Politik Waidhofen

Die „letzte Chance“!

Pflastersituation – Anfang September 2020 in Waidhofen / Ybbs

Pflasterungen im LKW-Fahrbahnbereich unterliegen besonderen technischen Vorgaben. Der Pflasterstein muß eine Dicke von mindestens 14 cm aufweisen, die Verlegung sollte immer mit einer leichten Krümmung nach oben (wie ein Gewölbe) durchgeführt werden.  So wurde jahrhundertelang in Europa erfolgreich gepflastert, und auch als 1938/1939 in Waidhofen an der Ybbs die Fahrbahnen teils gepflastert wurden, ging man so vor.  siehe Bericht:

Erst im Jahre 2000 änderte Bürgermeister Mag. Wolfgang Mair und sein beratender Architekt die „Grundvoraussetzungen“ für haltbare Pflasterungen und verlegten Pflastersteine mit nur ca. 9 cm Dicke und einer „Wölbung nach unten“.
Daß dies schiefgehen mußte, wußte man schon damals, Warnhinweise und Expertisen vom europäischen „Pfalsterpapst“ lagen vor, später hat er dann noch einmal (bezogen auf Waidhofen / Ybbs  die nötigen Vorgaben aufgelistet:
Pflaster Waidhofen-Beschreibung vom int. Pflasterexperten Lanicca

Doch es gibt auch noch weitere Schwierigkeiten mit durchgeschnittenen Granitsteinen, dies ist die Zerstörung der Festigkeit dieser Steine durch Streusalz, wie es im Winter oft gestreut wird. Trotz der entsprechenden Fachliteratur über Salzstreuung auf Granitbelägen,  wurde in vielen Jahren seit 2000 auf die geschnittenen Wr. Würfeln im Winter Salz gestreut um die Eisbildung zu verhindern. Das dabei eingedrungene Salz (Granit ist wasserdurchlässig) wirkt erst nach einigen Jahrzehnten zerstörend – aber das ist dann nicht mehr aufzuhalten.
Schon nach nur 20 Jahren zeigt sich dieses Phänomen beim Fahrbahnpflaster in Waidhofen / Ybbs – z.B. am Oberen Stadtplatz. Nicht nur die Fugen brechen, auch einzelne geschnittene Pflastersteine zeigen nun erstmals dieses Schaden-Phänomen:
20200827_182547 (2)

Und auch am Freisingerberg springen nun die ersten Pflastersteine – ein sicheres Zeichen, daß diese vom Salz der letzten Jahre geschädigten geschnittenden Wr. Würfel nun der „inneren Zerstörung“ anheim fallen.

Aber die neuen „Sanierungen“ des Fahrbahnpflasters in Waidhofen / Ybbs beherzigen all dieses „Grundwissen von Fahrbahnpflasterungen“ wieder nicht. Es werden die herausgenommenen,  geschnittenen Pflastersteine nur gewaschen und sandgestrahlt  und anschließend wieder verlegt – also wieder jene Steine, welche das zerstörende Salz bereits in sich tragen.

Medien sehen das bereits als „Pandemie“   https://www.ybbstalnews.at/post/pflasterpandemie-in-waidhofen-pflaster-findet-stadt

Deshalb ergeht an  die Mitglieder des zuständigen Waidhofner Bauausschußes die Bitte, sich aus fachlichen Munde eines beeideten Pflasterexperten das erklären zu lassen um erst dann zu entscheiden, ob wirklich demnächst der nächste Abschnitt der Pflasterausbesserungen mit denselben, bereits geschädigten  Steinen angegangen werden soll.
Denn eines macht Mut: Der umsichtige  Baustadtrat Ing. Martin Dowalil hat längst erkannt, daß es 2000 große Fehler gegeben hat, wie er das nennt, zeigt diese aktuelle Aussage vom Juli 2020 :

Denn längst gäbe es auch neue Techniken, welche heute fast überall angewendet werden, wo gepflastert sein soll, aber die gepflasterte Fläche auch einer LKW-Belastung standhalten wird.

Denn einen Vorteil haben die „Fehlentscheidungen“ unter Bürgermeister Mair. Die ungebundene Schotterschicht oberhalb des Asphaltunterbaues ist so dick, daß nach einer Entfernung der geschnittenen Wr. Würfel und Abtragung eines Teiles des Schotters eine Verlegehöhe von mindestens 14 cm vorhanden bleibt.  Ideal für eine Pflasterung mit entsprechenden Steinen – Beispiele gibt es in Wien überall zu sehen –  Kärntnerstrasse oder Stephansplatz – überall liegt seit wenigen Jahren dieses so ansprechende und haltbare österr. Pflaster.
Und wenn es einer Reparatur einer darunterliegenden Versorgungsleitung bedarf, werden diese 14 cm dicken Pflastersteine herausgehoben und sofort nach der Reparatur wieder eingesetzt. Ohne Fugen, ohne Mörtel – die neue Pflastertechnik macht das möglich 
Bilder vom August 2020 – Kärtnerstraße Nähe Hotel Sacher.

Derzeit bezahlt die Republik Österreich „coronabedingt“ den Gemeinden 50% der Kosten, auch für notwendige Reparaturen an Straßen und Plätzen.  Also liegt es weniger am Geld als an dem Willen der Gemeindepolitiker, zumindest einmal einen Teil des Fahrbahnpflasters so zu sanieren, wie dies notwendig wäre.
Zusammen mit Grüngestaltungen  wäre es hier möglich, völlig neue Wege zu gehen.

Schon 2017  zeigten sich die Probleme mit der neuen Art der Pflastersanierung in Waidhofen an der Ybbs – aber auch dieses praxisbezogene Beispiel hat kein „Umdenken“ gebracht:
https://piaty.blog/2017/08/16/pflaster-extrem/

Weitere Infos zum Thema „Fahrbahnpflasterung“ in Waidhofen / Ybbs:
https://piaty.blog/2020/08/16/die-grosse-chance/

Und auch ein Beispiel aus O.Ö. soll nicht fehlen, Schärding – auch eine Stadt mit schönen Hausfassaden, vielen gepflasterten Flächen aber auch einer gut verträglichen Fahrbahn:
https://piaty.blog/2017/03/23/gute-pflasterungsbeispiele/

Schon 2017  gab es einen „Gut zu Wissen“  zum Thema:
https://piaty.blog/2017/09/03/wo-ist-das-2/

Freisingerberg (Waidhofen / Ybbs) September 2020 – geschnittene Wr. Würfel springen
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