Eisenbahn Kulturkreis Freisingerberg N.Ö. Politik

Zukunft der „Citybahn“

Zusammenfassung eines Mystery Testes
Citybahn Waidhofen / Ybbs in der 1. Jännerwoche 2021.

Das Video zeigt einige Fahrten und auch den Ticketkauf.

Zug fährt „ab“ – Der Ticketautomat – das unbekannte Wesen

Fuhren einstmals uns‘re Ahnen
stolz in Öst’ reichs Eisenbahnen,
war sogar der „Kondukteur“
ein besonders stolzer Herr!

Reformiert ist nun die Bahn!
Jeder spart heut‘ wo er kann,
Karten, dreimal darfst du raten,
gibts beim Kartenautomaten
und nicht mal die Micky Maus
kennt sich manchmal dabei aus!

Das passende Gedicht dazu natürlich von Stadtdichter
Fred Eichleter

Das „stolze Ergebnis“ nach 12 x klicken – aber auf der Citybahn geht es auch bequemer

Es kann gesagt werden, daß hier die NÖVOG einen politischen Auftrag in hervorragender Weise durchführt. Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit muß mit Höchstnote 1 bewertet werden. Daß die Citybahn nun nicht mehr pfeift ist verschiedenen Investitionen in Straßenquerungen zu verdanken, dafür sind die Anrainer sehr dankbar. Weniger gelungen sind die aus Deutschland kommenden Haltestellenhäuschen und die darin befindlichen Mistkübeln und akustischen Ansagen – ein persönlicher Lokalaugenschein im Schillerpark zeigt dies bereits jetzt, nach nur wenigen Wochen Betrieb, recht gut auf.

Die mit großem finanziellen Aufwand durchgefühte „Verschwenkung der Gleise“ in der Nähe des Hauptbahnhofes ist ein eigenes Thema – hier werden Bahn- und Verkehrsfachleute sicher noch ihre „Expertisen“ erstellen – dazu vorerst lediglich ein kleines „Nachdenk-Video“ vom 5. Jänner 2021:

Dieser Auftrag, der von der Politik in NÖ und im Bund beschlossen wurde und von den Steuerzahlern mit hohen Summen bezahlt wird, hat derzeit einen zu erwarten gewesenen Nachteil. Die Auslastung ist durch die Verkürzung und den Halbstundentakt nicht mehr im Sinne einer wirtschaftlichen und schon gar nicht bezüglich der umweltbezogenen Vorgaben zu sehen.

Dieselbetrieb, daher fossiler Treibstoff von 5:30 früh bis 21 Uhr nachts in bewohntem Gebiet, und eine Fahrgastbelegung bei vielen Fahrten mit 0 Personen, im Testzeitraum max. 4 Fahrgästen, ist für einen Triebwagen mit rund 60 Sitzplätzen nicht vertretbar.

Kein Schulbetrieb, coronabedingter Lockdown – dies alles spielt derzeit eine große Rolle, aber der Betrieb an schulfreien Tagen wird auch später problematisch (vor allem im Umweltbereich) erfolgen müssen.

Samstag 36 Fahrten und
Sonn- und Feiertag 24 Fahrten sind in jedem Fall zu hinterfragen.

Warum hat die Bundes- und NÖ Landespolitik diese Fahrplangestaltung so gewählt und lassen diese hohen Kosten von den Bürgerinnen und Bürgern bezahlen?

Ob da das schlechte Gewissen mancher Politiker federführend war?

Denn der NÖ. Landtag hat einst einstimmig die Erhaltung der Ybbstalbahn in seiner gesamten Länge von Lunz bis Waidhofen und von Ybbsitz bis Waidhofen beschlossen. Verträge sicherten diesen Betrieb zumindest bis ins Jahr 2025 ab.

