Vor rund 700 Jahren steckte ein absolut herrschender Landvogt einen Hut auf einen Stock und alle Bürger mußten diesen freundlich grüßen. Und alle taten es, um ihre Ruhe vor dem absoluten Herrscher zu haben.

Aber jetzt ist das Anders. Nun stellen 40 Gemeinderäte auf Kosten ihrer Bürgerinnen und Bürger Bänke auf, welche allerdings unbequem und so gar nicht in ein altes Stadtbild passen. Und alle müssen sich daran erfreuen – zumindest so tun. Denn auch jetzt wollen alle ihre Ruhe vor den 40 Machthabern haben.

Und so werden diese Bankerl provokant immer mehr und bleiben weiter auch noch unbequem und obendrein unpassend. Noch ist nicht alles fertig: Es kommt noch ein „architektonischer Wetterschutz“ gegen Sonne, Regen und Schnee – ob er auch gegen Sturm bestehen wird, sollte sich rasch einmal zeigen.

Anscheinend wissen einige der Gemeinderäte noch gar nicht, was sie da alles beschlossen haben. Jedenfalls könnte es bald wieder ein Foto in den amtlichen Nachrichten geben – Daß man ja nur die „Wünsche vieler Bürgerinnen und Bürger“ erfüllt.

Bilder sagen oft mehr als 1000 Worte:

Wer sie probiert, wird schnell Knie und Kreuz spüren – selbst schuld wenn man in der Stadt alt geworden ist.

Deshalb wird es schnell auch eine musikalische Antwort geben, der Schauspieler und Sänger wird viele überraschen.

Denn diese eine Strophe eines neuen Meisterwerkes von unserem Stadtdichter Fred Eichleter bringt das Thema Innenstadtgestaltung recht schnell auf den Punkt. Extra für die „architektonische Bankerlmania“ unserer 40 Gemeinderäte geschrieben, wird es bereits am Samstag um ca. 9 Uhr die Premiere in Waidhofen geben. Neben vielen anderen Strophen über das aktuelle politische Geschehen in Waidhofen / Ybbs.
Aufführungsort wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Ziag i mi‘n Krampus durch die Stadt
g‘freu‘ i mi für de Leut‘,
weu in Waidhofen haben sie,
zum Rasten recht vü Zeit!
Die neichen Bankerl sind modern,
man nennt sie „Stadtmöbelage“,
da Archtiket der gfreut si a,
besonders weg‘n da Gag‘!

Lied-Text für die musikalische Aufarbeitung –
geschrieben von Stadtdichter Fred Eichleter.

Die Stadt Waidhofen / Ybbs wird derzeit stark modernisiert. Besonders der Hohe Markt wird zu einem „modernen Stadtteil – Quartier“ umgebaut. Das holprige Kleinsteinpflaster wurde von den gut bezahlten „Stadtentwicklern aus Vorarlberg“ allerdings wegen des so stark beworbenen mittelalterlichen Flairs der Stadt durchgesetzt. Ob das alles den Bürgerinnen und Bürgern gefällt ist dabei leider Nebensache geworden. Und auch in Kreilhof wurde „hochwertige Industriearchitektur“ versprochen – wie diese nun aussieht wird auch immer besser sichtbar.

Warum war es unbedingt notwendig zwischen diesen modernen Bauten ein schlecht begehbares, holpriges Kleinwürfelpflaster zu legen?
Kreilhof – Beim Baubeginn des Industriegebietes. Was heute dort steht kann jeder selbst sehen.
1 cm eines „natürlichen Wiesengrundes“ braucht rund 100 Jahre um sich zu dem entwickeln zu können, was sich „Natur“ bezeichnen darf. Zerstören dauert da nur wenige Minuten – der moderne Mensch ist in seinem „neuen Denken“ nicht mehr aufzuhalten.

Ein aufmerksamer Anrainer hat uns diese Bilder zur Verfügung gestellt – sie stammen vom 2. Oktober 2021. Hier soll mit modernsten Techniken ein „versiegelungsbefreites und klimaschondendes“ Industrie-Areal entstehen. Der Ybbstaler Mensch von 2021 wird zum „Schöpfer“. Ob das wirklich alle glauben ist abzuwarten, denn „Vorreiter“ sind auch schon oft auf die Nase gefallen.

2. Oktober 2021 – „ökologischer Wiesenverbau“.
Ob das wirklich so ist, oder ob da etwas über das Ziel geschossen wird?
„Naturnahes Bauen“ – wie es der Gemeinderat von Waidhofen / Ybbs beschlossen hat.
Was werden die Waidhofner des Jahres 2050 dazu sagen?
Und diese „Wiese“ gestalten „wir“ auch noch in „Richtung Natur“ um – da baut die Gemeinde sogar selbst. Eine „naturnahe Müllhalde“ und auch etwas für den „Sondermüll“. Jedenfalls kein „Atommüll-Endlager – da sind die Waidhofner ihren politischen Vetretern im Gemeinderat viel zu Dank verpflichtet.
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