Die Markierungen

Längsparken vergeudet Parkraum, erschwert das Einparken und bringt damit verärgerte Kunden. Aber: Bürgermeister Mag. Werner Krammer und das Stadtmarketing haben nach einem Bericht der NÖN nunmehr die Diskussionen bezüglich Parkmarkierungen beendet und die Ausführungen der Bodenmarkierungen gemeinsam gutgeheißen.

NÖN Markierungen 2.11.2017

Ob man damit auch die Probleme gelöst hat ist aber zu bezweifeln. Durch die Neugestaltung der Innenstadt wurde im Jahre 2000 eine verkehrsgestzliche Regelung der Parkeinteilung ausgehebelt. So wurden in manchen Bereichen (Konditorei Erb, Konditorei Hartner) die Gehsteigkanten versenkt, in anderen Bereichen (Ybbstorgasse) die Gehsteige überhaupt verschwinden lassen. Derartige Bereiche dann so zu markieren, dass sowohl die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden aber auch eine praxisgerechte Parkordnung ensteht, ist in der Praxis unlösbar.
Wer die Bilder genauer betrachtet, wird das selbst beurteilen können. Noch ist bei Hartner nicht markiert, in der Ybbstorgasse soll es gar keine Regelung geben – ein „Persilschein“ für die Überwachungsorgane – die sind nun nicht mehr zu beneiden:

Parken Hartner am Tag

Seit es Autos in Städten gibt, sind Gehsteige in genormter Mindestbreite genau vorgeschrieben. Die  gesetzliche Mindestbreite hat exakte  Regelungen. Z.B.  wenn „Schrägparken“  verordnet wird oder sich Schaufenster in diesem Bereich befinden, dann  sind „Zusatzbreiten“ verpflichtend. Diese gesetzlichen Regelungen wurden bei der Innenstadtgestaltung 2000 grob mißachtet, es zählte nur „Optik und Architektur“ !

Nun ist guter Rat teuer und die Verantwortlichen versuchen ihr Bestes. Aber die Fehler von 2000 sind mit den nun getroffenen Maßnahmen nicht zu beheben.

Ybbstorgasse um 1959
Im Jahre 1959 begann man, die erst seit 1938 bestehende Pflasterung mit Asphalt zu überziehen, trotzdem war der Gehsteig noch klar abgegrenzt.

Erst seit dem Jahr 2000 gibt es keinen Gehsteig mehr in der Ybbstorgasse – oft müssen sich Fußgänger und vor allem Kinderwägen einen Umweg über die Fahrbahn suchen.

Ybbstorgasseab 2ß00

Ob sich schon jemand die Straßenverkehrsordnung und die Straßenbaurichtlinien genau durchgelesen hat ?
Ob Bürgermeister und Stadtmarketin sich der Problematik bewußt sind,  sei dahingestellt – was nun „hoheitsamtlich verordnet“ ist scheint allerdings nicht nachhaltig zu sein. `“Mir wern kan Richter brauchen“ – hoffentlich spielen da nun alle mit !

Merke: eine mittelalterliche Alstadt ist mit neuzeitlichen Verkehrsaufkommen schwer  kompatibel. Hier einzugreifen benötigt besondere Sensibilität.
Auch „gewachsene“ Einbahnregelungen wie am Freisingerberg oder am Oberen Stadtplatz entsprechen nicht der Straßenverkehrsordnung – und trotzdem funktioniert es ohne entsprechenden Schilderwald.

Näheres zur Waidhofner Parkraumszene finden Sie hier: https://vereinkubus.wordpress.com/2017/10/25/schon-wieder-evaluiert/

Asphaltierungen werden in Waidhofen deshalb nicht erlaubt, weil es laut Bürgermeister Mag. Wolfgang Mair nach Reparaturen sonst kein durchgehend „gleiches Erscheinungsbild“ mehr geben würde. Wie das bei Granit-Pflaster ist, zeigt das Besipiel Fußgängerzone (Ölbergasse)
Übrigens: Stadtrat Ing. Martin Dowalil (Fufu)  hat zu den Markierungen eine politische Sachverhaltsdarstellung über die NÖN öffentlich gemacht.