2,9 Millionen User

Fast 2, 9 Millionen Menschen sahen nun bereits dieses Video, wo ausrangierte Waggons der Ybbstalbahn weltweit nachdenklich machen sollen.

Auf der Zeitschiene 2,20 beginnen die Bilder mit der Ybbstalbahn:

Hier Näheres zum Sänger:
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_(S%C3%A4nger)

der-graf (2)

Wie es zu diesen Aufnahmen in Zell am See kam ist eine ebenso einzigartige Geschichte wie der Abriss der Ybbstalbahn. So gut dokumentiert wie diese mutwilllige Zerstörung von europäischen Kulturerbe ist wohl kaum eine andere Kulturschande.

Doch nicht nur das alte Kulturerbe wurde den Ybbstalern zerstört, auch ihre klimaverträgliche Zukunft damit gestoppt.  Der damalige Landeshauptmann Dr. Pröll hatte den Erhalt der Ybbstalbahn gefordert und  gemeinsam mit einem Radweg in die Zukunft gewiesen – das war 2013:

Aber die Bürgermeister sagten „nein“ gründeten einen Radwegverein und zerstörten die gesamte „Bahninfrastruktur“. Diese hätte bis 2020 voll elektrifiziert werden können (Wasserstoff, Akku oder Oberleitung) und wäre zum Vorzeigebeispiel in Europa geworden. Schade um diese vertanen Chancen.

Aber die Welt dreht sich weiter, die Klimavorgaben von Paris machen es nötig –  bereits jetzt wieder umzudenken – nur vermehrter Einsatz von Bahnen werden es ermöglichen, diese Klima-Ziele zu erreichen.
Das wird  auch im Ybbstal nicht aufzuhalten sein.
Speichern und fahren – 13. April 2019

Bahn und Rad – wie es einst LH Pröll wollte, es aber die Kleingemeindebürgermeister verhinderten,  ist weiter möglich und zu verwirklichen. Denn die damals agierenden Bürgermeister sind allesamt zurückgetreten. Jetzt hat als letzter auch Martin Ploderer (Lunz) seinen Rücktritt mit 30.6.2019 erklärt.

Als letzter jener Bürgermeister, welche die unnötige Zerstörung der Ybbstalbahn einst ( 2000) verhindern wollten, dann aber (2014) doch mitgetragen haben.

Martin Ploderer schreibt in seinem Blog dazu:

Liebe Blogleserinnen und -leser, liebe FacebookfreundInnen!

Herzlichen Dank für die vielen anerkennenden Worte und guten Wünsche in Kommentaren, e-Mails, Telefonaten, Nachrichten und persönlichen Gesprächen in den letzten Tagen. Ich habe mich sehr darüber gefreut!

P.S: Mein Rücktritt hat keine gesundheitlichen Gründe und auch sonst keinen aktuellen Anlass. Diesen Schritt habe ich mit Vize Sepp Schachner und meinem Team seit einem Jahr genau geplant. Alle Beteiligten habe ich gebeten diese Vorbereitungen vertraulich zu behandeln. Danke, dass ihr euch alle an die gemeinsam gewählte Vorgangsweise gehalten habt. Ich wünsche euch alles Gute

Damit steht einer „Aufarbeitung der Umstände“, wieso das Kulturgut Ybbstalbahn zerstört werden durfte nichts mehr im Wege.

Die Archive sind voll – hier einige Ausschnitte:

Bahnprotest in Hollenstein! Videos vorhanden!
Lächelnder Ploderer mit Demonstranten in Hollenstein 7.2.2014 soup@0c843ed0a8634717815174e67b389b5c
Ein glücklicher Schagerl, ein glücklicher Sobotka, ein glücklicher Ploderer – das ist noch gar nicht solange her – Jetzt sind alle Bürgermeister, welche die Zertsörung der Ybbstalbahn mitbetrieben haben zurückgetreten – ob sie nun zu „Reden“ beginnen ?

Spatenstich Ybbstalradweg (2)

Auch bereits im 21. Jahrhundert geschehen:

Resolution für Ybbstalbahn im Jahre 2000

Ploderer und Co im Jahre 2000

Ploderer für Ybbstalbahn

Bürgermeister Martin Ploderer war eigentlich auch ein Befürworter von Rad und Bahn im Ybbstal. Aber das war ihm für die Region zu teuer. Obwohl EU (Junkher Plan) , Bund (hätte Erhaltung der Infrastruktur der Bahn zu 100 % bezahlt) und Land (LH. Pröll – Wahlversprechen 2013) )  solche Kombinationen erfolgreich und großzügig fördern, hat den regionalen Bürgermeistern im Ybbstal ein „Radweg allein“ genügt.

Wie sich dieser Radweg bezüglich Auslastung weiter entwickelt wird man ab 2020 sehen, wenn die „Neugierde der Fremdradler“ gedämpft sein wird.

