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Zukunft der „Citybahn“

Zusammenfassung eines Mystery Testes
Citybahn Waidhofen / Ybbs in der 1. Jännerwoche 2021.

Es kann gesagt werden, daß hier die NÖVOG einen politischen Auftrag in hervorragender Weise durchführt. Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit muß mit Höchstnote 1 bewertet werden. Daß die Citybahn nun nicht mehr pfeift ist verschiedenen Investitionen in Straßenquerungen zu verdanken, dafür sind die Anrainer sehr dankbar.

Die mit großem finanziellen Aufwand durchgefühte „Verschwenkung der Gleise“ in der Nähe des Hauptbahnhofes ist ein eigenes Thema – hier werden Bahn- und Verkehrsfachleute sicher noch ihre „Expertisen“ erstellen – dazu vorerst lediglich ein kleines „Nachdenk-Video“ vom 5. Jänner 2021:

Dieser Auftrag, der von der Politik in NÖ beschlossen wurde und von den Steuerzahlern mit hohen Summen bezahlt wird, hat derzeit einen zu erwarten gewesenen Nachteil. Durch die Verkürzung und den Halbstundentakt ist die Bahn nicht mehr im Sinne der umweltbezogenen Vorgaben zu sehen.

Dieselbetrieb, daher fossiler Treibstoff von 5:30 früh bis 21 Uhr nachts in bewohntem Gebiet, eine innerstädtische Bahn mit Dieselantrieb – andere würden sich dafür schämen.

Haben bei der Citybahn einige Politiker vielleicht ein schlechtes Gewissen?

Denn der NÖ. Landtag hat einst einstimmig die Erhaltung der Ybbstalbahn in seiner gesamten Länge von Lunz bis Waidhofen und von Ybbsitz bis Waidhofen beschlossen. Verträge sicherten diesen Betrieb zumindest bis ins Jahr 2025 ab.

Doch dann begann die scheibchenweise „Vernichtung“ dieser für das Tal und den Tourismus so wichtigen Bahnstrecke. Noch 2012 war es der damalige Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, der für die ganze Strecke den Erhalt der Ybbstalbahn – und daneben auch einen Radweg wollte und beides zusammen auch öffentlich versprach. (siehe Video weiter unten).

Diese zukunftsweisende Forderung wurde dann 2014 von den Ybbstaler Bürgermeistern (keiner mehr ist 2020 noch im Amt) mittels eines „Radwegvereines“ zerstört.
Rad & Bahn – überall in Europa ein Erfolgsrezept – nur im Ybbstal nicht –
für spätere Generationen sicher unverständlich.

Das letzte verbliebene Teilstück der Bahn (Gstadt Waidhofen/ Ybbs) wäre ein zukunftsträchtiges Projekt für die Aufschließung eines Betriebgrundstückes gewesen, denn zu jedem modern denkenden Betrieb gehört heute auch eine sichere und bequeme Verkehrsanbindung für die Mitarbeiter.

Optimal ist hier natürlich „die Schiene“.

Diese einfache Möglichkeit durch eine bereits vorhandene Bahnstrecke hat das Land NÖ. 2020 verhindert, vielleicht auch, um aus den Grundverkäufen entsprechende Erlöse erzielen zu können. Hiezu ist die politische Diskussion bereits im Gange, siehe unten den Kroneartikel vom 5. Jänner 2021.
Namhafte Politiker als „Grundstücksspekulanten“ – das fehlte gerade noch zum Thema Ybbstalbahn. Politisch ist es völlig unverständlich, wieso ein durchaus anerkannter Finanzlandesrat am Bahnsektor hier die politische Realität verweigert und die politischen Mitbewerber einen „aufgelegten Elfer“ zusteht:

Ausschnitt einer detailierten Presseaussendung der SPÖ Waidhofen / Ybbs

Noch sind die Geleise bis Gstadt nicht weggerissen, noch sind Entscheidungen für eine „Zukunft auf Schiene“ hier möglich.

Die NÖVOG (NÖ. Bahnen) scheint in der Lage, auch diese wirkliche Pendlerbahn zu betreiben, die Politk muß ihr nur die Chance dazu geben.

