Ehrlichkeit der Politik

Der Glaube an die Ehrlichkeit der Politik am Beispiel Ybbstalbahn.

1896 wurde die Ybbstalbahn unter Kaiser Franz Josef erbaut um der brach liegenden Region sowohl die Industrialisierung zu ermöglichen als auch das Transportwesen wirtschaftlich gestalten zu können.

2 Weltkriege überstand diese Bahn, brachte Wohlstand und ein vermehrtes Bevölkerungswachstum  in das Tal.

Um 1965  herum wurde von der Politik aber die Eisenbahn zurückgedrängt, der Straßenausbau forciert und damit gedankenlos eine Klimakatastrophe in die Wege geleitet.

Doch schon bald  machten sich verantwortungsbewußte Politiker sich ans Werk, die Eisenbahnen und damit „die Schiene“ als umweltpolitische Zukunftschance zu begreifen. Und auch der Fremdenverkehr kam ins Spiel – große Chancen für die Zukunft waren vorauszusehen.

Während der ersten ÖVP / FPÖ Bundesregierung waren es Minister Gorbach und Landeshauptmann Pröll, welche die Gösinger Vereinbarung aushandelten und unterschrieben. Damit war die Ybbstalbahn in ihrem Bestand gesichert und es konnte  in eine gute Zukunft gesehen werden.

Vereinbarung von Gösing Pröll Gorbach

Besonders erfreut über diese Absicherung der Ybbstalbahn – zumindest für die „nächsten 100 Jahre“ – war 1998 der damalige Waidhofner Bürgermeister Wolfgang Sobotka, was er sogar schriftlich manifestierte.
(Aussagekräftiger Titel: Auf die nächsten 100 Jahre)

100 Jahre YTB Aussage Sobotka 1998 (3)
Doch die „Petroleum“ und „LKW“ Lobby ließ nicht locker, 2000  stand die Ybbstalbahn schon wieder zur Diskussion.

Doch alle  Ybbstaler Bürgermeister stemmten sich vorbildlich dagegen, und stellten mit einer Resolution am 24. Dezember 2000 die Wichtigkeit der Eisenbahn für die Region klar fest. Der heutige Landeshauptfrau Stellvertreter Pernkopf war der damals junge Sachbearbeiter dieser Resolution, welche auch wichtige touristische Gedanken beinhaltete.

Resolution für Ybbstalbahn im Jahre 2000

Resolution für Ybbstalbahn Alle Gemeinden im Jahre 2000 z.H. Referent Dr. Pernkopf

Doch es kam anders. Mit dem Landesrat Heuras wurde ein Mann für die Ybbstalbahn zuständig, welcher die Zerstörung dieser Infrastruktur vorantrieb. Nach außen mit falschen Versprechungen argumentierend wurde unter seiner Verantwortung der „Eisenbahn-Raubbau“ an der Region brutal eingeleitet.

Legendär der Auftritt von Johannes Heuras im ORF:

Daß er damit sein Amt als Landesrat schnell verspielt hatte, nützte den Ybbstalern nichts mehr – die Zerstörung des Kulturgutes Ybbstalbahn wurde von der Politik besiegelt.

Im sogenannten letzten Moment wurde von Landeshauptmann Erwin Pröll die Variante „Bahn und Rad“ ins Spiel gebracht – diese wichtige Kombination dann anläßlich der Landtagswahl 2013 im ORF angesprochen.

Doch was Pröll wollte, vereitelten plötzlich die Ybbstaler „Bürgermeister der Region“ . Sie wollten statt Rad und Bahn nur mehr einen einfachen Radweg – und machten dabei große Fehler. Diese seien hier nicht aufgezählt, da deren rechtliche Aufarbeitung nicht gestört werden soll.

Ein besonders übles Vorgehen hatte dabei der Ybbsizer Bürgermeister an den Tag gelegt. Nachdem der Lunzer Bürgermeister und Obmann des Radwegevereines dem Club 598 die Schienen nach Ybbsitz auf Grund eines “ fairen Gegengeschäftes“  überließ, baute sein Ybbsitzer Kollege ohne Gemeinderatsbeschluß einfach Teile dieser Schienen ab. Und dann noch der Kauf des denkmalgeschützten Bahnhofes von Ybbsitz und die damit einhergehende, mutwillige und eigenmächtige Vertreibung des kleinen Eisenbahnmuseums. Dinge, welche es in einem Rechts-Staat wie Österreich so nicht geben dürfte.

Außer dem Lunzer Bürgermeister Ploderer sind in der Zwischenzeit alle „ybbstalbahnzerstörenden Bürgermeister“ allerdings schon zurückgetreten.

