Eisenbahn Politik Waidhofen

Glas gegen Baum

Waidhofen an der Ybbs hat zwar ein „Klimamanifest“ beschlossen, aber wenn es um die „Vertreibung der Natur“  geht, spielt  zumindest die Politik des Landes weiter in der 1. Reihe mit. Schon bei der Haltestelle Kupferschmiedgasse mußten schattensprendende Bäume weg, darüber gab es einen sehr gut aufgenommenen BLOG:   https://piaty.blog/2020/07/30/gerodet-und-verhuettelt/

Nun wurde „Ähnliches“  auch im Bereich des Schillerparkes durchgeführt, denn was sind schon ein paar Bäume ?  Daß diesmal der Herr Bürgermeister gleich auf der Titelseite des „Ybbstalers“ Stellung nimmt ist erfreulich, aber die Bäume sind vielleicht schon nachhaltig geschädigt.
Der Ybbstaler Artikel sagt schon sehr viel aus, welches „Denken und Handlen“  von seiten des Landes NÖ.  vorherscht. Eisenbahn um die Hälfte kürzen – und auch gleich einige Bäume „um die Hälfte stutzen“ – einige Bäume bei der Kupferschmiedgasse gleich ganz „umlegen“!

Wer hat da nun wirklich die Verantwortung ?
Sind diese Bäume auch sachgemäß behandelt worden?

Ybbstaler Bäume 13.8.2020 Citybahn

So schaute es  im Mai 2020 bei der Citybahn-Haltestelle Schillerpark aus:
city (2)

Prachtvolle Bäume spenden noch im Mai 2020 Schatten und machen diesen Citybahnhalt zu einem echten „Naturerlebnis“ – stellte bisher eine großartige „Gartenhaltestelle“ dar.

Der Name „Park“ in Verbindung mit „Schiller“  – übrigens der weltweit einzige Eisenbahnhalt mit dem Namen „Schillerpark“  – da sollte doch etwas mehr Phantasie in deren Gestaltung einfließen – 08/15 Lösungen sind bei solchen traditionellen Plätzen (Gärten)  daher nicht anzuraten.

Wer hat aber diese „Renovierung“ der Haltestelle so überhaupt beschlossen?
Denn  dabei wurde angedacht nunmehr ein „Wartehäuschen mit Glasdach“ zu errichten, denn ein Architekt hat das Schlagwort von der „neuen Qualität des Warten“ erfunden.  Muß daher  ein „Dach einer Glaskabine von einem Wartehäuschen“ vor den „bösen Naturgewalten“ entsprechend geschützt werden?

Dazu nun die Aufnahmen vom August 2020 –
von der Baustelle Citybahn – Schillerpark:

Das Bedauerlichtste an solchen Vorgangsweisen ist aber, daß der Mensch bereits weniger schützenswert scheint als das „Glasdach eines Wartehäuschens“.

Denn tatsächlich sind die Kastanienbäume des Schillerpark nun schon so groß, daß abbrechende Äste auch eine Gefahr darstellen können. Aber dann hätte es eben eine wirklich gute und sichere Lösung für die Bahnkunden (hauptsächlich Schüler) geben müssen. Statt einem modernen Wartehäuschen mit Glasdach hätte es einen  über die ganze Länge der großen Bäume  gehenden Holzverschlag geben sollen, der auch die Bahnkunden von herabfallenden Ästen im Haltestellenbereich schützt.

Zimmerleute und Dachdecker der Region hätten da sicher gerne eine kostengünstige Lösung umgesetzt. Nun muß abgewartet werden, ob auch das nunmehr geplante Wartehäuschen aus „der Region“ stammt, denn darauf legen die Landes-Politiker in ihren „Sonntagsreden“ ja immer sehr viel  wert.

Bürgermeister Mag, Werner Krammer fand für diese unverständliche Vorgangsweise des Landes (NÖVOG) harte, aber vielleicht doch sehr passende Worte. Vorerst soll jedoch von Fachleuten festgestellt werden, ob die NÖVOG und die beauftragte Firma für diesen radikalen Eingriff in den „alten Baumbestand eines öffentlichen Gartens“ berechtigt waren, bzw. ob dieser „Baumschnitt“ entsprechend den dafür vorhandenen, rechtlichen Vorgaben durchgeführt wurde.

Denn der Schillerpark fällt unter die Wiener Erklärung aus dem Jahre 2014:
http://www.oeghg.at/wiener-erklaerung-2014.html
Diese Erklärung in Textform:
Wiener Erklärung von 2014 – zu Gärten der Nachkriegszeit

Am 19. August 2020 berichtete auch die NÖN – nun wird ein Mißverständnis von Seiten der NÖN ins Spiel gebracht:
NÖN 19.8.2020 Bäume Schillerpark Logo

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