Fronleichnam ist ein traditionelles Fest – Jahrhunderte in Waidhofen / Ybbs schriftlich belegt. Dass es auch dabei zu Veränderungen kommen kann, bewies die Fronleichnamsprozession 2022.

Abgesehen davon, dass es temperaturmäßig die „heißeste Prozession“ aller Zeiten war, stand auch die Messerer Monstranz mit einem Jubiläumsjahr auf den Altären. 550 Jahre ist diese wertvolle Monstranz nun alt.

Zusätzlich wurde diesmal die Fronleichnamsprozession von den Pfarren Waidhofen / Ybbs und Zell/Ybbs gemeinsam durchgeführt.

Eine weitere „Premiere“ gab es von Seiten der Politik. Erstmals wurde die bekannte Bürgermeisterkette nicht öffentlich gezeigt, der verhinderte Bürgermeister hatte seinen Vize gesandt, der die Fürbitten besonders gut vortrug.

Das Video zeigt einen kleinen Einblick in die gemeinsamen Fronleichnamsfeierlichkeiten der Pfarren von Waidhofen / Ybbs und Zell an der Ybbs.

Über den veränderten Ablauf von Fronleichnam 2022
berichtet Stadtpfarrer Mag. Herbert Döller:

Fronleichnam mit besonderen Akzenten

Fronleichnam war heuer in Waidhofen später, weil Rücksicht genommen wurde auf den Niederösterreichischen Kirchentag, den die evangelische Pfarre Amstetten-Waidhofen für das ganze Bundesland am Fronleichnamsfeiertag hier ausrichtete.

Am Sonntag wurde dann bei strahlendem Sonnenschein das wohl „katholischste“ Fest prächtig mit Messfeier auf dem Oberen Stadtplatz und der Prozession begangen. Ein neuer Prozessionsweg führte über den Schlosssteg und die Zeller Burgfriedstrasse zur Pfarrkirche Zell und weiter über die Hochbrücke zur Franziskuskirche, feierten doch Waidhofen und Zell miteinander. Dadurch mussten auch zwei der Altäre neu positioniert werden. Herr Scheiblauer hatte die Aufstellung eines Altars auf dem Schlossplatz gestattet. Dort war auch das Blumenkreuz, das beim Evangelischen Kirchentag für Gottesdienst und Saalschmuck Verwendung gefunden hatte, aufgestellt. Eine Geste, die bestätigt, dass das Entgegenkommen mit der Verlegung des Festes angekommen ist.

Wohltuend wurde der Schatten auf dem Zeller Teil des Prozessionsweges empfunden. Vor der Pfarrkirche eröffnete sich der Blick auf einen stattlichen Altar, der einst vor der Straßenmeisterei aufgebaut war. Auf deren Dachboden hat sich der Altar erhalten und konnte 1:1 wieder verwendet werden.

Die Themen der Blumenteppiche vor den Altären korrespondierten mit dem Bildprogramm der Messerermonstranz, deren Entstehung vor 550 Jahren (1472) auch Anlass für eine abschließende Agape und ein nettes Geschenk für die Mitfeiernden war. Hatte der Stadtpfarrer schon bei den Kurzansprachen die Motive erklärt, so stellte er die Monstranz zum Abschluss in der Franziskuskirche auf, was viele nutzten, um sie einmal aus der Nähe zu betrachten.

Das Blumenkreuz mit der besonderen Geschichte – siehe obigen Beitrag von Stadtpfarrer Mag. Döller
Der wiederentdeckte Fronleichnamsaltar vor der Zeller Kirche (siehe Bericht Döller)
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