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Schattenspender in Not

Wie viel Hitze hält eine Innenstadt eigentlich aus?
Und wie viel davon ist menschengemacht?

Zeigt sich der Klimawandel nicht gerade dort besonders deutlich, wo Innenstädte fast flächendeckend gepflastert sind? Wird ein solcher Platz an heißen Tagen nicht selbst zu einer Art Kachelofen? Speichern die Pflastersteine nicht die Hitze des Tages — und geben sie diese nicht in der Nacht wieder ab, sodass kaum mehr Abkühlung möglich ist?

Wenn Pflastersteine tagsüber Temperaturen von über 62 Grad erreichen können, was bedeutet das dann für Menschen, Tiere und Pflanzen? Wie sollen sich ältere Menschen, Kinder oder Hunde auf solchen Flächen noch wohlfühlen? Können Hunde dort überhaupt noch laufen, ohne sich die Pfoten zu verbrennen?

Und was ist mit den Bäumen, die eigentlich zur Schattengebung gepflanzt wurden? Wie geht es ihnen, wenn ihr Umfeld rundherum wieder fast vollständig „zugepflastert“ ist? Können ihre Wurzeln ausreichend Wasser, Luft und Lebensraum bekommen? Oder werden sie trotz guter Absicht in eine Umgebung gesetzt, die ihnen langfristig schadet?

Kann das moderne und sehr teure Schwammstadtprinzip solche Belastungen tatsächlich ausgleichen? Reicht es aus, wenn die sichtbare Oberfläche dennoch hart, heiß und versiegelt wirkt? Oder müsste man viel grundsätzlicher fragen, ob in Zeiten zunehmender Hitze nicht jede zusätzliche Pflasterfläche kritisch hinterfragt werden sollte? Auch Asphalt wird am Tag heiss, aber seine „geringere Dichte“ kühlt Abends schnell aus, was bei Granitsteinen nicht so ist.

Wer Anfang Juli die Situation betrachtet und sich diese Zierbirnen am Freisingerberg in Waidhofen / Ybbs aus der Nähe ansieht, muss der nicht fast mit ihnen mitleiden? Warum verfärben sich ihre Blätter bereits so herbstlich? Warum fallen viele Blätter schon jetzt ab? Ist das nur eine vorübergehende Stressreaktion — oder bereits ein Warnsignal?

Wann werden sich diese Bäume wieder erfangen? Werden sie sich überhaupt vollständig erholen? Oder wird die nächste Hitzewelle dieses traurige Naturschauspiel weiter verlängern? Wie oft kann ein Baum solchen Stress überstehen, bevor dauerhafte Schäden entstehen?

Und noch eine Frage drängt sich auf: Warum leiden gerade diese Bäume so sichtbar, während andere Pflanzen daneben — auch solche in Töpfen — offenbar nicht betroffen sind? Liegt es an der Baumart? Am Standort? Am Boden? An der Pflasterung? An der Wasserversorgung? Oder an einer Kombination aus allem?

Sollte man hier nicht genauer hinschauen, bevor man zufrieden von Begrünung spricht? Reicht es wirklich, Bäume zu pflanzen, wenn man ihnen danach kaum Raum zum Leben lässt? Und müsste Stadtgestaltung in Zeiten des Klimawandels nicht viel stärker danach fragen, was Pflanzen, Tiere und Menschen tatsächlich brauchen — statt nur danach, was ordentlich teuer ist oder modern aussieht?

Warum ist das übrige Grün in der Stadt offenbar nicht so stark betroffen? Selbst Pflanzen ohne direkten Bodenkontakt scheinen die Situation besser auszuhalten als die von Expertinnen und Experten empfohlenen „Schwammstadtbäume“.

Woran könnte das liegen?

Und wie war das vor 5 Jahren, als diese Bäume auf Anraten der Experten des Landes hier mittels Schwammstadtprinzip gepflanzt wurden. Wie groß war das „Bauloch“ – wie hoch die „Kosten“ – manche meinen – ein gutes „Wahlthema“ 2027 – aber für wen eigentlich?

Was sagt die KI zur „Schwammstadt“, und wie beurteilt die NÖ Klimaberatung (eNu) die Errichtung von Schwammstadteinrichtungen – ebenfalls auf Basis einer KI-generierten Einschätzung?

Es bleibt noch eine entscheidende Frage offen: „Wie hoch waren eigentlich die Förderungen durch Bund und Land, mit der dieses Projekt in dieser enormen Baustellenausführung den Waidhofner Gemeinderäten „schmackhaft“ gemacht wurde?
Es wurde ja sogar angedacht, auch den Oberen Stadtplatz ebenfalls damit zu beglücken.
https://www.tips.at/nachrichten/ybbstal/wirtschaft-politik/530337-fufu-der-feind-der-lokalen-wirtschaft-ist-nicht-der-baum-sondern-der-online-handel

Dieser Sachverhalt zeigt das „Förderwesen“ dazu recht gut auf:

„Schwammstadt“-Projekte sind beliebte Förderungsprojekte. Regenwasserbewirtschaftung, Entsiegelung, Baumpflanzungen/Baumrigole, Fassaden-/Dachbegrünung, Ortskernsanierung, Klimawandelanpassung.

