In der heutigen Zeit glaubt der Mensch auch bei der Natur der „Herrscher“ zu sein. Es gehört „beim Hang zur Natur“ dazu, Blumen zu züchten, ganze Parks anzulegen, Erde in Plastiksäcken durch das ganze Land zu karren, und viel Geld zu investieren um sich die „Natur“ nach seinem Willen „zu richten“.
Wie das alles richtig gemacht wird erklären dabei oft sogar „Politiker“.
Das ist ja auch gut so, denn die Natur soll ja auch gepflegt und gehegt werden. Aber es gibt auch „Blümchen ohne Pflege und Zutun“ durch den Menschen.

In der Tanzschule gibt es sogenannte „Mauerblümchen“ – diese nicht zu vergessen hat einst schon der unvergessene Hans Moser eingefordert:

Hans Moser ärgert sich über Hans Hold, weil sich dieser nicht um die „Mauerblümchen“ kümmert

Und wie sieht es unser Stadtdichter:

Wer fristet traurig und allein
sein einsam, karges Leben?
Wer steckt das Köpflein in den Sand,
dieweil die Andern schweben?

Wer kokettiert mit seinem Reiz,
verschämt und kaum beachtet?
Obwohl es sicher insgeheim
nach Anerkennung schmachtet!

Wer sieht schon uns’re Mauerblümchen?
Sie wachsen so versteckt
in Ritzen, Nischen, Mauerwerk,
dass man sie kaum entdeckt!

Bestimmt ist‘s die Bescheidenheit,
die zaghaft blüht und lacht!
Das Mauerblümchen möchte schon,
dass man es sichtbar macht!

Da kommt der Fotograf ins Spiel!
Er zeigt die stillen Seiten,
die unbewußt in uns‘rer Stadt
uns überall begleiten!

Ein Blumerl dort, ein Graserl da,
ein Halm und eine Blüte!
Der Künstler mit der Kamera
macht Fotos erster Güte!

Er zeigt uns das Verborgene,
macht sichtbar, was so nah ist!
Auch wenn man manchmal drüber sieht,
obwohl es ständig da ist!

Stadtdichter Fred Eichleter hat den „Mauerblümchen“ ein wirklich schönes Gedicht gewidmet.

Und Karl Piaty ging gleich in die Knie um auch alles ganz genau zu sehen.

Denn auch bei den Pflanzen gibt es „Mauerblümchen“ – und wer sich für das wirkliche Wunder der Natur interessiert, der kann sich glücklich schätzen. Da legt niemand Hand an, niemand düngt und gießt – alles läuft nach den Gesetzen der Schöpfung ab, denn auch wenn sich der Mensch vielleicht einmal selbst ausgerottet hat – diese „menschenverschonte“ Welt wird weiterbestehen.

Der Kulturkreis Freisingerberg hat sich dieser kleinen „Mauerblümchen“ rund um das Wetterhäuschen von 1899 angenommen und im Bild festgehalten. Naturfotograf Fritz Bachner hat sie gefunden und auf seine besondere Art abgelichtet – Hier sein erster Bild-Bericht dieser „kleinen Naturkunde“:

Die Mauerblümchen von Waidhofen / Ybbs – wer sie sucht, findet sie auch
In der Mauer rund um das Wetterhäuschen ist die natürliche Welt noch in Ordnung
Das „echte Mauerblümchen“ im Schloß-Gasserl, von den meisten Besuchern meist „übersehen“
Fritz Bachner auf der Suche nach den „Mauerblümchen“
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