Aus den Archiven:
Pröll zu Rad und Bahn im Ybbstal – 2013:

Sobotka zur Sicherung der gesamten Ybbstalbahn,
mit dem Nahverkehrsvertrag zumindest bis 2025

Gesamtes Protokoll der NÖ. Landtagssitzung, wo der Erhalt der Ybbstalbahn einstimmig beschlossen wurde – ab Seite 249 – Wichtigster Beitrag – Landtagsabgeordneter Ökonomierat Ignaz Hofmarcher – damals auch Vizebürgermeister von Waidhofen / Ybbs

Wie ein ehemaliger Verkehrsminister (Martin Bartenstein) das Problem des öffentlichen Verkehr in Kleinstätten lösen wollte ist hier nachzulesen:
23 Jahre sind seither vergangen
wohl eine Schande für die Verkehrspolitik der letzten Jahrzehnte:
https://piaty.blog/2019/01/08/citytaxi-waidhofen/

Abschließend noch eine „politische“ Betrachtung,
der Text zum Video vom 5. Jänner 2021 (siehe Beginn des BLOG):

Die Politiker brauchen öfters Beispiele um zu zeigen, daß sie mit dem Geld der Bürger machen können was sie wollen. Sie sind demokratisch gewählt, das ist daher ihr verbrieftes Recht. Immer wieder gibt es dazu Beispiele, die diese „Eigenart“ der „leider oft mediengesteuerten Politik“ aufzeigen.
War es 2007 der „verglaste Stahlquader“ am alten Schloßturm, so ist es 2021 die Verkürzung der Citybahn.
Sowohl Schloßturm als auch die Ybbstalbahn waren untrügerische Zeichen für die Schaffenskraft der Vorfahren des Ybbstales, im besonderen der Stadt Waidhofen / Ybbs. Daher ist diese „ungerechte Geiselnahme“ der alten Kulturgüter durch die nunmehrigen Politiker für diese auch „zum Schämen“ geeignet.

Em 5. Jänner 2021 in der Kronenzeitung:
Vizebürgermeister Mario Wührer gibt erstmals öffentlich zu, daß es einen „Deal“ der Stadt mit Hilfe des Finanzlandesrates Schleritzko gab – nun, er wird es wohl wissen, was da „hinter den Kulissen“ gelaufen sein dürfte.

Schon am 7. Jänner 2021 zogen die „Regionalzeitungen“ nach:
https://www.noen.at/ybbstal/ybbstalbahn-wirbel-um-ankauf-der-bahntrasse-in-waidhofen-waidhofen-an-der-ybbs-ybbstalbahn-noevog-print-240971935

Am 8. Jänner 2021 haben auch die OÖ. Nachrichten über diese Grundstückskäufe berichtet – hier bereits mit Gegenrede des Parteichefs der Waidhofner SPÖ:
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/streit-um-ankauf-der-citybahntrasse;art68,3338361

Zur Erinnerung: Als 1. berichtete dazu der Kurier:

Besonders viel Raum und sogar die Titelseite bekommt das Thema am 13. Jänner von den Bezirksblättern:

Und wieder „strahlende“ Gesichter in den Medien, wenn die „Sicherungs-Zeichen“ für eine Eisenbahn Bahn abmontiert werden:
Die „3 H“ des Ybbstales (Hofmarcher, Heuras, Hanger) bei der „Stopptafelentfernung in Ybbsitz“

Und nun „strahlen wieder andere“ und freuen sich über den „Rückbau einer Eisenbahn“ – diesmal schreiben wir aber das Jahr 2021 wo der Rückbau von Schienenwegen so gar nicht mehr passt – zumindest meinen das die EU Politiker und die österr. Bundespolitiker – aber im Ybbstal laufen die Uhren eben anders:

Ybbstaler vom 7. Jänner 2021

Daher hier ein „passendes Geschenk“ für die Verkehrsplaner in NÖ.-
…. die Uhr, die rückwärts läuft:

Interessant im Zusammenhang mit der Einstellung (Verkürzung der Citybahn) auch ein Mail eines o.ö. Verkehrsplaners. Hier sein Schreiben in Ausschnitten:

S.g. Hr. Piaty, vielen Dank f. d. Besichtigung der gekappten Bahnübergänge. Ich hab mir die Sache noch einmal auf Luftaufnahmen angesehen, für WY sind die Bing-Maps genauer als die Google-Maps. Für Radfahrer sind die gekappten Übergänge weniger Problem, weil diese von den Siedlungen Höhen-  u. Rabenbergstr.,  sowie Pfarrerboden beim Schranken südwestlich von WY Stadt fahren können, letztere auch über den Hbf im Bereich Patertal.   