Doch dann begann die scheibchenweise „Vernichtung“ dieser für das Tal und den Tourismus so wichtigen Bahnstrecke. Noch 2012 war es der damalige Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, der für die ganze Strecke den Erhalt der Ybbstalbahn – und daneben auch einen Radweg wollte und beides zusammen auch öffentlich versprach. (siehe Video weiter unten).

Diese zukunftsweisende Forderung wurde dann 2014 von den Ybbstaler Bürgermeistern (keiner mehr ist 2020 noch im Amt) mittels eines „Radwegvereines“ zerstört.
Rad & Bahn – überall in Europa ein Erfolgsrezept – nur im Ybbstal nicht –
für spätere Generationen sicher unverständlich.

Das letzte verbliebene Teilstück der Bahn (Gstadt Waidhofen/ Ybbs) wäre ein zukunftsträchtiges Projekt für die Aufschließung eines Betriebgrundstückes gewesen, denn zu jedem modern denkenden Betrieb gehört heute auch eine sichere und bequeme Verkehrsanbindung für die Mitarbeiter.

Optimal ist hier natürlich „die Schiene“.

Diese einfache Möglichkeit durch eine bereits vorhandene Bahnstrecke hat das Land NÖ. 2020 verhindert, vielleicht auch, um aus den Grundverkäufen entsprechende Erlöse erzielen zu können. Hiezu ist die politische Diskussion bereits im Gange, siehe unten den topaktuellen Kroneartikel vom 5. Jänner 2021.
Namhafte Politiker als „Grundstücksspekulanten“ – das fehlte gerade noch zum Thema Ybbstalbahn.

Das nunmehr verbliebene Rumpfstück der City-Bahn ist ohne Schultransporte sicher nicht überlebensfähig. Mit einem entsprechenden Konzept mit Bus für Schüler und Citytaxi für Bewohner wäre diese Bahn rasch zu ersetzen.
Bürgermeister Krammer hat eine Studie erstellen lassen, wonach der Schülertransport mit Bussen möglich ist, der Antrag auf ein Citytaxi in Waidhofen/Ybbs wurde bereits 1998 eingebracht – vielleicht sollten sich die klimafreundlichen Verkehrspolitiker sich das doch wieder einmal anschauen.

Es wird die Zeit bald zeigen, ob es einen Halbstundentakt außerhalb der 2 bis 3 Schülerfahrten am Tag benötigt, und ob die Bahn ohne die hohen Förderungen (derzeit mit Steuergeld aus Bund und Land finanziert) überleben kann.

Noch sind die Geleise bis Gstadt nicht weggerissen, noch sind Entscheidungen für eine „Zukunft auf Schiene“ hier möglich.

Die NÖVOG (NÖ. Bahnen) scheint in der Lage, auch diese wirkliche Pendlerbahn zu betreiben, die Politk muß ihr nur die Chance dazu geben.

Aus den Archiven:
Pröll zu Rad und Bahn im Ybbstal – 2013:

Sobotka zur Sicherung der gesamten Ybbstalbahn,
mit dem Nahverkehrsvertrag zumindest bis 2025

Gesamtes Protokoll der NÖ. Landtagssitzung, wo der Erhalt der Ybbstalbahn einstimmig beschlossen wurde – ab Seite 249 – Wichtigster Beitrag – Landtagsabgeordneter Ökonomierat Ignaz Hofmarcher – damals auch Vizebürgermeister von Waidhofen / Ybbs

Wie ein ehemaliger Verkehrsminister (Martin Bartenstein) das Problem des öffentlichen Verkehr in Kleinstätten lösen wollte ist hier nachzulesen:
23 Jahre sind seither vergangen
wohl eine Schande für die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte:
https://piaty.blog/2019/01/08/citytaxi-waidhofen/

Abschließend noch eine „politische“ Betrachtung,
der Text zum Video vom 5. Jänner 2021 (siehe Beginn des BLOG):