Dieser Videobeweis, daß auch Bürgermeister Martin Ploderer die Ybbstalbahn und den Radweg wollte, wird dann vielleicht ein wichtiges Polit-Dokument sein:

 

 

Die Strecke Gstadt – Ybbsitz hatte schon jahrelang Rad und Bahn gemeinsam. Hier ist es auch jetzt möglich, diese gemeinsame Streckenführung wieder aufzubauen und CO2 frei zu betreiben – es braucht nur guten Willen der Politik. 

Bürgermeister Hofmarcher und Verkehrs-Landesrat Heuras sind schon Geschichte, Nationalrat Hanger ist inzwischen angeblich zum umweltbewußten Politiker  geworden – die Wahl am 29. September 2019 läßt ihn das beweisen.

Vielleicht schreibt dieses Bild bald „Geschichte“ – denn für die Strecke Gstadt – Ybbsitz kommt der allseits versprochene „Klimawandel“ gerade rechtzeitig.

Stoptafel Hanger Heuras Hofmarcher

Die entsprechenden Pläne dazu liegen bereits seit 2003 vor:
Ybbstalbahn – Amtl. Nachrichten Ybbsitz 2003

Und auch für „vorerst nur eine Tourismusbahn“ ist formalrechtlich alles gesichert:
Ploderer Zusage Ybbsitz
Es bedürfte nurmehr, diese einstigen, zukunftsweisenden  NÖVOG Pläne oder zumindest die schriftlichen Zusagen des Radwegvereines umzusetzen.

Aktuell hat auch Landesrat Schleritzko zum Thema öffentlicher Verkehr Stellung genommen. Einige Aussagen darin sind sehr aufschlußreich, besonders Schleritzkos  Aussage zu den Kosten für die Bahn sind sehr aussagekräftig:

Bezahlt die Eisenbahn nicht der Bund?
Derzeit ist es so, dass der Bund das Grundangebot aus dem Jahr 1999, zu 100%
finanziert, das heißt jeder Zug, der seit 1999 zusätzlich gekommen ist wird von
Seiten des Landes finanziert.

Auch eine weitere offizielle Antwort vom NÖ Landesrat ist sehr aufschlußreich:

Wieviel zahlt NÖ derzeit zum öffentlichen Verkehr und zum Straßenbau dazu?
Man kann den öffentlichen Verkehr und den Straßenbau nicht auseinanderhalten. 40% des öffentlichen Verkehrs in NÖ finden auf der Straße statt.
Aufgrund der Geographie werden wir gewisse Regionen nie mit der Schiene erschließen können.

Hiezu sei anzumerken: Sicher kann man nicht alle Regionen mit der Schiene erschließen, aber Regionen wie Waidhofen / Ybbs – Gstadt“, welche schon seit 120 Jahren mit Schienen erschlossen sind „gerade jetzt zurückbauen zu wollen“ löst Diskussionen um dieses Thema natürlich zeitnahe aus. 

Gesamter Inhalt der aktuellen Aussendung:
LR. Schleritzko zum öffentlichen Verkehr Juni 2019

Und Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner legt noch offiziell nach, sie will bald keine Busse mit fossilen Antrieben mehr bestellen – klingt gut für das Weinviertel, aber im bergigen Mostviertel wird das keine Lösung sein – Wieder-Aufbau der seit 2000 in NÖ zerstörten Schieneninfrastruktur und Aufrüstung auf CO2 freien Betrieb dieser Bahnen wird die einzige Lösung sein, um die Vorgaben der EU bis 2050 zu erfüllen – warten wir ab:
https://epaper.meinbezirk.at/webreader/index.html?link=YLga22cgs1HhDYzNfuBz30GGuUS5k2vD

Etwas aus der EU zum Thema Verkehr:
https://piaty.blog/2019/05/17/eu-und-klimademo-w-y/

Aktuelle  Meldung aus der EU  20. Juni 2019 – 14 Uhr:

Im Kampf gegen den Klimawandel könnte sich der aktuelle EU-Gipfel auf das Ziel festlegen, bis zum Jahr 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die EU-Staats- und Regierungschef nahmen dazu heute in Brüssel ihre Beratungen auf.

 Im letzten Entwurf für das Treffen der Staats- und Regierungschefs, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, ist der Termin 2050 erstmals genannt. Die EU-Institutionen werden demnach aufgefordert, eine Entscheidung dazu vorzubereiten, „wie ein Übergang zu einer klimaneutralen EU bis 2050 gewährleistet werden kann“.

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein unterstützt den Gipfelentwurf. Dieser sei ausgezeichnet und ausbalanciert und berücksichtige alle Interessen.

Aktuelle  Meldung aus der EU  20. Juni 2019 – 20  Uhr:

Sie haben beim EU Gipfel zumindest darüber geredet, beschlossen haben sie dann doch nichts – eine kleine Fußnote – das war es dann wieder !