Pflaster frißt Pflaster

War Waidhofen einst die „Stadt der Türme“, so ist sie jetzt endgültig die „Stadt des Pflaster“. Was Bgm. Mair mit seinem „Fahrbahnpflastern“ angerichtet hat, wissen die meisten Waidhofner aus eigener Erfahrung, was Bürgermeister Krammer nun mit dem Pflaster am Hohen Markt „vollendet“ ist allerdings ebenso „nachfragebedürftig“!

Wenn der „beratende Baustadtrat“ Dowalil so etwas öffentlich schreibt, darf sich der „einfache Bürger“ auch seine Gedanken machen.

Baustadtrat Martin Dowalil – Zur Pflasterung am Hohen Markt:
„Nachdem dieses Projekt nicht budgetiert wurde, ist auch kein Geld für die Umsetzung vorhanden, daher werden im Budget berücksichtigte Projekte nicht umgesetzt, wie die notwendigen Pflastersanierungen am Oberen und am Unteren Stadtplatz. Doch sind die Fahrbahnen hier in einem denkbar schlechten Zustand, dass umgehender Handlungsbedarf besteht da bereits erhebliche Gefährdungen für den Nutzer gegeben sind. Das Projekt am Hohen Markt ist denkbar schlecht vorbereitet, denn die Infrastruktur wurde in der Planung nicht berücksichtigt. Kanal, Wasser, Weihnachtsbeleuchtung und Anschlüsse für die Bespielung des Hohen Marktes, all das wird kurzfristig vor Ort festgelegt und umgesetzt, beträchtliche Mehrkosten werden zu erwarten sein. Ich schätze, dass es diesbezüglich in der sitzungsfreien Zeit zahlreiche Dringlichkeitsverfügungen des Bürgermeisters gegeben hat. „

Wie sah das in der Praxis aus ?
Chaos am Beginn der Pflasterung beim alten Rathaus – Zugang zum Hohen Markt von der Unteren Stadt ! Es wurden die falschen Steine geliefert, – nicht einmal, gleich zweimal. Doch damit nicht genug. Die letztlich auf diesem Teilstück verwendeten Steine sind von schlechter Begehungs-Qualität, nicht geschnitten, sondern billigst gebrochen. Erst nach Protesten wurde ein Streifen am Rand der Gasse verlegt (behindertengerecht sollte der sein). Aber an diesen Stellen befinden sich  die Warenaushängungen der noch vorhandenen Geschäfte, also wieder nix mit behindertengerecht.
Die schlecht begehbaren Steine wurden dann bis auf Höhe vom „Wirt am Eck“  verlegt, dann wurde der öffentliche Druck so groß, daß endlich auch im normalen Gehbereich geschnittene Steine gelegt wurden.
Übrigens wunderschön in kreisrunder Verlegeart.  Aber gut zu sehen ist diese Musterung nur solange, solange sie nicht mit Beton verfugt wird.

Hier die schöne Verlegeart vor der Verfugung !
Übrigens: „Historisches Pflaster“  wird nur in Sand gebettet – sobald Beton verwendet wird ist es vorbei mit „historisch“!

Doch sobald „verfugt“ ist, sieht man das Muster so gut wie nicht mehr – schade um die schöne Pflasterarbeit.

Pflaster rund ausgefugt 5.9.2018

Was wäre nötig gewesen, um die runden Mosaike auch nach dem Ausfugen zu sehen?

Man hätte dunkelbraune Steine nehmen können (siehe Bild vom „Kanzlerquartier“ in Alpbach), da sieht man dann das Mosaik auch nach dem Verfugen – oder eben die Mosaike in unterschiedlichen Steinfarben setzen – so aber wird das keine besondere Note des Hohen Marktes ergeben:

Auch zwischen Apotheke und der Frühstückspension „Schwarzer Bär“  liegen solche Rund-Mosaike mit Kleinsteinpflaster – aber niemand fällt das wirklich auf:
Pflaster Apotheke rund

Doch warum „frißt“  in Waidhofen ein Pflaster das Pflaster ?
Dazu muß man sich die Situation im Bereich RAIKA ansehen.
Als diese im Vorjahr umgebaut wurde, kam der Auftrag von der Stadt, diesen Bereich mit Kleinsteinpflaster auszuführen, was die RAIKA  dann auch durchführte.

