOxlhk&feature=youtu.be

Auf der FUZO Baustelle  gibt es hingegen „reges Treiben“:
Aber nicht von Pflasterern sondern durch nächtliche „Ruhestörer“ – in der Vollmondnacht samt Mondfinsternis von  Freitag auf Samstag trieb es die Waidhofner „Nachtszene“ wieder besonders toll:
DSC07181 (2)
Baustellengitter und Absperrungen wurden um-  und abgerissen. Nur gut, daß zumindest keine losen Pflastersteine mehr herumgelegen sind.

2. Pflasterwoche in der Fuzo: Montag 30.7.2018:

Die 3. Steine sind angekommen, diesmal nicht aus Mistelbach sondern angeblich aus Krems. Die beiden ersrsten Steinlieferungen entsprachen nicht den erforderlichen Glattheit und auch nicht in der Farbe.
30.7.2018 Pflaster die 3. Steine sind da
Da sind nun tatsächlich auch einige glattere Steine dabei, aber die Mehrheit ist gespaltenes Material, also mit unebener Oberfläche:
Und an den ersten Stellen der Pflasterung wird es sichtbar – Beim alten Rathaus beginnend gibt es in Bögen verlegtes, unebenes – im Mittelalter übliches Pflaster.

Hier Originalaufnahmen  vom 1. Stück des verlegten Pflasters vom 30. Juli 2018
30.7.2018 Pflaster ganz nahe

Um so ein „buckeliges Pflaster“ finanzieren zu können, wurden „Mittel“ aus dem Stadtbudget „umgeschichtet“ – so soll das „desolate Fahrbahnpflaster in der Innenstadt“  erst ab Herbst 2019 weiter saniert werden – diese „freiwerdenden“ Mittel werden nun in der FUZO „verpflastert“!!
Fahrbahnpflaster 30.7.2018 Unt. Stadtplatz
So sieht das Pflaster auf den Fahrbahnen zum selben Zeitpunkt, 30.7.2018 aus!

Ein Argument warum am Hohen Markt historisches Kleinsteinpflaster verlegt wird, ist das Stadtbild von Waidhofen / Ybbs. Zur gleichen Zeit bauen andere Architekten in der Waidhofner Innenstadt mit öffentlicher Unterstützung neue Häuser in den gepflasterten Gassen, welche sich dann den „Bürgerinnen und Bürgern“ so zeigen:
Wie gefällt Ihnen das?

Modern bauen ja, wir leben ja nicht mehr im Mittelalter – aber warum muß dann der „Bodenbelag“ an diese unselige Zeit erinnern, wenn es dafür längst bequeme und schöne Alternativen gibt ?

Und noch ein Problem kommt auf die Granitpflaster zu.
Waidhofen hat sich entschlossen, auf öffentlichen Gut auf „Glyphosat“ zu verzichten. Eine gute Idee, wenn gleich Glyphosat weiter auf Feldern und Äckern für die Nahrungsmittelerzeugung  verwendet werden darf.
Aber ohne „Glyphosat“ wächst eben  auch das Gras im Natursteinpflaster.
In Deutschland hat sich der Gesetzgeber deshalb schon etwas „einfallen“ lassen – Die Anrainer müssen vor ihren Häusern die Gehsteige von Unkraut befreien
….. wenn sie das nicht tun? – siehe Video:

Ein Beispiel,  daß auch Waidhofen das Problem bekommt,  zeigt sich z.B. aktuell im Erbgasserl, in der Ölberggasse (letzteres siehe Bilder) :

Und warum gerade Granit Pflaster in einer Stadt an heißen Tagen besonders unangenehm ist, ist auch dem ORF bekannt – bis zu 60 Grad heizt sich ein derartiger Belag auf und kühlt dann wie ein „Kachelofen“ nur sehr, sehr  langsam ab.

Manche Menschen leiden unter der sommerlichen  Hitze, für  Bewohner von  „gepflasterten Innenstädten“ werden solche Tage aber zur Hölle. kein Wunder, daß immer weniger Menschen da wohnen wollen.

An Stellen, wo die Sonne den ganzen Tag hinbrennt (z.B. Freisingerberg) kann man zwar nicht mehr barfuß oder ganz dünn besohlten Schuhen  gehen oder seinen Hund ausführen, ( der ist eh nicht so dumm um über das „heiße Pflaster“ zu gehen) aber für eine kleine Eierspeis reicht es schon: