Maibaumwache 2019

„Maibaumaufstellen“ aber auch „Maibaumstehlen“ sind alte Traditionen im Mostviertel. Dabei sind die überlieferten Regeln recht einfach.

Solange der Maibaum nicht aufgestellt ist, also meist in der Nacht vorher, durfte der „Maibaum gestohlen“ werden. Deshalb gab es damals „Wachen“, aber wenn es trotzdem gelang, den Maibaum zu stehlen, wurde daraus ein kleines Fest.

Die „Bestohlenen“ mußten die „Maibaumstehler“ bitten, den Baum doch wieder herauszugeben um ihn doch aufstellen zu können. Diese „Herausgabe“ wurde ausgiebig gefeiert, ein kleines „Stoppelgeld“ verlangt – und schon hatten die Besitzer ihn wieder. Nach dem Aufstellen durfte der Baum aber natürlich nicht mehr gestohlen werden.

Leider passierte den Waidhofner „Auslösern“ einmal ein Mißgeschick. Der Baum wurde „traditionswidrig“ erst nach dem Aufstellen gestohlen. Eigentlich nach der Tradition eine Blamage für die Maibaumstehler. Doch die Waidhofner fuhren trotzdem in die Nachbargemeinde und „lösten“ den Baum, überaus stark angeheitert, aus. Damit glaubten weitere „Baumstehler“ mit den Waidhofnern „leichtes Spiel zu haben“ und stahlen weiter auch bereits aufgestellte Maibäume – und kassierten noch dazu die ungerechtfertigte „Auslöse“.

Das wurde den Waidhofnern dann aber doch zu dumm und sie beschlossen ab damals den Baum 3 Nächte zu bewachen. So stehen sich eben verschiedene Vereine die ganze Nacht die Beine müde. Aber die Nachtwächter haben sich heuer doch auch diese Zeit etwas mit Würstel und Schaumrollen „versüßt“.

Lustig ging es auch in den Wirtshäusern zu, denn Musikanten ließen die Waidhofner „Aufhorchen“. Und auch das „Wetterhäuschen“  hatte viel Besuch.