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So schnell geht es!

2018 war ein Super Winter am Ötscher. Und bei herrlichsten Osterwetter war der Kulturkreis Freisingerberg dort, um sich das „winterliche Lackenhof“ anzusehen, wenn die Lifte abgestellt sind. Denn jeder der die Fehlentwicklungen dort über einen längeren Zeitpunkt beobachtet hat wußte, daß diese Zeit kommen könnte – begonnen hat alles unter Minister Sekanina: Auch er wollte Lackenhof „retten“ – doch da waren die „Vorarbeiten des Scheiterns“ schon abzusehen.

Jetzt ist plötzlich „Feuer“ am Dach, aber politische Fehler seit mindestens 30 Jahren fahren nun „ihre Ernte“ ein.

Nichts hört man nun mehr von den russischen „Investoren als Retter“, nichts mehr davon, wie Landesgelder unnötigerweise „hineingebuttert“ wurden.

Denn als Bundespräsident Dr. Schärf den längsten Skilift Österreichs in Lackenhof eröffnete – da waren andere Vorhaben geplant gewesen. Aber der schrittweise Ausverkauf der „Infrastruktur“ – die Art und Weise wie dort die Gastronomie verändert wurde – das konnt nicht gutgehen.

Aber Halt!
Lackenhof und Ötscher, das ist ja nicht nur Skifahren. Vor 6 Jahren hat die „Ötscherbärin“ Lackenhof im Dezember besucht. Ballonfahren und Zipflbobfahren (alles ohne Liftanlagen) war im Dezember 2015 angesagt.

Nicht nur „skifahren“ ist am Ötscher möglich
Werbeträger Ötscherbär – da sind die Medien kostenlos und gerne dabei. Denn nicht nur Geld regiert die Welt, auch Ideen und deren Umsetzung sind gefragt.

Diese aktuelle Stellungnahme bekam Karl Piaty sen.
…. von Peter Baalmann am 28.11.2021 dieses Mail:

Guten Morgen, nachdem die Betreiberfa. angekündigt hat, den Ötscherlift überfallsartig einzustellen, sollten die Verk.init. hier kurzfristig aktiv werden. Es geht darum, daß die Anlagen, zumindest der Hauptlift zum Ötscher-Schutzhaus, nicht abgebaut u. verkauft werden. Es sollte ein anderer Betreiber gefunden werden, ob NÖVOG od. sonst jemand, ist 2t–rangig.

Auch Seilbahnen sind Öff. Verkehrsmittel, auch wenn sie meist nicht als solche betrachtet werden. Es ist zwar kein ÖV, der Ortschaften erschließt, doch der Hauptlift ist auch für den Sommertourismus (Ötscher-Besteigung) sehr wichtig.

Es wird häufig übersehen, daß in NÖ. nicht nur Regional- u. Schmalspurbahnen massenhaft eingestellt wurden, sondern auch zahlreiche Seilbahnen u. Sessellifte. So z.B. die Lifte auf die Hohe Wand (hier gibt es dzt. nicht einmal einen Bus-Ersatzverkehr), auf den Himberg bei Puchberg, den Eibl bei Türnitz. Andere Bergbahnen wurden teilw. eingestellt, so fährt der Muckenkogellift nur mehr im Sommer u. in St. Corona blieben nur 2 voneinander unabhängige Schlepplifte, die im Sommer nicht nutzbar sind. Als Radwege sind Bergbahn-Trassen eh nicht nutzbar, was autofahrende Politiker so gerne mit Regionalbahntrassen machen. Lasset somit die Bergbahnen im Dorf u. die Radwege neben den Eisenbahnen!

Alte Bergbahnen können gemäßigt modernisiert u. technisch aufgerüstet werden, so gibt es in Bayern sogar Nostalgie-Seilbahnen u. -sessellifte, die als solche vermarktet werden (ähnlich wie Museumsbahnen), so in Reichenhall u. auf der Winklmoosalm.

Die Schließung von Bergbahnen bewirkt für die Bewohner weniger Möglichkeiten für Tagesausflüge, die Anfahrtsstrecken werden so länger u. aufgrund der oft schlechten ÖV-Anreisemöglichkeiten insbes. an Wochenenden wird der Autoverkehr mehr. Dadurch (Sommer- u. Winter Freizeit-Nahversorger) wird also neuer Autoverkehr hochgezüchtet. In den verbleibenden Gebieten (Hochkar, Semmering, Annaberg) konzentriert sich dann das Geschehen. Das kann es doch in Zeiten großer Umweltkrisen (Klima u. Corona) nicht das Ziel sein, immer mehr Menschen meist mit Autos an wenige verbliebene Freizeitstätten heranzukarren! Die Zeit schreit nach Dezentralisierung! Und auch die Arbeitsplätze u. die volkswirtschaftliche Wertschöpfung vor Ort sollten bedacht werden.

Wäre NÖ. u. Wien (wie in der Monarchie) 1 Bundesland, sollten wir fordern, die Kosten für die Lobau-Autobahn u.a. auf die Erhaltung u. Wiederherstellung der regionalen Bergbahnen umzuschichten. Falls NÖ. jedoch einen Teil für diesen Autobahnwahn aufbringen sollte, kann sich die Umschichtung darauf beziehen.