Der Radweg ist eine Bereicherung für die Region, aber ohne eine begleitende, schienengebundene  Transportverbindung sind solche Radwege meist nur „Flickwerk“. Das wird sich noch zeigen, denn das Wetter im Ybbstal ist ebenso „wild“ wie seine Werbung – heißt die regionale Erlebniskarte doch vielsagend:

Wilde Wunder Card

Ybbstalbahn zerstört, Stichstrecke Ybbsitz zerstört
also ist das nächste Teilstück logischerweise nun 2019 dran.

Der Waidhofner Bürgermeister hat überraschend die Medien informiert, daß sein Gemeinderat eine weitere Kürzung der Bahninfrastruktur im Ybbstal beschließen wird. Die Medien nahmen diese Presseaussendung gerne auf und berichteten von „vollendeten“ Tatsachen.

Betriebsgebiete sollen auf die Gleisanlagen gebaut werden. Aber es soll keine Eisenbahnanbindung an diese Betriebsgebiete geben, ja sogar vorhandene abgerissen werden.
Während im Nachbartal eine eigene Eisenbahn (Umspurung)  für die Betriebe Welser in Gresten und Mosser gebaut wurde – wird im Ybbstal „zurückgedacht“
Schon 2003 war eine Normalspurbahn von Ybbsitz bis nach Waidhofen Hauptbahnhof  geplant worden, um die Stadt Waidhofen / Ybbs vom Schwerverkehr zu entlasten.
Ybbstalbahn – Amtl. Nachrichten Ybbsitz 2003

Und wie geht man es diesmal an ?

Also verspricht man jetzt einen dichteren Takt und eine umweltfreundliche Lösung durch AKKU Triebwägen für den Personenverkehr–
doch dafür verstärkt man den LKW Transit durch die „Nadelöhre“ der Stadt, wie z.B. die Durchfahrten bei der Spitalkirche.

Die Bevölkerung wurde darüber per Telefon abgefragt, auch der Baustadtrat Martin Dowalil war einer der Befragten.

Daß die Waidhofnerinnen und Waidhofner nicht an mehr LKW Verkehr durch die Stadt interessiert sind und daher ein Betriebsgebiet vor der Stadt Richtung oberes Ybbstal nicht wünschen, scheint für Insider logisch. Aber das Ergebnis dieser Telefonumfrage ist bis heute geheim – zu Zeiten der versprochenen Transparenz eher doch ungewöhnlich.

Jedenfalls ist das Vertrauen der Waidhofner Wählerinnen und Wähler einigermaßen erschüttert, denn viele nehmen an, daß diese Verkürzung im Endeffekt zur baldigen Schließung der Gesamtstrecke führen wird.
Wenn man das will, sollte man es allerdings auch ehrlich sagen.

Wie Stadtrat Dowalil es im Osterhasenzug – Video ausführte, daß einst Landeshauptmannstv. Wolfgang Sobotka die Einstellung der Ybbstalbahn anstrebte,  klingt mutig.

Zumindest gibt es  aber bereits Gerüchte, daß ein ehemaliger Bürgermeister des Ybbstales die Gründe dafür bald erklären will.

Ein neues hartnäckiges Gerücht, daß Mag. Sobotka auch nun in der Causa „Citybahn“ wieder „mitmischt“ kann allerdings aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen werden. Als Nationalratspräsident  steht es ihm verfassungsrechtlich nicht zu, sich in Länderangelegenheiten einzumischen, das würde höchstens dem Präsidenten des Bundesrates möglich sein – allerdings auch hier mit starken  Abstrichen.

Die Verkürzung der Citybahn ist ausschließlich eine Entscheidung des Landes NÖ. und der landeseigenen NÖVOG.

Es wird daher abzuwarten sein, wie der „Beschluß“ dieser „Verkürzung“ am 29. April 2019 im Gemeinderat von Waidhofen / Ybbs rechtlich erklärt und mit „welcher Zuständigkeit da abgestimmt“ wird.

2 wichtige Mandatare des Waidhofner Gemeinderates haben ihre Zweifel dazu schon angemeldet.

Jedenfalls sollten diese Worte in der Causa Ybbstalbahn eingefordert werden:

Weiteres in der Angelegenheit Citybahn auch auf:
https://piaty.blog/2019/04/16/e-mobilitaet-citybahn/

Und wer sich gerne dramatische Videos anschaut, dem sei dies hier empfohlen:

 

Warum will die NÖ.  Landespolitik die Menschen in Waidhofen wieder wegen der Ybbstalbahn auf die Straße bringen – war das noch nicht genug?