Neues Bahnmuseum

Alte Schmalspurbahnen erleben weltweit eine neue Beachtung. Auch NÖ ist auf den „Zug“ aufgesprungen. Für das Ybbstal zu spät, aber andere Regionen spüren den Aufwínd. Ein besonders schönes Beipiel ist das neu eröffnete Eisenbahnmuseum mit extrem großer und schöner Modellanlage  in Kirchberg an der Pielach.

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Hier wurde fast die gesamte Strecke von der Laubenbachmühle bis Mariazell hervorragend abgebildet. Man hat auf Digitalisierung verzichtet und ermöglicht es damit den Besuchern die Züge selbst zu steuern. Was so einfach klingt, hat aber viel Hirnschmalz gekostet. Wie das geht: Hinfahren und ansehen –

Und natürlich fährt auch die Garnitur 4090 auf der so liebevoll errichteten Modellbauanlage – Diese „rot-weiß-rote“ Triebwagengarnitur hätte 2015 „Bahn-Europageschichte“ schreiben können.
Als 1. CO2 frei verkehrende Schmalspurbahn – auch ohne Oberleitung.

Erinnerung an damals:

Der originale Text dazu:
In den 90er Jahren (1994) bauten österreichische Eisenbahn-Firmen für die Mariazellerbahn neue Triebwagenzüge. Genannt 4090. Doch diese fuhren wenig, da die Elektronik zu diesen Zeiten eben erst in den „technischen“ Kinderschuhen steckte und es immer wieder Ausfälle gab. Doch die Bauweise und der optische Eindruck dieses 4090 waren hervorragend und auf viele Jahrzehnte ausgelegt. Als diese Triebwägen aber gegen neue Modelle (aus der Schweiz) ausgetauscht wurden, waren die 4090er überflüssig geworden. Umweltaktive Bürger aus N.Ö. wollten diese Garnituren mittels AKKU Antrieb für die kurze Citybahn in Waidhofen / Ybbs (5,5 km) als europäisches Vorzeigeprojekt für CO2 freies Fahren mit erneuerbarer Energie auch auf Schmalspurstrecken ohne Oberleitung ausrichten. Technisch wurde die Machbarkeit von Siemens und Bombardier schriftlich bestätigt, ein österreichischer Fachbetrieb für den technischen Umbau gefunden und es wären Förderungen für diese „bahnbrechende“ Umwelt-Zukunftsidee möglich gewesen. Neben der Citybahn Waidhofen / Ybbs wäre auch die Nordstrecke der Waldviertelbahn sehr für dieses umweltpolitisch wichtige Bahnprojekt geeignet gewesen. N.Ö. hätte sich in diesem Bereich (E-Mobilität auch ohne Oberleitung) großen Erfolg auf „seine“ Fahnen heften können. Doch die Politik in N.Ö. entschied sich nach rund „2 Jahren Nachdenkzeit“ anders. Ende 2015 verkaufte die N.Ö. Landesbahn die dafür besonders geeigneten Garnituren nach Salzburg – an die Salzburger Landesbahn. (Pinzgaubahn) Diese motivierten Eisenbahner unter ihrem Betriebsleiter Walter Stramitzer, wollen zumindest die 3 Mittelwagen und den Steuerwagen vollkommen renovieren und als bequemes Zusatzangebot für ihren erfolgreichen Regelverkehr von Zell am See nach Krimml einsetzen. Was mit den 3 Triebwagen (Motorwagen 4090 001 bis 003) passiert? Das ist noch nicht geklärt, aber die E-Mobilität ist nicht mehr aufzuhalten, ein AKKU – Wasserstoffzellen oder auch ein Hybridfahrzeug 4090 wäre noch immer möglich. Hätten die heutigen Politiker nur ein bißchen etwas von dem „Pioniergeist“ der einstigen Eisenbahnerbauer, bald wären alle Schienenstrecken CO2 frei und mittels erneuerbarer Energie befahrbar. (auch ohne Oberleitung) Paris hat es eigentlich rechtlich vorgegeben – also stirbt die Hoffnung auf einen E-4090, also den ETA 1, zuletzt. Und auch N.Ö. hätte alle Chancen E-Mobil noch „mitzuziehen“. Sowohl für die Wachaubahn als auch die Waldviertelbahn stünden neue Techniken zur Verfügung, auch die 5090 der Citybahn bleiben im „Zukunfts-Talon“ für „Vorzeige-Umbauten“ auf CO2 freie E-Mobilität ! Natürlich wäre das nun aber alles teurer als es mit dem 4090er gewesen wäre.

Zurück zur Modellanlage in Kirchberg:DSC04912 (2)

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Natürlich tut „Ybbstalern“ das Herz weh, wenn sie an die Möglichkeiten denken, welche Ybbsitz gehabt hätte. Der Bahnhof hätte ein Bieterkonsortium gehabt, welche das denkmalgeschützte Gebäude samt Bahnhof- Schieneninfratruktur gekauft hätte. Bis zum Doppelten hätte  die NÖVOG damals erhalten können – aber man entschied sich zu einem „Billigstverkauf  an die Gemeinde Ybbsitz, damals noch unter Bürgermeister Hofmarcher“.

Der geplante Ausbau des Ybbsitzer Eisenbahnmuseums  mußte daraufhin gestoppt werden, da Hofmarcher die Schaustücke (Kulturerbe Eisenbahn) nicht mehr in „seinem“ Bahnhof sehen wollte – es wurden die wertvollen Zeugen der Vergangenheit daher nach Rumänien abgegeben.

Näheres dazu: https://piaty.blog/2018/12/08/kulturerbe-kongress-2018-herbert-marko-eisenbahnmuseum/

Was machte die kleine Markt-Gemeinde Ybbsitz eigentlich aus dem  denkmalgeschützten Bahnhof samt denkmalgeschützten Heizhaus?
Dazu sollte man  einen Besuch in Ybbsitz machen um  sich das einmal selbst anzusehen – und Fotos davon machen.

Es gibt ja bald wieder Wahlen, denn aus der 5 jährigen Legislaturperiode des Nationalrates wurde nichts – schade um das viele Geld für die „Dauerwahlkämpfe“.
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