11 Jahre Bürgerbitte

Im Jahr 2007 besuchte eine Gruppe des Vereines „Kubus, nein danke“ die Hofburg und wurden vom langjährigen Sekretär des Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, dem gebürtigen Waidhofner Bruno Aigner,  in den Amtsräumen herzlich empfangen. Nach einem Besuch der Prunkräume gab es auch noch ein Gruppenbild vor der „Zuckerbäckerstiege“:

Zuckerbäckerstiege 2007

Schon damals fiel auf, daß dieser Schriftzug schon länger keine „Farbe“ mehr gesehen hatte. Die Behebung dieses Umstandes  wurde deshalb in einem „Small talk“ als „Bürgerbitte“ formuliert.

Auch deshalb, weil die Zuckerbäckerstiege  eine historische Bedeutung außerhalb des „Zuckerbäckergewerbes“ hat.  Zwar wurden über diese Stiege die Süßigkeiten schon zur K&K Zeit hier hinauftransportiert, aber der legendäre Burghauptmann Kastner schrieb in einem Buch über die „amorösen Seiten“ dieser Stiege. So verließen einst einige wichtige Würdenträger  unbemerkt über diese Stiege die Hofburg, um in das sündige Nachtleben der Stadt „einzutauchen“!

Hier ein Auszug eines Berichtes:
In der Hofburg, dem Amtssitz des österr. Bundespräsidenten, gibt es seit der Kaiserzeit eine historische „Zuckerbäckerstiege“.
Vor dieser Stiege werden noch heute alle ausländischen Diplomaten (nach ihrer Vorstellung beim Bundespräsidenten) von der Bundesheergarde verabschiedet.

Diese Liefer-Stiege führte einst direkt in die Amtsräume des Kaisers.

Aber es gibt auch eine „amoröse“ Deutung:
Über die „Zuckerbäckerstiege“ ins Nachtleben !

Maria Theresia:
…… für ihren Gatten Franz Stephan von Lothringen und ihren Sohn Kaiser Joseph II. war die Zuckerbäckerstiege von pikanter Bedeutung.
„Dadurch konnte das Haus inkognito verlassen werden, und das wird sowohl Franz Stephan als auch Joseph II. nachgesagt. Sie wollten in das Wiener Nachtleben eintauchen“, erklärt Buchautor Kastner.

Leider hat die Witterung der letzten Jahre das Erscheinungsbild des Schriftzuges “etwas schmuddelig” gemacht. Aber dieser Schriftzug könnte  ob seines “amorösen” Hintergrundeseinmal in “besondere Stadtführungen” eingebaut werden. Ein gepflegter, ansehnlicher Anblick wäre daher im Sinne des österreichischen Kulturerbe doch empfehlenswert.

 

Als einige Jahre später (2014) der Verein Club 598  beim Bundespräsidenten im Büro war, war die Schrift schon sehr unansehlich geworden – konnte schon als „optische Beeintächtigung des inneren Burghofes“ gesehen werden.

Wientag Ybbstalbahn Hofburg Zuckerbäckerstiege 2014 v
Daher ersuchte Karl Piaty sen. 2016  Bundespräsident Dr. Heinz Fischer ein gutes Wort für ein „bißchen Farbe“ für die „Zuckerbäckerstiege“ einzulegen. Aber  es stand bald ein Wechsel des Bundespräsidentenamtes bevor und so wurde auf den „Neuen“ gesetzt.  Doch Österreich brauchte für die Wahl gleich 3 Wahlgänge, einige Zeit waren sogar die 3 Nationalratspräsidenten  mit den Aufgaben des Bundespräsidenten betraut.
Während des langen Wahlkampfes wurden die beiden Kandidaten Van der Bellen und Hofer natürlich auf  freundliche und süße Weise  schon auf die „Zuckerbäckerstiege“ hingewiesen – also konnte man gespannt sein, wer Präsident wird.

