Urteil wartet noch!

Das Urteil von Richter Mag. Reinhard Stöckler ist noch nicht gefällt. Die N.Ö. Verkehrsorganisation (NÖVOG) hat den ehrenamtlichen Club 598  mittels Räumungsklage beim Bezirksgericht Waidhofen / Ybbs angeklagt. Am 30. November 2017 trafen sich die beiden „Streitparteien“ zum Prozess.
Es geht um den Erhalt des Waidhofner Kulturerbes Ybbstalbahn, insbesonders  auf jene wertvollen Objekte, welche vom Verein Club 598 in 45 jähriger Vereinsarbeit restauriert, erhalten und betriebstauglich gehalten wurden.
War noch vor wenigen Monaten angedacht, den Bahnhof Ybbsitz zu einem großen Tourismuszentrum über die Ybbbstalbahn auszubauen, wurde  dieser Plan von Bürgermeister Josef Hofmarcher zunichte gemacht, sogar das bereits vorhandene und wertvolle Eisenbahnmuseum hat er im Oktober 2017 aus seiner Gemeinde gejagt.
Dabei hatte der Verantwortliche des Radwegvereines (Obmann Ploderer) schriftlich bereits im März 2014 bestätigt, dass die Trasse nach Ybbsitz für eine Tourismusbahn zur Verfügung gestellt wird:
Ploderer Zusage Ybbsitz
Aber nur der Club 598 hat sich an die Vereinbarung gehalten. Für den Ankauf des Bahnhofes Ybbsitz hatte eine private Bietergemeinschaft mehr geboten, aber die NÖVOG verkaufte das Areal trotzdem der Gemeinde Ybbsitz. Für das Bahnhofsareal war von privaten Investoren ein Eisenbahnzentrum mit dem Titel „Alles unter Dampf“ angedacht worden, die finanziellen Mittel und die einzigartigen Objekte standen bereit. So sollte die Dampflok Yv.2 samt den historischen Waggons, eine originale Drehscheibe, ein dampfbetriebener Stromerzeuger und vieles mehr auf die so glorreiche Vergangenheit der Ybbstalbahn hinweisen und mit dem bestehenden Eisenbahnmuseum in den denkmalgeschützen Gebäuden des Areales ein großes  touristisches Alleinstellungsmerkmal geschaffen werden.

Medienbericht zur Sache  NÖN 6. Dezember 2017:

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Die Ybbstalbahn aus historischer Sicht:  Ybbstalbahn Richter

Das Kulturerbe Ybbstalbahn:
Sachverhalte 12. Februar 2018 – zur Räumungsklage der NÖVOG

Doch diese Chance ließ sich Ybbsitz entgehen, Bürgermeister Josef Hofmarcher ließ Schiene um Schiene entfernen, um auch den musealen und toristischen Bahnverkehr zwischen Gstadt und Ybbsitz unmöglich zu machen. Er verbannte das Eisenbahnmuseum aus dem denkmalgeschützten Bahnhof (es kam nach Rumänien) und verzichtete zur Gänze auf dieses tolle Tourismusprojekt über die Ybbstalbahn.

Damit hat er aber auch für die Stadt Waidhofen / Ybbs Probleme ausgelöst, welche nun sogar ein gerichtliches Vorgehen des Landes N.Ö. gegen den ehrenamtlichen Verein Club 598 auslöste. Denn durch die Verhinderung der Ybbsitzer fehlt nun auch für die wertvollen historischen Erinnerungen (allen voran die Dampflok) ein geeigneter Platz. Bisher konnte die Dampflok und einige Waggons mit Gerätschaften am Hauptbahnhof Waidhofen / Ybbs abgestellt werden. Doch nun sollte auch diese Möglichkeit beendet werden und es wurde von der NÖVOG sogar eine „Räumungsklage“ eingebracht.

Doch der Waidhofner Gemeinderat forderte Bürgermeister Mag. Werner Krammer einstimmig auf, diese Räumungsklage zu verhindern.
https://piaty.blog/2017/10/23/die-dringlichkeit/

Zugleich bot der Club 598 an, sowohl Dampflokomotive als auch historische Waggons kostenfrei als Dauerleihgabe an die NÖVOG abzutreten um damit das Problem zu lösen.

Citybahn – Dauerleihgabe Dampflok 30.11.2017
Viel Geld brachte der Club 598  in den vergangenen Jahren auf, um dieses Kulturerbe der Waidhofner betriebsbereit zu erhalten:

Das faire Angebot des Club 598  wurde noch vor der Gerichtsverhandlung als Vergleichsangebot sowohl an Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl Leitner und die weiteren Verantwortlichen in der N.Ö. Bahn-Causa schriftlich nähergebracht.

Gleich zu Beginn der Verhandlung im Bezirksgericht Waidhofen / Ybbs  bezog sich der rechtliche Vertreter der NÖVOG  auf die neue Situation und bot gemeinsam mit Richter Mag. Stöckler einige neue Varianten einer gütlichen Lösung an. Teile des Vorstandes des Club 598 berieten direkt vor Ort die gemachten richterlichen Angebote und entschlossen sich, die angebotene  Verlegung der Verhandlung auf den 22. Februar 2018 anzunehmen.
Natürlich wurde dazu vom Richter dringlich vorgeschlagen, bis dahin eine Lösung zu erarbeiten, welche überhaupt eine gerichtliche Entscheidung verhindern könnte.
Der  Dauerleihvertrag wird wohl am zweckmäßigsten sofort der gemeinsamen Diskussion zugeführt werden, wobei neben Bürgermeister Mag. Werner Krammer, Landesrat Mag. Karl Wilfing und NÖVOG Geschäftsführer Dr. Gerhard Stindl gemeinsam mit dem Vorstand vom Club 598 eine sachliche Lösung erarbeitet werden  sollte.  Eine politische Entscheidung (z.B. von der Landeshauptfrau) sollte wenn möglich erst gar nicht nötig werden.
Um die Umstände näher zu beleuchten,  wurde  diese aktuelle Sachverhaltsdarstellung für die Öffentlichkeit   zusammengestellt.
Ybbstalbahn Räumung Vergleich Gericht

Entsprechend dem Auftrag des Richters wird der CLUB 598 alle kurzfristig zu vereinbarenden Termine nach Möglichkeit gerne aufgreifen um rasch eine Lösung zu finden. Kulturerbe muß „leben“ – und eine Dampflokomotive muß eben auch fahren.

Erste Medienreaktion – O.Ö.N. am 1. Dezember 2017:
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/Delogierung-des-Clubs-598-vom-Bezirksgericht-vertagt;art68,2749920

Glosse von NÖN Chefredakteur Andreas Kössl –
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