Zeitreise – Ybbstalbahn

Das Titelbild täuscht. Diese Gruppe Radfahrer konnte nicht mit dem Zug  von Hollentstein nach Waidhofen fahren, denn sie standen nur vor dem „zugähnlichen“ Eisenbahnmuseum in Hollenstein. Aber an diesem Nachmittag (3. August 2019) standen schwere Hagelgewitter über dem „Ofenloch“ – und so fuhren diese durchaus älteren RadfahrerInnen trotzdem nach Waidhofen los, dort wartete ja der Bus auf sie.

Kaum waren sie am Radweg, gingen 2 sehr böse Hagelgewitter nieder – und Waidhofen zeigte sich auch sehr schwarz, obwohl dann wieder die Sonne hervorkam.
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Bahn und Rad  wäre auch an diesem Tag die Lösung gewesen – aber das wollten die Ybbstaler Bürgermeister ja nicht.

Die Hollensteiner haben in ihrer Mehrheit bis zuletzt um ihre Ybbstalbahn gekämpft, aber auch  diese letzte Pastion fiel dann dem politischen Druck zum Opfer. Die Schienen wurden auch in Hollenstein herausgerissen, obwohl der Radweg dort gar nicht am alten Trassenband der bahn verläuft. Verständlich, daß es dort regelrecht zum Aufstand kam:  Ein Video dazu hat das festgehalten:

So spielte es sich damals in Hollenstein am Bahnhof ab:

Die Hilfe aus dem Ausland kam: Der berühmte Eisenbahnfilmemacher Hagen von Ortloff von „Eisenbahn-Romantik des SWR“ gab über Internet seinen „flammenden Aufruf“ zur Rettung der Ybbstalbahn kund, denn er weiß, was eine Eisenbahn für eine Region bedeutet:

Aber die Bürgermeister der Region bestanden auf den Abbruch der Ybbstalbahn, verstießen das Erbe Ihrer Vorfahren und gründeten einen „Verein“  – und verkauften über diesen sogar die Schienen nach Deutschland –

Ja, das „österr. Vereinsleben“ macht auch für die Politiker vieles möglich – das wissen die Ybbstaler nicht erst seit den „Ibiza-Enthüllungen“!

Schande über Alle, die das damals mitgetragen haben.

Besonders unverständlich  war, daß früher auch  die Bürgermeister der Region, auch noch im Jahr 2000,  selbst für die Ybbstalbahn kämpften:

Resolution für Ybbstalbahn im Jahre 2000

2019 ist für die Politik schon alles vergessen:
Denn die „neuen Bürgermeister der Region“ sind nun wieder medial vor Ort, wenn es heißt: „Erinnern wir uns an die großen Leistungen der Ybbstalbahn“

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Alle jene Bürgermeister, die 2014 den Abriss der Ybbstalbahn forcierten sind schon zurückgetreten – also können die Nachfolger nun leicht das „Kulturerbe“ Ybbstalbahn wieder neu für sich entdecken. Für eine wirkliche Rettung aber natürlich zu spät – eben nur eine „schöne politische Leich“

Zeitreisewaggon der Ybbstalbahn in Groß-Hollenstein !

Nun haben die Hollensteiner der Ybbstalbahn ein kleines Museum gewidmet, der Club 598 stellte dafür einen „Schafkäsewaggon“ zur Verfügung. Auch diesen  alte Waggons der Ybbstalbahn hatte das Land NÖ bereits nach Rumänien verkauft, aber Obmann Siegfried Nykodem vom Verein Club 598 löste die Waggons in letzter Minute wieder aus. So konnte dieser „Zeitreisewaggon“ nun in Hollenstein der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Die Hollensteiner haben sich viel Mühe gegeben-
und diese Erinnerungen an ihre Bahn  gut dokumentiert:

Besonders die Stärkung der Region (ganz rechts im Bild in Hollenstein dargestellt) ist etwas, was die Politikergarde 2000-2017 völlig vergessen hat. Aber die zukünftigen Generationen werden es leider noch erfahren müssen, daß man mit diesem Abriss im Ybbstal auch „die Seele der Region“ wissentlich zerstört hat.

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Zur Eröffnung des Zeitreisewaggons waren auch die  Vereine „Pro Ybbstalbahn“, „Kubus“ und „Club 598“  geladen. Die Obfrau des Vereines Kubus, Renate Wachauer,  schoß  einige sehr schöne Erinnerungsfotos  bei der Veranstaltung:

Beim Zeitreisewaggon Eröffnungsgäste

NÖN Bericht zur Veranstaltung:
https://www.noen.at/ybbstal/museum-in-hollenstein-zeitzeuge-der-ybbstalbahn-hollenstein-an-der-ybbs-fotos-club-598-eisenbahnmuseum-ybbsitz-zeitreisewaggon-hollenstein-156751243

Ein etwas älterer Bericht zum Zeitreisewaggon der Ybbstalbahn:
https://piaty.blog/2019/06/29/ybbstalbahn-lebt-museal/