M.f.G. P. Baalmann

Und schon wenige Tage nach diesem Schreiben wurden die „Forderungen“ von Peter Baalmann erfüllt. Der Lobautunnel ist „vorerst“ Geschichte, die Ötscherlifte „vorerst“ gerettet. Aber jetzt müssen die versprochenen „weiteren“ Überlegungen zu Lackenhof sehr rasch angedacht werden. Denn „Skifahren“ im westl. NÖ. ist nicht nur am Hochkar und am Ötscher möglich, mit Maiszinken, Hollenstein und Forsteralm gibt es weitere Gebiete, welche mehr als Skifahren bieten müssen – Hollenstein hat ja vorgezeigt was möglich wäre.

Natürlich bekamen auch Landeshauptfrau Mikl Leitner und Landesrat Danninger zu diesem Piaty Blog Bescheid – zusätzlich mit einem Schreiben von Karl Piaty sen.

Und die Antwort aus St. Pölten kam rasch.
Folgendes Mail erging am 3. Dezember 2021 an Karl Piaty sen.

Sehr geehrter Herr Piaty,

im Namen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner darf ich mich für Ihre Nachricht bedanken.

Lackenhof und das Skigebiet Ötscher hat für viele Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher besondere Bedeutung. Wie Sie richtig schreiben, ist es für den Tourismus eine wichtige, aber auch eine herausfordernde Region.

Wichtig ist: Das Land lässt Lackenhof nicht im Stich. Die letzten Tage waren von intensiven Verhandlungen geprägt. Dieser Einsatz hat sich für die Region und den Wintersport in Niederösterreich gelohnt.

Das Land Niederösterreich übernimmt die Liftanlagen am Ötscher und Hochkar zur Gänze. Die durch die Fusion der Bergbahnen erzielten Synergien sollen es dem Land Niederösterreich ermöglichen, das Skigebiet in Lackenhof zwei weitere Geschäftsjahre zu betreiben. Dadurch wird die Region Zeit gewinnen, um neue Konzepte für den Tourismus in Lackenhof zu erarbeiten und umzusetzen.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ein Skigebiet auf 800 Metern in Zeiten des Klimawandels leider nicht schneesicher ist. Im Vorjahr drehten sich die Lifte lediglich an 67 Tagen.

In den vergangenen 30 Jahren sind die Nächtigungen in Niederösterreich um rund 21 Prozent gestiegen, im gleichen Zeitraum sind sie in Lackenhof um 43 Prozent gesunken.

Der Lift alleine ermöglicht keine touristische Entwicklung des Ortes. Es braucht daher neue Angebote für die Gäste. Wir werden Lackenhof mit einer Taskforce bei seiner touristischen Neupositionierung begleiten. Das Land kann und wird hier unterstützen, die Initiative muss aber von der Region ausgehen. Für Projekte der Region, die die Neupositionierung Lackenhofs vorantreiben, stellt das Land in einem ersten Schritt 2 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Land Niederösterreich und die Schröcksnadel-Gruppe haben vereinbart, dass – sobald es die Witterung zulässt – die Beschneiung in Lackenhof startet und die Liftanlagen in Betrieb genommen werden. Alle bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit.

Mag. Dietmar Hudsky 

Büro Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner

Landhausplatz 1
3109 St.Pölten

Herzlichen Dank für diese rasche Antwort –
nun sind natürlich auch Taten gefordert.

Und auch „Schienenpeter“ Baalmann hat sich dazu wieder mit einem Schreiben an Karl Piaty gewendet:

Guten Morgen, nun ist die Sache vorerst doch mal gut ausgegangen. Der Druck der Opposition aus SPÖ u. FPÖ auf die ÖVP dürfte gewirkt haben.  Wir sind im östl. OÖ. an den Bergbahnen im westl. NÖ. interessiert, weil diese für die Gegend um u. östl. von Linz ideal für Wochenendausflüge sind. Man fährt zwar von Linz bis Lackenhof am Wochenende meist ca. 3 h mit dem ÖV, aber mit dem Klimaticket kann man ev. trotzdem Leute hiefür gewinnen. Und selbst wann jd. mit dem Auto fährt, ist der Treibstoffverbrauch in näher gelegene Ausflugsgebiete geringer als bei Fahrten in entferntere Gebiete (z.B. Annaberg od. Mariazell bzw. Westöst.).

Aber die Regionalentwicklung in den strukturschwachen Gegenden ist ein Punkt, den wir nicht aus den Augen verlieren sollten. Grundsätzlich ist die Erschließung bauintensiver neuer Skigebiete abzulehnen, vielmehr sollen die vorhandenen erhalten u. verstärkt auch auf den Sommertourismus ausgerichtet werden. Der Ötscherlift ist auch eine soziale Einrichtung, denn dieser ermöglicht auch gehbehinderten Personen, zumindest bis zum Ötscherhaus zu gelangen.

Wichtig ist auch Bewußtseinsbildung, nicht nur die großen internat. Skigebiete in Westösterreich aufzusuchen, sondern auch die kleineren in Ostöst. , um sie dauerhaft zu erhalten

M.f.G. P. B.

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