Die Politiker brauchen öfters Beispiele um zu zeigen, daß sie mit dem Geld der Bürger machen können was sie wollen. Sie sind demokratisch gewählt, das ist daher ihr verbrieftes Recht. Immer wieder gibt es dazu Beispiele, die diese „Eigenart“ der „leider oft mediengesteuerten Politik“ aufzeigen.
War es 2007 der „verglaste Stahlquader“ am alten Schloßturm, so ist es 2021 der Wochenendfahrplan der „Citybahn“.
Sowohl Schloßturm als auch die Ybbstalbahn waren untrügerische Zeichen für die Schaffenskraft der Vorfahren des Ybbstales, im besonderen der Stadt Waidhofen / Ybbs. Daher ist diese „ungerechte Geiselnahme“ der alten Kulturgüter durch die nunmehrigen Politiker für diese auch „zum Schämen“ geeignet.

Ebenfalls aktuell am 5. Jänner 2021 in der Kronenzeitung:
Vizebürgermeister Mario Wührer gibt erstmals öffentlich zu, daß es einen „Deal“ der Stadt mit Hilfe des Finanzlandesrates Schleritzko gab – nun, er wird es wohl wissen, was da „hinter den Kulissen“ gelaufen sein dürfte.

Schon am 7. Jänner 2021 zogen die „Regionalzeitungen“ nach:
https://www.noen.at/ybbstal/ybbstalbahn-wirbel-um-ankauf-der-bahntrasse-in-waidhofen-waidhofen-an-der-ybbs-ybbstalbahn-noevog-print-240971935

Am 8. Jänner 2021 haben auch die OÖ. Nachrichten über diese Grundstückskäufe berichtet – hier bereits mit Gegenrede des Parteichefs der Waidhofner SPÖ:
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/streit-um-ankauf-der-citybahntrasse;art68,3338361

Zur Erinnerung: Als 1. berichtete dazu der Kurier:

Besonders viel Raum und sogar die Titelseite bekommt das Thema am 13. Jänner von den Bezirksblättern:

Und wieder „strahlende“ Gesichter in den Medien, wenn die „Sicherungs-Zeichen“ für eine Eisenbahn Bahn abmontiert werden:
Die „3 H“ des Ybbstales (Hofmarcher, Heuras, Hanger) bei der „Stopptafelentfernung in Ybbsitz“

Und nun „strahlen wieder andere“ und freuen sich über den „Rückbau einer Eisenbahn“ – diesmal schreiben wir aber das Jahr 2021 wo der Rückbau von Schienenwegen so gar nicht mehr passt – zumindest meinen das die EU Politiker und die österr. Bundespolitiker – aber im Ybbstal laufen die Uhren eben anders:

Ybbstaler vom 7. Jänner 2021

Daher hier ein „passendes Geschenk“ für die Verkehrsplaner in NÖ.-
…. die Uhr, die rückwärts läuft:

Derzeit sieht man auf der Citybahn Fahrgäste, welche die neuen Haltestellen dokumentieren. Erst diese Woche war ein jugendlicher Videomacher bei der Kupferschmiedgasse und bei der Pestalozzistraße und hat alles dokumentiert. Aber auch Verkehrsplaner aus anderen Bundesländern schauen sich das nun alles näher an.

Auch die Kronenzeitung ist darauf aufmerksam geworden:
Von Seiten des Kulturkreises Freisingerberg wurde festgehalten, daß lediglich bei den zusätzlichen Fahrten im 1/2 Stundentakt nur die Tester an Bord waren.

Interessant im Zusammenhang mit der Einstellung (Verkürzung der Citybahn) auch ein Mail eines o.ö. Verkehrsplaners. Hier sein Schreiben in Ausschnitten:

S.g. Hr. Piaty, vielen Dank f. d. Besichtigung der gekappten Bahnübergänge. Ich hab mir die Sache noch einmal auf Luftaufnahmen angesehen, für WY sind die Bing-Maps genauer als die Google-Maps. Für Radfahrer sind die gekappten Übergänge weniger Problem, weil diese von den Siedlungen Höhen-  u. Rabenbergstr.,  sowie Pfarrerboden beim Schranken südwestlich von WY Stadt fahren können, letztere auch über den Hbf im Bereich Patertal.   