Der hypermoderne neue Baustil und das Kleinsteinpflaster – 
allein schon etwas eigenartig.

Aber soll sein, was die Politik wünscht. Als 2018 die Fa. „Kabel plus“  dort die Glasfaserkabel verlegte, wurde dieses Pflaster  aufgeschnitten, eine Künette gegraben und nach der Kabelverlegung mit Asphalt gefüllt.

Viedeoausschnitt dazu:

Im Sommer  2018, als längst bekannt war, daß der Bürgermeister überall am Hohen Markt Kleinsteinpflaster haben will, wurden  die Asphaltteile entfernt und alles wieder mit Kleinsteinen neu gepflastert. Nun, rund 60 Tage später sind die Bagger wieder da, und reißen  das im Vorjahr neu verlegte Kleinsteinpflaster und auch die erst heuer im Juli wieder verlegten Kleinsteinpflasterungen wieder heraus.

Wer das versteht, sollte dies erklären. Es kann sich scheinbar nur mehr um „Optik“ handeln – ob das alle WVP Gemeinderäte bei ihrer Abstimmung so gewollt haben ?  Die finanzielle Abrechnung von der Baustelle wird das Rätsel lösen – war das alles schon bei den 310.000 Euro dabei oder „derf`s a bisserl mehr sein“!

Aber die Pflasterbaustelle Hoher Markt frißt auch teilweise das Pflaster in der übrigen Stadt. Die vielen Großcontainer LKW mit dem Abbruchmaterial und die Pflasterstein LKW fuhren schließlich alle auf den schon so maroden Fahrbahnpflaster der Innenstadtfahrbahnen.  Besonders schön sichtbar ist das auf der „nötigen Umkehrstelle der Groß LKW vor der Apotheke“  zu sehen. Die dort liegenden Kleinsteinpflaster haben innerhalb kürzester Zeit soweit nachgegeben, daß sich dort bei etwas Regen nun bereits sichtbar Lacken  bilden.

Apitheke lacke
Noch ärger könnte es in der Ölberggasse werden. Denn dort fahren ausgerechnet während der vorgeschriebenen Aushärtungszeit des neuen Stöcklpflasters trotz Fahrverbot nun die Bagger und schweren Stein- und Betontransporter, weil die Baustelle zeitlich und lagemäßig längst nicht mehr so abgewickelt werden kann, wie es der Baufolgeplan vorgesehen hatte. Die „feuchten Druck-Spuren“ zeigen schön, wie hier gearbeitet wird. (Foto vom 4. September 2018) Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung dafür, daß die Aushärtezeit nicht eingehalten  wird ?

DSC08756 (2)

Und das alte Pflaster in der Ölberggasse bekommt durch diese schweren Baugeräte auch „immer mehr“ ab:  Bilder vom 4. September 2018 – Pflastersprünge Ölberggasse.

 

Das kurze Video zeigt die Situation:

Auch das alte Pflaster in der Ölberggasse kommt jetzt immer mehr „unter die Räder“ der schweren Baumaschinen –
Foto vom 6. September 2018:
Ölberggasse 6.9.2018

In nächster Zeit wird es viel Lob für das neue Pflaster geben. Neu ist immer schön. Aber bedenken wir dabei immer, daß im Fall des Hohen Marktes ein tadelloses Pflaster gelegen ist, welches noch Jahrzehnte haltbar gewesen wäre. Ein Blick von oben und ein Blick von der Seite im Bereich Hartner / Bierplatzl zeigt diesen guten Zustand, der zuletzt vorhanden war:

Und daß nun in weiten Teilen ein qualitativ besserer Pflasterstein verlegt wurde, als anfangs bestellt und berechnet, sollte man sich bewußt sein.  Dies war nur dem starken Widerstand einiger Bürger in der Stadt zu verdanken. Das läßt sich schön dokumentieren und ausprobieren.

