Fred Eichleter Spitze Feder

Stadtdichter #27

Das Gedicht zur Wiedereröffnung des Gasthofes „Halbmond“

In kleinen Orten ist das Wirtshaus
das wichtigste für jedermann,
weil man sich für entspannte Stunden
mit andern Menschen treffen kann!

Der Pfarrer sitzt bei Schuldirektor,
der Bürgermeister beim Gendarm,
sie plaudern über dies und jenes
und aus dem Ofen dampft es warm.

Die Wirtin ist fast eine Zeitung,
bei ihr erfährt man allerlei,
sie bringt das Bratl aus dem Reindl
samt einem Vierterl oder zwei!

In uns‘rer Stadt ist es nicht anders!
Man schätzt auch hier das Miteinand‘,
bei gutem Essen, nettem Plaudern
und einen Glaserl in der Hand!

Auch hier sitzt neben der Geschäftsfrau
der Lehrer und der Advokat,
der Bürger neben einem Bäcker
und Herren vom Gemeinderat!

Ein neugieriger Zuckerbäcker
filmt alles mit der Kamera,
bewahrt so maches für die Nachwelt,
denn ganz Waidhofen ist heut‘ da!

In dieser Zeit des Wirtesterbens
hat es ein Wackerer gewagt
und hat voll Zuversicht und Weitblick
zu einem Wirtshaus „Ja“ gesagt!

Das Ambiente dieses Hauses
war Gererationen gut vertraut,
..ob die geliebte Pillgrab Bertie
heut‘ wohl von oben runter schaut?

Ihr Schwiegersohn, genannt der „Fredl“,
war unser aller guter Freund,
ein Wirtshausabend hier im Hause
hat alt und jung vergnügt vereint!

Das alte Haus hat lang geschlafen,
…riss hier ein Prinz die Dornen aus?
Fast ist ein Märchen wahr geworden,
ein neuer Geist erfüllt das Haus!

Mit Tanz in urigen Gemäuern
am Freitag Abend fing es an,
heut‘ ist das Haus so weit gediehen,
dass man es freudig zeigen kann!

Und uns’re Stadt hat zugewonnen,
wir haben wieder ein Entree,
ihr „Stresslers“ seid uns hoch willkommen,
ein Danke für den Chef in spe!

Nun lasst die Gläser fröhlich klingen,
so wie es Brauch seit alters her,
ein wieder aufer‘stand‘nes Wirtshaus
…Waidhofner Herz, was willst du mehr!

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