Mostviertel Waidhofen

Ent-„pflasterung“!

Viele Jahre hat es gedauert, bis die Verantwortlichen der Stadt erkannten, daß die gepflasterten  Zebrastreifen  am Graben eine Zumutung für die Benützer waren.

Immer mehr Fußgänger mieden diesen bei Nässe sehr rutschigen Übergang  aus Kopfsteinpflaster und gingen an den asphaltierten Außenrändern entlang.

Für Gehbehinderte oder gar Rollatorfahrerinnen und Rollatorfahrer war dieser Zebrastreifen überhaupt eine Plage, so daß diese prinzipiell den  Bereich der Asphaltierung benützen mußten. Rollator und Zebrastreifen aus Kleinsteinpflaster Aug. 2018
Am 27. August 2020 war es dann endlich soweit – das Pflaster   wurde innerhalb eines Nachmittages herausgerissen, die Fläche eben aufgeschottert und sofort eine Asphaltschicht darüber aufgebracht.

Beste Arbeit eines eingespielten Teams zeigten wie schnell solche Arbeiten durchgeführt werden können, nur wenige Stunden war der Verkehr behindert.

Schon am Morgen des 28. August 2020 war der Fußgängerübergang wieder verwendbar und auch für den Schwerverkehr wieder offen.
Damit hat der Graben auch wieder für die Radfahrer eine annehmbare Fahrqualität, das bisherige „Rumpelpflaster“ hat endlich ausgedient.
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Es fehlen noch die „Zebrastreifen“;
dann stimmt auch „die Optik“ und „Sicherheit“ wieder.

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Aktuelles zur Pflasterung der Innenstadt:
https://piaty.blog/2020/08/21/die-welterschoepfung/

Und es gab auch schon einen Gut zu Wissen – Artikel zu den Zebrastreifen am Graben.   https://piaty.blog/2020/08/16/die-grosse-chance/

Ein „Insidertipp“:
Wer weiterhin „schlecht begehbares Kleinsteinpflaster“  benützen will, dem haben die Stadtverantwortlichen diese Möglichkeit nun auf dem Hohen Markt einbauen lassen – gegen die vielen  berechtigten Forderungen für eine behindertengerechte Stadt. Diese Pflasterung widerspricht den Vorgaben für bequemes und barrierefreies benützen.

Und es gelang nicht einmal, alle Abflüsse so zu positionieren,
damit das Wasser dort auch hineinrinnen kann, es rinnt einfach am Gully vorbei:

Stadtrat Ing. Martin Dowalil hat die Situation der FUZO Pflasterung  im Sommer 2020 sehr eindrucksvoll und dazu öffentlich beim „Speakers Corner“ erklärt.

Im Anschluß an ihn hört man die warnenden Worte vom europäischen Städteberater Klotz – vor 25 Jahren zum Thema „Pflastersteine als Hindernis“:

Warum wurde eigentlich der Hohe Markt neu gepflastert?
Dazu gibt diese  Gemeinderatssitzung aus dem Jahre 2017 sehr gut Auskunft:
Beginn Vortrag und Diskussion Hoher Markt auf Zeitschiene 34:00

Dazu sei festgestellt:

Gut gemeint“ ist die mildeste Bezeichnung für „falsch gelaufen“.
Daher sehr passend für die Pflasterung des Hohen Marktes.

Ein Architekt aus Vorarlberg machte im Gemeinderat Vorschläge  für den Hohen Markt. Besonders für einen besseren Boden-Belag machte er sich stark und stellte fest, daß auch der Hohe Markt jene Pflasterqualität bekommen soll, wie sie die Ölberggasse / Hörtlergasse bereits hat.
Ölbergasse Pflaster 2020)
Wer das dortige, geflickte, desolate und teilweise verwachsene Pflaster kennt, konnte sich über eine solche Architekten-Aussage nur wundern.

Dieser Architekt meinte 2017 auch, erst durch ein Granit-Pflaster am Hohen Markt ist mit neuen Geschäftsansiedlungen zu rechnen.
Wie sich das 3 Jahre später mit den Geschäftsansiedlungen dort verhält kann sich jeder selbst anschauen. Es haben eher weitere Betriebe am Hohen Markt gesperrt. (Müller, Kindermodegeschäft, Fleischerei Schmidkunz und demnächst Fußpflege Ganz Schön). Weitere (Hartner, Gildex) haben die Geschäftszeiten seither stark reduziert.
Kleiner Lichtblick:
Zumindest der ehemalige Hendlgriller der Fleischerei Pöchhacker wird an Samstagen nun wieder betrieben. 
20200831_092304 (2)Aber auch in diesem Bereich wäre es besser gewesen, unter dem Grillstand kein sandgestrahltes  Pflaster zu verlegen, eine Reinigung des so empfindlichen Pflasters von dem unvermeidlichen  Fettanfall ist daher  nur sehr schwer möglich. Früher wurde der Griller auf dem dunklen Betonpflaster aufgestellt, da störte das gelegentlich abtropfende Fett nicht. Der letzte Betreiber dieses Grillstandes (Schmidkunz) hat sich notdürftig mit einem Teppich beholfen, aber das sind alles nur mehr verzweifelte Versuche , die „Not mit dem zu hellen Pflaster“ etwas zu mildern.
Hoher Markt Jänner 2019 Schmidkunz Teppich

Die Pflasterung wurde durch einen weiteren Architekten geplant. Leider gibt es dabei auch einige Fehler dieses Pflasters am Hohen Markt. Denn in der Gemeinderatssitzung wurde gefordert, in der Mitte einen behindertengerechten (Rollstuhl- und Rollatortauglichen) Streifen zu errichten – Besipiel dazu war die FUZO Krems.
Leider wurde dieser aber dann dort eingeplant und ausgeführt, wo die Geschäfte ihre Warenausräumungen platzieren, und auch der oben beschriebene Grillstand befindet sich in diesem Bereich. Also ist dieser Streifen nun nicht behindertengerecht benützbar. Zusätzlich läuft die Neigung teilweise zur Straßenmitte hin, was für Rollstuhlfahrer eine große Erschwernis darstellt.

Auch bezüglich Optik ist einiges nicht optimal verlaufen. Denn geschnittene und sandgestrahlte Kleinsteinpflaster sind auch in ihrem optisches Aussehen verändert. Wenn derartig kunstgriffig behandelte Steine in ein Betonbett verlegt und dann auch noch mit hellen Betonmischungen verfugt werden, werden sie zu „grauen Mäusen“ und verwandeln so eine Pflasterung in einen zu einheitlichen und zu grauen Mischmasch.

Pflaster Hoher Markt

Die sehr gut verlegten Mosaike am Hohen Markt kommen damit viel zu wenig zur Geltung, schade für diese hochwertige und teure Pflasterarbeit.
So sah die Pflasterung vor der „Verfugung“ aus:

Lediglich in jenen kleinen Teilgebieten, wo nur dunkle Pflastersteine verlegt wurden (z.B. Durchgangbeginn Stiegengasse) kommen die „gepflasterten Bögen“ optisch gut zur Geltung.
Pflaster Stiegengasse schwarz

 

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