Der „Kulturkreis Freisingerberg“ plante am Sonntag den 15. November 2020 ein Leopoldifest zu Ehren des NÖ. Landespatron. Doch dann kam am 13. November 2020 die Eilmeldung, daß die Bundesregierung schon am Samstag nachmittag neue „LockDown“ Verschärfungen bekanntgeben würde. Dabei könnten auch Ausgehbeschränkungen während des Tages enthalten sein. Um diesem Risiko zu entgehen, wurde ein „vorzeitiger Raketenstart“ hingelegt.

Die Künstler Herbert Petermandl und Fred Eichleter (Spitzer Pinsel und Spitze Feder des Kulturkreises) wurden verständigt, die Gründer Dr. Schuhfried und Karl Piaty luden als Kamerafrau rasch Renate Wachauer ein, von Renate wurde dann auch noch schnell ein Mund-Nasenschutz im „Kulturkreisdesign“ gestaltet, das Fasslrutschen in der Faßbinderei Schneckenleitner durchgeführt und alles für den Internetauftritt zusammengestellt. Während der Aufnahmen erreichte den Kulturkreis auch noch eine sehr nette Geste der Frau Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner – und daher ist nun diese Feier kurz nach dem Ende bereits oneline – und damit über Facebook und Piaty.BLOG auf der ganzen Welt zu sehen.

Mit Maske und Abstand – Künstler und Gestalter in der Ybbstaler Bergbauernstube von 1614

Hier auch gleich das Kurzvideo vom Waidhofner Fasslrutschen. 400 Jahre gibt es die Eichenfassproduktion in Waidhofen, 135 Jahre hat der Familienbetrieb Schneckenleitner bereits Bestand. Und die Enkerl von Herbert Schneckenleitner durften das 1. Mal „am Faß sitzen“ und haben sich damit Schaumrollen verdient:

Ein Rutsch – und die Schaumrollen gehörten ihm
Ein sehenswertes Video über die Fasserzeugung in Waidhofen / Ybbs –
aufgenommen vom bayrischen Fernsehen unter Mitarbeit von Karl Piaty im Jahre 2007 – Erstausstrahlung 2008
Bayrisches Fernsehteam 2007 im Mostviertel – von Piaty kamen die Tipps zur Wetterlage – und die passten genau – Die Mostblüte war 2007 rund 3 Wochen zu früh – aber die Bayern waren mit Hilfe von Piaty zur richtigen Zeit da.

So stellt man sich heute rasches Handeln vor, die Digitalisierung macht es möglich. Aber die Vorarbeiten der künstlerischen Vorstellungen von Fred Eichleter und Herbert Petermandl braucht eine gewisse Vorlaufzeit – aber trotzdem hat alles auf die „Minute“ geklappt.
Das Schreiben der Landeshauptfrau war sicher das „Tüpfchen auf dem i“

So sieht Künstler Herbert Petermandl das „Waidhofner“ Fasslrutschen unter der Zellerbrücke

Eine Tonfigur mit besonderer künstlerischer Symbolik –
Herbert Petermandl der Allroundkünstler in Idee und Ausführung:
Der heilige Leopold – von 2007 – Prunkstück der Feier 2020:

Hier nun das seit heute auch im Landhaus bekannte Leopoldgedicht 2020:
Fred Eichleter hat sich diese Auszeichnung durch Mikl Leitner sehr verdient.

Landespatron Leopold – 15. November

Als man den Schleier einst geholt,
da gründet Markgraf Leopold,
den später gar man heilig nannt‘
Stift Klosterneuburg, wohlbekannt!

Seit diesen Tagen ziert der Name
manch kühnen Mann, manch‘ edle Dame
und Leopolds landab, landauf
gab es in Österreich zu Hauf‘!

Der letzte große Leopold
an den man sich erinnern sollt‘,
war einstmals Landesvater Figl!
Den Staatsvertrag mit Brief und Siegel
zeigt damals trotz Balkongedränge
begeistert er der Menschenmenge,
rief aus dem Herzen zweilfelsfrei,
zu allen: „Österreich ist frei“!

Der Leopold, der Schleierfinder,
der einst’ge Klosterneuburggründer,
ist viele hundert Jahre schon
uns Landesvater, Schutzpatron,
wird hoch verehrt, geschätzt immens
im kleinen „Land unter der Enns“!

Am 15. ist es so weit!
Der Landesbürger nimmt sich Zeit
und dankt dem Schutzherrn, weil es nützt
und er uns alle gut beschützt!

PS:
Das Glück war uns besonders hold!
Stell dir nur vor, statt Leopold,
der Pfarrer hätte wohl geschnauft-
hätt‘ einen „Kevin“ er getauft !

Und zum „Fasslrutschen“ meinte Stadtdichter Fred Eichleter:

Es ist von Alters her der Brauch,
mit unserm Hintern, nicht den Bauch,
über ein großes Fass zu gleiten!
Wir brauchen Glück in diesen Zeiten

und dafür ist das „Rutschen“ gut!
Zwar brennt er, der Corona – Hut,
doch macht ein Rutscher übers Fass…
zum ersten schon ein wenig Spaß,

zum zweiten delegieren Sorgen
wir irgendwie ins ferne Morgen
und drittens, sollt‘ der neue Wein
schon herrlich zum Verkosten sein!

Wir feiern Herzog Leopold,
der sicher auch schon damals wollt‘,
dass kurz bevor der Herbst sich trollt,
sich‘s Landvolk amüsieren sollt‘!

Er war ja doch nicht irgendwer!
Der Leopold, der Landesherr,
der Große unter Heiligen!
Und auch den vielen Eiligen
in uns‘rer hektisch, lauten Zeit
macht „Fasslrutschen“ große Freud!

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