1. Land Niederösterreich: Regenwasserplan

Sehr passend als Einstieg. Der Regenwasserplan NÖ ist ein gefördertes Planungsinstrument für Gemeinden. Ziel ist ein Konzept zur Regenwasserbewirtschaftung für Gemeindegebiet oder Teilbereiche; Maßnahmen können Versickerung, Verdunstung, Retention oder verzögerte Ableitung sein. Er betrachtet ausdrücklich Themen wie lokale Überflutungen, überlastete Kanäle, sinkende Grundwasserstände, Trinkwasserknappheit und Hitzeinseln.

Das ist für eine Gemeinde oft der beste erste Schritt, weil damit später konkrete Bauprojekte – etwa Baumrigole, entsiegelte Plätze, Retentionsmulden, durchlässige Beläge – besser begründet werden können.

2. Bund/KPC: Siedlungswasserwirtschaft und lokale Niederschlagswasserbewirtschaftung

Über die Umweltförderung/KPC laufen bundesnahe Förderschienen für Gemeinden, unter anderem Wasserwirtschaft, Hochwasserschutz, Flächenrecycling und weitere Klima-/Umweltförderungen.

Relevant ist besonders die kommunale Siedlungswasserwirtschaft: In den Richtlinien wurden zusätzliche Maßnahmen zur Entsiegelung, Versickerung und Verdunstung vor Ort bzw. zur lokalen Niederschlagswasserbewirtschaftung aufgenommen; explizit wird dabei auch das Stichwort „Schwammstadt“ erwähnt.

3. Bund/EU-Mittel: „Klimafitte Ortskerne“

Die Förderung ARF – Klimafitte Ortskerne – Gebäudesanierung und Begrünung ist für Ortskerne interessant. Gefördert werden thermische Gebäudesanierungen und Fassadenbegrünungen; Entsiegelung von Stellplätzen kann mitgefördert werden, wenn sie mit Fassadenbegrünung zusammenhängt. Diese Schiene wird über KPC abgewickelt und aus NextGenerationEU-Mitteln finanziert.

Für ein reines Straßen- oder Platz-Schwammstadtprojekt reicht diese Schiene wahrscheinlich nicht allein, aber für ein Ortskernpaket mit Begrünung/Fassade/Entsiegelung kann sie passen.

4. Klima- und Energiefonds: KLAR!

Wenn die Gemeinde Teil einer KLAR!-Region ist oder werden kann, ist das sehr relevant. KLAR! unterstützt Gemeinden und Regionen dabei, regional maßgeschneiderte Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln und umzusetzen.

Schwammstadtmaßnahmen passen inhaltlich gut zu KLAR!, besonders bei Hitze, Starkregen, Trockenheit, Ortskernkühlung und Regenwasserrückhalt. Häufig ist KLAR! eher ein Rahmen für Konzepte, Management, Bewusstseinsbildung und kleinere Umsetzungsmaßnahmen; größere Baukosten brauchen meist zusätzliche Schienen.

5. EU: LIFE, Horizon Europe, ELER/EFRE

Auf EU-Ebene gibt es eher Projekt- und Innovationsförderungen als einfache Baukostenzuschüsse für eine einzelne Gemeinde. Interessant sind:

Horizon Europe / EU Mission Adaptation to Climate Change: Die Mission unterstützt Regionen und lokale Behörden bei Klimarisiken, Anpassungspfaden und der Umsetzung innovativer Lösungen; aktuelle Calls betreffen unter anderem die Umsetzung von Lösungen zur Klimaanpassung für Regionen und lokale Behörden.

LIFE: geeignet für größere, innovative Naturbasierte-Lösungen-/Klimaanpassungsprojekte, meist mit Partnerkonsortium.

ELER/EFRE / Orts- und Stadtkernförderungen: Je nach Bundesland und Programmperiode können Ortskern-, Dorferneuerungs- oder Stadtentwicklungsprojekte Schwammstadt-Bausteine enthalten. Ein Klimabündnis-Leitfaden nennt etwa ELER-Orts- und Stadtkernförderung bis 31.12.2027 als mögliche Schiene.

6. Landesförderungen außerhalb NÖ

Andere Länder haben teils eigene Programme. Oberösterreich fördert etwa Entsiegelung und Begrünung mit 30 Euro/m² vollständig entsiegelter und begrünter Fläche, maximal 45.000 Euro, mit Zuschlägen für Bodenbündnis-Gemeinden. Wien hatte eigene Begrünungs-/Entsiegelungsförderungen, diese waren laut GRÜNSTATTGRAU für 2026 teils bereits ausgeschöpft.

Praktische Empfehlung

Für ein konkretes Schwammstadtprojekt würde ich die Finanzierung so aufbauen:

Planung: NÖ Regenwasserplan oder KLAR!
Bau Wasser/Retention/Versickerung: KPC/Bund Siedlungswasserwirtschaft
Ortskern + Gebäude/Fassade/Entsiegelung: Klimafitte Ortskerne
Innovation/Pilotprojekt mit Partnern: LIFE oder Horizon Europe
Zusatzbausteine: Landes-/Dorferneuerungs-/Stadterneuerungsförderung prüfen

Wichtig: Schwammstadt früh als Paket formulieren – nicht nur „Bäume pflanzen“, sondern Starkregenentlastung, Kanalentlastung, Hitzereduktion, Wasserrückhalt, Entsiegelung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität. Genau diese Mehrfachwirkung erhöht die Förderchancen.

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