Am Beginn der Pflasterarbeiten wurden sehr schlechte Pflastersteine verlegt. Vom alten Rathaus (Unterer Stadtplatz) bis zum „Wirt ums Eck“ wurden im Mittelbereich (Gehbereich) diese unbequemen und für ältere und behinderte Personen zur Qual werdenden Steine verlegt. Dann kam der „mediale Druck von Hans Pöchhacker mit seinem Leserbrief und viele  Anrainer folgten ihm. Ab da wurden plötzlich geschnittene Kleinsteinpflaster verlegt – der Übergang ist sehr deutlich zu sehen, und beim Gehen zu „verspüren“.

Unterschiedliche Pflastersteinqualität Hoher Markt

Im Gemeinderat wird sich anhand der „abgeänderten Steinankäufe“ sehr gut belegen lassen, daß hier, etwas zu spät aber immerhin doch noch,  „umgedacht“ wurde. Aber der untere Teil mit den schlechten Steinen wird damit zum „Mahnmal für unzureichende Planung“!

Es bleibt jetzt nur, alles genau zu dokumentieren und dann eben die „Rechnung“ zu präsentieren.  Jedenfalls ist es mehr als ungerecht, daß das neue Pflaster in der FUZO das Pflaster in der übrigen Innenstadt weiter so „frißt“.

Zur Erinnerug – So hätte die Pflasterung zeitlich ablaufen sollen:
Bauplan Pflasterung (2)

Abschließend noch etwas „Waidhofner Pflastergeschichte“!
https://piaty.blog/2018/08/03/was-wussten-die-anrainer/

Vergessen wir nicht, daß auch das erst im Vorjahr sanierte Pfalster bei der Sparkasse bereits nach einem Jahr wieder die ersten Risse bekommt, Wasser dort eindringen kann und das „Zerstörungswerk“ von neuem beginnt:

Und so sieht das Pflaster am Unteren Stadtplatz aus, wo noch nicht saniert wurde:

Zum Schluß etwas zum „Schmunzeln“ aber aus „Haftpflichtgründen“  eine „rechtliche Notwendigkeit“. Wenn trotz „wissentlicher Sturzgefahren wegen schadhafter Pflasterung“  keine entsprechenden Hinweisschilder aufgestellt werden,  ist der  „Haftende“ bei „Sturz mit Verletzung“  schnell ermittelt.

Wenn man an die amtlichen Hinweisschilder wegen des „entlaufenen Luchses“ denkt, so wäre zur „Haftungsabsicherung“ auch das Betreten des Wochenmarktes längst „Hinweispflichtig“. Denn so wie Baustadtrat Martin Dowalil schreibt, ist tatsächlich bereits Gefahr für die Nutzer gegeben. Besonders im „Marktgebiet“ am Oberen Stadtplatz wäre hier „dringender Handlungsbedarf“  gegeben – Das würde jede Besichtigung durch „geprüfte Amtspersonen mit Sicherheitsauftrag“ ergeben. Ein deratiger Pflasterzustand  in einem privaten Gewerbebetrieb würde darüber hinaus das „Arbeitsinspektorrat“ auf den Plan rufen. Muß wirklich noch etwas passieren ?

Ein kleiner „Muster-Entwurf“ (angelehnt an ein tatsächlich bestehendes Hinweisschild in der europäischen Union)  sei daher gestattet:
Pflasterwarnung Stöckelschuhe

Und dieser BLOG wird auch sehr aufmerksam gelesen. Rund 600 Zugriffe pro Tag werden verzeichnet. Und zum Pflaster am Oberen Stadtplatz (Marktgebiet) wurde sehr rasch reagiert. Schon einen Tag nach dem „Stöckelschuh-Bericht“ wird fleißig an der „Behebung“ gearbeitet.

Lassen wir uns überraschen, wie „stöckelschuhfit, kinderwagenfit, kleinkinderfit, rollatorfit und gehbehindertenfit“ nun der Bodenbelag des Waidhofner Wochenmarktes  gemacht wird – die zu erwartenden Tests werden es sicher beweisen. http://www.ybbstalnews.at/31-latest-news/356-europaballeteuse-testet-st-poeltner-pflaster

Fotos vom 6. September 2018:

Und vielleicht wird das ganze auch eine neue „Marke“ ergeben:
Steinreiche Stadt