Politik Waidhofen

Bäume und Busse

Nachdem Herbert Kickl der Stadt wieder den Rücken gekehrt hat, übernahm am Nachmittag des 22. Oktober 2021 wieder die heimische Politik die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Diesmal galt es die neue Bushaltestelle und die Bäume am Freisingerberg entsprechend in die Medien zu bringen.
Hier ein kurzes Video von dem Fotoshooting der Gemeinde:

Ging es beim „gemeinsamen Bankerlsitzen am Freisingerberg“ noch recht nett her, so war bei der Bushaltestelle die gute Laune etwas „gezügelt“ – auch das „Gut Gemeinsam“ Logo fehlte. Ob da einige schon „etwas nachgedacht“ haben?

Aber Bilder sagen wie immer mehr als 1000 Worte:

Die Eisen-Stadt in Holz – wie das alles in ein paar Monaten aussieht weiß jeder, der diese Art von Stadtmöblierung in der FUZO oder beim Wetterhäuschen gesehen hat.
Europas wohl einziger Citybus, der an Samstagen (Werktagen) nicht verkehrt – wir bekommen jetzt das 1-2-3 Klimaticket und können damit in ganz Östrreich mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren – auch mit den Waidhofner Citybussen – aber eben nur, wenn sie auch fahren. Ob man hier vielleicht noch umdenken wird? Denn es gäbe so einfache Lösungen.

Zu den Bäumen am Freisingerberg:
Friedrich Rechberger hat einst einen Baum am Freisingerberg gefordert, und seine Forderung wurde von vielen mitgetragen – sicher erinnern sich da manche noch daran zurück. Es wäre beim Umbau der Stadt (2000) ein leichtes gewesen, einen solchen oder auch mehrere Bäume zu setzen. Aber Architekt Beneder verwehrte sich gegen „jedes Grün“ in seiner Stadt – auch von den Häusern (Rathaus war das Vorbild) mußten alle „grünen und blühenden Behübschungen“ weichen – um die Leistungen der „Architektur“ nicht zu verdecken. Der gerade jetzt wieder so schön blühende Ahorn vor dem Rathaus wurde von einem tüchtigen Mitarbeiter der Stadt gerade noch gerettet – die Hälfte der Wurzeln war bereits abgeschlagen gewesen:

2000 wurde dieser Baum gerettet – daß er nun auch alt wird, sieht man ihm nicht an – aber er wird auch einmal ausgewechselt werden müssen.

Nun hat der Gemeinderat scheinbar die Meinung des Architekten gedreht und plötzlich sind Bäume akzeptabel geworden. Gut so, auch wenn das jetzt sehr teuer gekommen ist und diese Bäume mehr oder weniger in einer „Intensivstation“ aufwachsen. In den nächsten 2 Jahren angebunden, vom Wurzelballen bis zum Beginn der Äste im „Schilfschutz“ von unten künstlich mit Feuchtigkeit versorgt. In der Natur wachsen Bäume eben anders. Der moderne Mensch kann eben alles – glauben zumindest die Politiker.

Bei der Präsentation meinte Bürgermeister Krammer, daß Karl Piaty die Bäume schlecht redet Aber da irrt er, nicht die Bäume, sondern das „Rundherum“ ist zu hinterfragen:

Prinzipiell sind die Bäume ja gut, aber wie unvorteilhaft die Bankerl unter den Bäumen und Stützpflöcken nun optisch wirken, daß diese Art von Holz wenig geeignet ist länger schön auszusehen – hätte auch „gut und gemeinsam“ bedacht werden müssen. Jedenfalls ein großes Lob für die Bauhofmitarbeiter, welche es zuwege gebracht haben, zwischen der bereits vorher fix montierten „Kasperltheatergalerie“ diese Bäume dort so gut zusetzen.

Beispiel Zeller Hauptplatz – dort wo die Blätter den Bankerl nichts anhaben können.
Wetterfest lackierte Rundbankerl mit Lehnen und Armstützen – bequem und praxisgerecht. Unsere Vorfahren haben schon gewußt, wie man vorteilhaft gestaltet – Beispiel nehmen sei durchaus empfohlen.
Und es gibt auch andere Möglichkeiten – man sollte aber darüber „diskutieren“ dürfen. Wie das jetzt geschieht scheint es eher nicht den Aussagen von Bürgernähe und Bürgermitbestimmung zu entsprechen.

Und so stellt sich an die so „gut und gemeinsam“ handelnden Gemeinderäte die Frage, ob Ihnen das nun wirklich für die nächsten Jahre so gefällt. Wie man Bänke rund um Bäume platziert? Weit braucht man nicht zu gehen um so etwas zu sehen – Neben der Einfahrt zum Zeller Beta Campus ist eine nahe Adresse dazu.

Und bitte bald eine Lösung für den Wurzelbereich, denn als städtisches Hundeklo sollte das ja doch nicht auf Dauer dienen – daß Hunde das Bedürfnis haben, ihren Kot zu vergraben ist ja bekannt. Einen haben wir schon gesehen, dem diese „neue Möglichkeit“ sehr gefallen hat.

Und auch ein „Kiesbett“ dort nun anzulegen wäre wohl kontraprotuktiv. Denn für Kinder gibt es nicht Schöneres, als mit Steinen zu werfen – Super in der Ybbs z.B. – aber auch in der familienfreundlichen Stadt? Hier gelten eben andere Regeln.

Und daher könnte es ja auch ein weiteres Umdenken geben – denn wenn Industriebauten zu Grünoasen werden, warum sollte das nicht auch für den „Kubus“ gelten können?

Wenn jemand in die Zukunft sieht,
sieht er ein Industriegebiet,
gleich vor den Toren uns‘rer Stadt!
Auf bunten Wiesen, grün und satt
steh‘n jetzt Fabriks- und Firmenmauern,
die hundert Jahre überdauern!

Ob‘s uns‘re Seelen so erheitert,…?
…Das Bauen wird noch stark erweitert,
bis hin zum letzten Kreisverkehr!
Es grüßt schon bald kein Vogel mehr,
dort , wo der kleine Bahnhof lag,
die Sonne und den neuen Tag!

Der Bauboom hat die Stadt erreicht!
Und wegen uns‘rer Zukunft weicht
die Landschaft immer mehr zurück!
Man betoniert ein großes Stück
der Gegend zu und ist noch stolz!
Kein grünes Kraut, kein Stückerl Holz,
…nichts wird mehr wachsen und gedeih‘n!
Soll solcherart die Zukunft sein?

Dem Götzen Mammon ist‘s geschuldet,
dass man Beton und Kran erduldet,
…man tut, als ob es jeder wollt‘,…
die Hauptsach‘ ist, der „Rubel“ rollt!

Stadtdichter Fred Eichleter hat sehr scharf beobachtet. Aber es steht wieder unser Architekt im Focus, es soll alles begrünt werden – denn alles ist möglich.

Daher nun der Vorschlag für den Kubus, den Herbert Petermandl schon vor rund 20 Jahren eingebracht hat.

Eine kleine Rückerinnerung, welche Möglichkeiten Herbert Petermandl schon für die „Behübschungen der Architektur“ satirisch vorgeschlagen hat.

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