Kulturkreis Freisingerberg N.Ö. Waidhofen

Beliebte Frauen gesucht?

Große Enttäuschung beim Kulturkreis Freisingerberg. Wieder hat der Waidhofner Gemeinderat die Chance vergeben, einmal einen Straßennamen für eine Frau zu vergeben.

Man entschied sich wieder für einen bei 99,9 % der Waidhofnerinnen und Waidhofner unbekannten Männernamen, der schon bei der Aussprache Probleme bereitet – beim Schreiben auf einen Brief oder eine Postkarte erst gar nicht nachzuvollziehen – dieses „stumme h“ in einem „Eigennamen“!

Die Diskussion darüber lief so ab –

Ausschnitt aus der Gemeinderatssitzung vom 2. November 2021:

Selbst bei der Verlesung des „neuen Straßennamens“ gab es verständliche Probleme

Gibt es in Waidhofen wirklich keine Frauen, an die sich die Bürgerinnen und Bürger gerne erinnern würden? Muß es ein Bischof sein, wäre nicht auch eine Klosterschwester ehrwürdig dazu gewesen?

Der Kulturkreis Freisingerberg hat bereits 2014 alles vorbereitet über 4000 (in Worten viertausend) haben dieses Video alleine über Youtube gesehen und den Text dazu im Piaty BLOG gelesen:

Unsere Schwester Rita ist nicht mehr.
Am Freitag, 10. Jänner 2014 wurde die Verstorbene mit dem hl. Requiem in Waidhofen / Ybbs verabschiedet und dann im Schwesternfriedhof in Hainstetten beigesetzt.

Es ist immer schwierig, ohne Störung der feierlichen Stunde eines Requiems zu filmen. Dieser kleine Filmausschnitt ist ein Versuch, diese beiden Dinge zu vereinen. Ob es gelungen ist, möge jeder selbst entscheiden, aber dem „einstigen Kindergartenkind Karli“ war es ein Bedürfnis diese ergreifenden Szenen für die Nachwelt zu sichern.

Parte:
Am frühen Morgen des letzten Tages 2013 starb Sr. M. Rita Krewenka von den Amstettner Schulschwestern in deren Niederlassung in Waidhofen an der Ybbs.

Als Elisabeth Krewenka wurde sie am 3. 2. 1930 in Filipowa in der Batschka in eine Bauernfamilie hineingeboren. Zusammen mit acht Geschwistern wuchs sie in einem Ort auf, aus dem an die 200 geistliche Berufe hervorgingen. 1942 trat sie in der dortigen Schwesternniederlassung ins Kloster ein, ihr Bruder Johann war bereits auf dem Weg zum Priestertum.

Infolge der politischen Wirren wurde die Familie – wie viele andere Donauschwaben – in der Karwoche 1945 enteignet, vertrieben und in einem Vernichtungslager interniert, in dem ihre Mutter starb. Der Vater war schon 1944 umgebracht worden. Bruder Hans, der nicht bei der Familie war, konnte nach Österreich fliehen und holte die Familie in einer waghalsigen Flucht aus dem Lager, und am Ostermontag 1946 kamen die Geschwister in der Freiheit in Österreich an.

Bereits einen Monat später klopfte Elisabeth Krewenka bei den Amstettner Schulschwestern an, wo sie zur Kindergärtnerin ausgebildet wurde und als Schwester Maria Rita am 23. Juli 1949 ihre Profess ablegte.

Ab 1949 arbeitete sie in ihrem Beruf im Landeskindergarten I in Waidhofen an der Ybbs und war von 1967 bis 1995 dessen Leiterin. Die verständnisvollen Oberinnen gestatteten der Heimatvertriebenen hier eine zweite Heimat zu finden. So begleitete sie Generationen von Kindern ins Leben und konnte selbst in alten Tagen ihre Kinder noch beim Namen nennen.

Nach dem Abschied vom Kindergarten stellte sie sich die Frage: „War das alles? „Ihre Bekanntschaft mit vielen Menschen und Familien half ihr dabei, ihre Eingebung zu verwirklichen. Sie lud zur Anbetung in die Marienkapelle der Stadtpfarrkirche ein und sammelte mit Unterstützung ihrer Mitschwestern und Helfern 2004 eine Anbetungsgemeinschaft von weit über 200 Mitgliedern, die seither täglich vor dem ausgesetzten Allerheiligsten beten.

Im Mai dieses Jahres traf sie ein Schlaganfall wie ein erster Anruf Gottes, und sie begann sich zunehmend mit dem Gedanken an den Tod auseinanderzusetzen. Froh und dankbar war sie, dass sie bei den Mitschwestern Halt und Stütze fand, und in Waidhofen bleiben konnte. Der Gedanke an die erlittene Vergangenheit ließ sie nicht los. Ihr sanfter Tod führte sie nun in die ewige Anbetung des Himmels und in eine Heimat, aus der sie nie mehr vertrieben werden kann.

Ob dieser Frau einmal in irgendeiner Art und Weise von Seiten der Waidhofner Stadtverantwortlichen eine entsprechende Ehre zuteil wird?

Natürlich ist „Schwester Rita“ nicht die einzige Frau Waidhofens, die sich „ein Straßenschild“ verdient hätte. Stadtdichter Fred Eichleter kommt da schon richtig ins „schwärmen“!

Wo sind die Waidhofnerinnen
in unsern Strassennamen?
Es gäb‘ bestimmt in uns‘rer Stadt
auch ein paar würd‘ge Damen!

Es sollten nicht nur Männer sein,
die wir auf Schildern lesen!
Auch Frauen sind voll Engagement
in dieser Stadt gewesen!

Zum Beispiel, die Frau Leutgöb war
als Malerin bekannt,
Frau Steinbach hab‘ ich selber noch
die „Lilli – Tant‘“ genannt!

Die Pillgrab Berta kannte jeder
als Wirtin sondergleich,
so starke Frauen gab‘ s nicht viel
im schönen Österreich!

Die Frau Piaty, die Frau Erb
hatten im Weltenbrand,
-die Männer waren an der Front-,
die Zügel in der Hand!

Auch Lehrerinnen waren „groß“,
Frau Hauser und Frau Gerl,
sie sorgten besser für die Kinder
vielleicht als mancher Kerl!

Ja,ja, es gäb‘ schon einige,
die man so ehren könnt‘,
und sie in einem Strassenschild
bei ihrem Namen nennt!

Der löbliche Gemeinderat
müßt nur die Sache wollen,
wir könnten mit der Namensgebung
Respekt und Ehre zollen!

Stadtdichter Fred Eichleter
Schester Rita – unvergeßlich für viele Waidhofner

Welchen Grund gab es eigentlich, Schwester Rita bei den Besprechungen zu den Straßennamen 2021 nicht zu berücksichtigen?

Schwester Rita war sogar im Vatikan bekannt. Kardinal Farina (ehemaliger Archivausbildner des nunmehrigen Papstes Franciskus) schrieb ihr persönlich ein paar nette Zeilen, weihte für Schester Rita persönlich ein Amulett das sie bis zu ihrem Tode sehr in Ehren hielt.

Zum Nachlesen – der Piaty BLOG von 2014:

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