Das Problem für Fußgänger ist aber die Unterführung, die nicht behindertengerecht ist. Allerdings ist der Krausweg u. ev. auch die Krautberggasse für Rollstuhlfahrer ohnedies zu steil. Den gesperrten Weg auf den Buchenberg südlich der gr. YTB-Brücke habe ich zufällig gefunden.

An solchen Ergebnissen sieht man, daß die Entscheidungsträger, „die bezahlten Denker“ (warum etwas, da über 100 J. lang funktionierte, auf einmal nicht mehr möglich sein sollte) u. Planer selbst nicht zu Fuß, dem Rad od. Öff. Verkehr unterwegs sind.

Ich hab mir den Fahrplan angeschaut (da Sie gesagt haben, daß die Strecke bis Gstadt noch nicht eingestellt ist) u. habe festgestellt, daß mit geringen Fahrplanänderungen die Fahrt bis Kreilhof möglich ist: die bestehenden Züge, die am Hbf. an die Rud.bahn anschließen, könnte man belassen, ab Hbf. ´35, Kreilhof an ´44´od. 45,  zum Hbf. Kreilhof ab ´15 od. 16 u. Hbf. an ´25.

Das Zugspaar, das rund um die volle Stunde ab/an Hbf. fährt, bräuchte am Hbf. eine kürzere Wendezeit (4´genügen), weil dort außer in der Früh tagsüber keine Züge fahren. Da wäre die ideale Fahrzeit Hbf. ab ´02, Kreilhof an ´11 od. ´12, zurück ab Kreilhof `48 od. ´49, Hbf. an ´58.

Die Regionalbusfahrpläne, die nicht den Hbf. bedienen, sollten zeitlich auf die YTB-Züge beim Schillerplatz abgestimmt werden  – allerdings habe ich diese nicht extra begutachtet. Es sind ideale Abfahrtszeiten dort um ´45-´50 u. Ankunftszeiten um ´10-´15 ideal, um eben den Anschluß vom/zum Hbf. zu erwischen. Touristisch dürfte die Linie wegen der schönen Aussicht nach St. Leonhard interessant sein, die leider nur an Schultagen verkehrt. Verwirrend ist in diesem Bereich, daß die Bus-Hast. „Gymnasium-HAK“ heißt, denn gerade Touristen wissen i.d.R. nicht über Schulstandorte Bescheid. Aber es kommt oft vor, daß Bahnstationen u. nahe davon gelegene Bushalte anders heißen.

Interessant, wie die Autolobby den Klimaschutz seitens der Politik torpedieren: https://www.lobbycontrol.de/2020/11/autolobby-und-bundesregierung-blasen-zum-angriff-auf-geplante-eu-abgasnorm/

Was wir alles sonst noch in OÖ. machen, finden Sie auf https://www.verkehrswende-jetzt.at/, https://www.facebook.com/verkehrswende/ , https://ksi.jimdofree.com/aktuell/news/ u. https://www.probahn.at/tag/oberosterreich/  

Was NÖ. betrifft, gibt es viel auf https://www.probahn.at/tag/niederosterreich/ u. https://www.verkehrswende.at/ zu lesen. Für den Bereich Ybbstal wäre noch Platz, s. http://www.verkehrswende.at/initiativen-der-verkehrswende/ .

Wenn im Frühjahr wieder die YTB-Bergstrecke befahren wird, werde ich auch die YTB-Stadtstrecke neu befahren. Da kann man ja dann hoffentlich wieder auch als Tourist nächtigen.

M.f.G. P. B.

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