Das Problem für Fußgänger ist aber die Unterführung, die nicht behindertengerecht ist. Allerdings ist der Krausweg u. ev. auch die Krautberggasse für Rollstuhlfahrer ohnedies zu steil. Den gesperrten Weg auf den Buchenberg südlich der gr. YTB-Brücke habe ich zufällig gefunden.

An solchen Ergebnissen sieht man, daß die Entscheidungsträger, „die bezahlten Denker“ (warum etwas, da über 100 J. lang funktionierte, auf einmal nicht mehr möglich sein sollte) u. Planer selbst nicht zu Fuß, dem Rad od. Öff. Verkehr unterwegs sind.

Ich hab mir den Fahrplan angeschaut (da Sie gesagt haben, daß die Strecke bis Gstadt noch nicht eingestellt ist) u. habe festgestellt, daß mit geringen Fahrplanänderungen die Fahrt bis Kreilhof möglich ist: die bestehenden Züge, die am Hbf. an die Rud.bahn anschließen, könnte man belassen, ab Hbf. ´35, Kreilhof an ´44´od. 45,  zum Hbf. Kreilhof ab ´15 od. 16 u. Hbf. an ´25.

Das Zugspaar, das rund um die volle Stunde ab/an Hbf. fährt, bräuchte am Hbf. eine kürzere Wendezeit (4´genügen), weil dort außer in der Früh tagsüber keine Züge fahren. Da wäre die ideale Fahrzeit Hbf. ab ´02, Kreilhof an ´11 od. ´12, zurück ab Kreilhof `48 od. ´49, Hbf. an ´58.

Die Regionalbusfahrpläne, die nicht den Hbf. bedienen, sollten zeitlich auf die YTB-Züge beim Schillerplatz abgestimmt werden  – allerdings habe ich diese nicht extra begutachtet. Es sind ideale Abfahrtszeiten dort um ´45-´50 u. Ankunftszeiten um ´10-´15 ideal, um eben den Anschluß vom/zum Hbf. zu erwischen. Touristisch dürfte die Linie wegen der schönen Aussicht nach St. Leonhard interessant sein, die leider nur an Schultagen verkehrt. Verwirrend ist in diesem Bereich, daß die Bus-Hast. „Gymnasium-HAK“ heißt, denn gerade Touristen wissen i.d.R. nicht über Schulstandorte Bescheid. Aber es kommt oft vor, daß Bahnstationen u. nahe davon gelegene Bushalte anders heißen.

Interessant, wie die Autolobby den Klimaschutz seitens der Politik torpedieren: https://www.lobbycontrol.de/2020/11/autolobby-und-bundesregierung-blasen-zum-angriff-auf-geplante-eu-abgasnorm/

Was wir alles sonst noch in OÖ. machen, finden Sie auf https://www.verkehrswende-jetzt.at/, https://www.facebook.com/verkehrswende/ , https://ksi.jimdofree.com/aktuell/news/ u. https://www.probahn.at/tag/oberosterreich/  

Was NÖ. betrifft, gibt es viel auf https://www.probahn.at/tag/niederosterreich/ u. https://www.verkehrswende.at/ zu lesen. Für den Bereich Ybbstal wäre noch Platz, s. http://www.verkehrswende.at/initiativen-der-verkehrswende/ .

Wenn im Frühjahr wieder die YTB-Bergstrecke befahren wird, werde ich auch die YTB-Stadtstrecke neu befahren. Da kann man ja dann hoffentlich wieder auch als Tourist nächtigen.

M.f.G. P. B.



Vielleicht ist es möglich, diese Citybahn bald in ein besonders „innovatives“ Licht“ zu rücken. Denn das diese Bahn noch immer mit Dieselantrieb durch die Stadt fährt ist sicher kein Ruhmesblatt der NÖ Landespolitik. Aus dem Verkauf der Grundstücke viel Geld zu kassieren, aber nichts für die Umwelt zu tun, das ist 2021 eigentlich kein „Kavaliersdelikt“

Citybahn Waidhofen / Ybbs – Jänner 2021 – Foto: Karl Piaty

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