Klimamanifest 2020

Am Montag 29. Juni 2020 wurde im Waidhofner Gemeinderat das Klimamanifest 2020 beschlossen. Darin ist klar ein „Umdenken“ erkennbar. So soll nun auch die Innenstadt „grüner“ werden. Sehr erfreulich, daß die Fehler des alten Stadtprojektes nun „ausgemerzt“ werden sollen.  Damals war kein Grün, keine Bäume  und keine Blumen auf den Häusern  in der Innenstadt erwünscht, sogar vom Rathaus mußte der einst so schöne Blumenschmuck entfernt werden.

Doch das Hauptproblem des „nunmehrigen Wüstenklimas in der Innenstadt „ ist und bleibt das „Granitpflaster“. Bis zu 70 Grad wurden da schon gemessen, und so werden auch die „Hitzeschäden“ immer besser sichtbar – siehe Titelbild:

Und auch zum Unterschied von Beton und Asphalt kühlen „Granitsteine“ nach dem Sonnenuntergang nicht sofort aus, sondern strahlen über Stunden so wie ein Kachelofen die Wärme ab.  30 Grad um 22 Uhr sind da keine Seltenheit mehr – das wissen allerdings nur noch die wenigen Waidhofner, welche in der Nähe des Freisingerberges wohnen.

Sogar Spiegeleier kann man seither dort braten:

Ob es auch hier Änderungen geben wird,
ist im Klimamanifest allerdings nicht ersichtlich:
WY_Klimamanifest2020

Zur Erkärung des Klimamanifest 2020 der Stadt Waidhofen / Ybbs :
Ein Manifest (lateinisch manifestus) ist eine öffentliche Erklärung von Zielen und Absichten, oftmals politischer Natur.

Das Waidhofner Manifest ist aber eher ein Rückblick mit Auflistung vergangener Zeiten  mit viel Selbstbeweihräucherung. Ziele sind eindeutig in der Minderheit.

In anderen Städten werden nun derartige „Steinwüsten“ wieder zurückgebaut – mal sehen, was die Waidhofner Gemeinderäte zur Behebung der „alten Bausünden“ beitragen werden.Bemerkenswert zu Pflasterungen während der heißen Sommermonate:
Die Waidhofner Pflastersanierung 2020 am Oberen Stadtplatz wurd nicht während der günstigeren Monate  im Frühjahr (durch Corona hätten diese auch weniger gestört) sondern sehr problematisch  im Juli und August vom Gemeinderat angesetzt.Abgesehen davon, daß Pflaster, welches bei über 30 Grad in starrer Verfugung verlegt wird, bei tiefen Temperaturen im Winter sehr schadensanfällig wird (Temperaturunterschied bezüglich Materialausdehnung) , ist auch die Arbeit für die Bauhofmitarbeiter und Pflasterer bei so hohen Temperaturen eine echte Quälerei.

Daher hat nunmehr der Gesetzgeber hier neue Regelungen geschaffen:

Auskunft von der Arbeiterkammer:

Bauarbeiter: Hitzefrei ab 35 Grad

Eine eigene gesetzliche Regelung erlaubt Hitzefrei für Bauarbeiter ab 35 Grad. Denn: Bauarbeiter sind unter schwerster körperlicher Arbeit die Hitzeopfer Nummer Eins. Vor allem der rasche Übergang von niedrigen auf besonders hohe Temperaturen darf im Zusammenhang mit Herz- und Kreislauffunktionen nicht unterschätzt werden!

Gesetzliche Regelung

Die Bausozialpartner haben daher eine gesetzliche Grundlage für den Schutz bei Schwerarbeit mit Hitzebelastungen geschaffen.
Auf Vorschlag der Bausozialpartner wurde daher im Parlament eine Regelung im Bauarbeiter- Schlechtwetterentschädigungsgesetz geschaffen. Darin ist geregelt, dass bei plus 35 Grad Hitze das Arbeiten im Freien eingestellt werden kann. Die Entscheidung dazu liegt beim Arbeitgeber bzw. dessen Beauftragten. Den Arbeitern gebührt eine Entschädigung in der Höhe von 60 Prozent des Stundenlohns.

Diese Pflastersanierung mitten im Hochsommer ist daher sehr risikoreich.

1. Regnet es, können die Pflasterabeiten nicht durchgeführt werden
2. Ist es zu heiß, sollten die Abeiten,  vor allen Dingen  auch aus gesundheitlichen Gründen zum Schutze der Arbeiter,  eingestellt werden,
3, Wird bei zu hohen Temperaturen gepflastert, sind außerdem Folgeschäden  vorprogrammiert.

 

Näheres zum Thema: https://piaty.blog/2020/06/25/das-millionen-grab/

Zurück zum Waidhofner Klimamanifest 2020 :

Auch bezüglich öffentlicher Verkehr (CO2 frei) ist das Manifest nicht auf dem letzten Stand, mit der neuen Ministerin Eleonore Gewessler sind nunmehr bessere Möglichkeiten vorhanden.

Und am Tag der  Gemeindeatssitzung (29.6.2020) stellte Ministerin Gewessler auch ein neues Förderprogramm für E-Fahrzeuge vor:
https://news.orf.at/#/stories/3171552/

Und der Gemeinderat hat auch beschlossen, daß die Leiter der einzelnen Bereiche als „Lokführer“ bezeichnet werden. In der bildlichen Aufarbeitung im Klimamanifest sind dazu passenderweise Dampflokomotiven abgebildet. Eigentlich gar nicht so unpassend. Denn die Ybbstaler Dampflok Yv2. des Verein Club 598 ist die einzige Dampflok der Welt, die ihre gesamte Regelverkehrsstrecke (Citybahn Waidhofen / Ybbs) mit CO2 neutralem Betrieb bewältigen könnte. Denn das nachwachsende Holz, daß zum Betrieb des kurzen Stückes bis Gstadt benötigt wird, könnte aus den Wäldern des Ybbstales kommen.
Das was jetzt dort fährt verbraucht, so  wie die City-Busse, nicht erneuerbares  Dieselöl – aber das wäre schon wieder eine ganz andere Geschichte für das „Klimamanifest“!
Klimamanifest 2020 Dampflokführer