Diese Zusammenstellungen berichten über den geplanten „Deal mit der Zuckerbäckerstiege“  Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer im Wahlkampf zur Bundespräsidentenwahl.
Alexander Van der Bellen Wuchteln Zuckerbäckerstiege

Norbert Hofer Wuchteln Zuckerbäckerstiege

Karl Piaty Zuckerbäckerstiege.jpg

Nach 3-maligen Anlauf wurde Dr. Alexander Van der Bellen Bundespräsident und hatte nun wichtigeres zu tun, als sich um die „Zuckerbäckerstiege“ zu kümmern. Aber natürlich bekam auch er zu seiner Angelobung eine Tasse „Piaty Wuchteln“.

Das Piaty Video (bisher fast 2700 Seher) seiner ersten Amtsstunde ist hier zu sehen:

Aber leider wurde der Schriftzug der Zuckerbäckerstiege immer häßlicher, obwohl gerade dort meistens  die hohen Staatsbesuche beginnen und enden.
Botschafter von Ruanda vor Zuckerbäckerstiege 10.5.2017

Als nun ab Juli 2018 der Ratsvorsitz Österreichs in der EU bevorstand, bat  Karl Piaty, doch endlich den Schriftzug zu sanieren. Als Argument konnte die Fernsehübetragung des russischen Fernsehens RT herangezogen werden, denn Präsident Vladimir Putin wurde vom Militär im Juni 2018 wieder genau vor der Zuckerbäckerstiege empfangen.
Putin und Van der Bellen - Gardeabnahme vor Zuckerbäckerstiege 2018

Im russischen Fernsehen sah das dann so aus:

Aber trotz allem, der Schriftzug wurde nicht saniert –
der Grund allerdings auch nicht genannt.

Daher  kam ein Tipp einer Insiderin des Innenlebens der Hofburg zu Karl Piaty sen., denn das Problem „Zuckerbäckerstiege“ war „im Hause“ doch schon genügend bekannt. „Schreiben Sie doch den Burghauptmann persönlich an, vielleicht ist man dort froh einen Bürger-Tipp zu bekommen“!   Gesagt getan, ein Mail erging an den Burghauptmann und eine persönliche Aussprache  am 25. September 2018 sollte eine Erörterung bringen.  Doch die österreichische Burghauptmannschaft hat nun vorbildlich und sehr schnell reagiert. Am 26. September 2018 wurde Karl Piaty,  nebst dem Büro vom Bundespräsidenten,  folgendermaßen informiert:

Sehr geehrter Herr KR Piaty!

Die Burghauptmannschaft Österreich darf ihnen mitteilen, dass der Bereich rund um den Schriftzug „Zuckerbäckerstiege“ gestrichen wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Hofrat Mag. Markus Wimmer !

Und tatsächlich, nun kann auch dieser Bereich des Burghofes als „Schmuckkästchen“ für den Empfang der Ehrengäste zur EU Präsidentschaft bezeichnet werden.

Und Wien hat ein „Fotomotiv“ mehr. Denn was anderswo ein „Sonnenuntergang hinter den Bergen ist“ das ist nun in den Türfüllungsgläsern die „Abendsonne auf den gegenüberliegenden Prunkgebäuden des Burghofes“
Bilder sagen mehr als 1000 Worte:
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Karl Piaty sagt Dank für die nun vorbildliche Vorgangsweise der  „österreichischen Burghauptmannschaft“ – die rund 3 kg Farbe werden den Staats-Haushalt nicht sehr belasten und Karl Piaty wird sein Versprechen halten, daß der „Maler“ natürlich seine „Wuchteln“ demnächst bekommt.

Karl Piaty sen. am 26. September 2018 – Foto von Raoul SchmidtDSC00740 (3)

Am 9. Oktober 2018 feiert Alt-Bundespräsident Dr. Heinz Fischer seinen 80. Geburtstag. Er ist als begeisterter Genießer von österreichischen Traditionsmehlspeisen bekannt, kennt die Piaty Wuchteln daher natürlich persönlich.

Fischer Wuchteln

Hier prüft er in Waidhofen / Ybbs in der Konditorei Piaty „Wuchteln mit Vanillesoße“ – es ist anzunehmen, daß es auch für ihn eine Freude ist, daß die Zuckerbäckerstiege nun ein Aussehen besitzt, wie es sich Berufsstand und Produkte des Traditionshandwerkes verdient haben.