Der heilige Abend wird heuer vom Kulturkreis Freisingerberg mit einer besonders heimeligen „Krippenszene“ in der über 400 Jahre alten Bauenstube im Bäckerhaus Piaty im Internet online gezeigt.

Hier der Link für die weltweite Premiere um 17 Uhr:

Stadtdichter Fred Eichleter hat dazu extra einen „eigenen Reim“ gemacht:

In uns‘rer Ybbstalbauernstub‘
singt ein Waidhofner Bauernbub‘,
als Hirt‘ gekleidet, schlicht und sacht,
das Lied der „Stillen, heil‘gen Nacht“!

Ein Lied, das um die Erde ging,
das sich in Menschenherzen fing,
das in der ganz besond‘ren Nacht
uns Weihnachten so festlich macht!

Schaut euch in dieser Stube um,
gar vieles dort erinnert stumm
an hartes Leben, Freud und Leid
und ländliche Vergangenheit!

Hier drinn‘ vergessen wir die Zeit
samt Schatten der Vergangenheit!
Hier ist man Mensch, nur Mensch allein,
…hier darf der Abend still noch sein!

Im Jahre 1614 – kurz vor Ausbruch des 30- jährigen Krieges – wurde in der Nähe von Waidhofen an der Ybbs ein Bauernhaus gebaut – mit einer urigen Stube.

1962 war dieses Bauernhaus unbewohnbar geworden, nur die alte Stube mit den kleinen Fenstern und dem alten Trambaum war noch erhalten. Kurz vor dem Abriss dieser Stube kam der Bäckermeister Karl Piaty (geb. 1910) zum Fotografieren vorbei. Aber diese Stube begeisterte ihn so sehr, daß er die Holzfenster, den Tram, den Herrgottwinkel und Tisch und Bänke vor der Verbrennung rettete und in seinem Bäckerhaus am Dachboden wieder aufstellte.

Diese Stube ist heute der Mittelpunkt der „Bäuerlichen Volkskundesammlung Piaty“ mit über 2500 Gegenständen aus nur 10 km Umkreis von Waidhofen.

1962 hat sie der damalige Landeshauptmann Dr. Leopold Figl eröffnet, in der Zwischenzeit besuchten weit über 100.000 diese einzigartige Sammlung. Fernsehsendungen großer Zahl wurden hier gedreht.

Aber im Jahr 2020 gibt es coronabedingt keine großen Feiern.

So wurde für den heiligen Abend dieses Video gedreht, das zeigen soll, wie Weihnachten in so einer Stube auf die Menschen wirkt.

Nur ein Hirte – in Person des jungen Waidhofners Christoph Hirtenlehner – und ein Engel (Renate Wachauer) sind dabei –
….. aber schauen Sie sich das doch bitte selber an.

Stadtdichter Fred Eichleter hat aber noch ein 2. Gedicht für Weihnachten geschrieben – hier diese schönen Zeilen

Und sind wir auch im Inneren
aus hartem Stein und Erz,
füllt immer um die stillste Zeit
Erinnerung das Herz!

Die Sehnsucht nach Vergangenem
lässt uns dann nicht in Ruh`
und schlägt, wir sind oft chancenlos,
mit bunten Bildern zu!

Gefühle und Gedanken sind
auf einmal wieder da
erinnern an das Weihnachtsfest
und was als Kind geschah!

Und plötzlich bist du wieder klein,
für eine einz`ge Nacht,
ein Kind, geborgen und geliebt,
zum Glücklichsein gemacht!

Der Lichterbaum mit seinem Glanz
holt dir das Damals her
und alle, die du einst gemocht,
sind keine Schatten mehr!

Weil es vielleicht der Schöpfer will,
in dieser stillen Zeit,
taucht uns`re Seele träumend ein
ins Meer der Ewigkeit!

Ja, das Erinnern tut uns gut!
Und Weihnachten berührt,
weil man in dieser einen Nacht
die eig`nen Wurzeln spürt!

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