Eisenbahnmuseum

Eisenbahnmuseen könnten europaweit, und dabei kostengünstig, einen hohen Stellenwert für „Kulturerbe und Tourismus der Zukunft“ erfahren. Das Jahr 2018 wird von der EU als „Jahr des Kulturerbes“ gefeiert

Die hier beschriebene Kulturerbe-Aktivität von einfachen Bürgerinnen und Bürgern der beiden EU Länder Österreich und Rumänien,  könnte dazu beitragen, die Aufmerksamkeit für  einen besseren Umgang mit dem Kulturerbe „Eisenbahn“ zu  schärfen.  Motto: „Auch kleine Fische braucht das Meer“!

Die Generaldirektion der EU Kommission hat bereits Kenntnis von dieser länderübergreifenen Aktivität und bereits lobende Worte gefunden:

Leo Maier Head of Unit -

Der Besuch der österreichischen Eisenbahnfreunde in Rumänien brachte interessante Erfahrungen. Grund der Reise war der Umstand, dass die Rumänen wertvollstes Kulturgut der Ybbstalbahn vor der Zerstörung retteten.

Wie bekannt, hat der Ybbsitzer Bürgermeister Josef Hofmarcher eigenmächtig veranlaßt, daß der Museumsgründer Herbert Marko das beliebte Ybbsitzer Eisenbahnmuseum kurzfristig räumen mußte. Obwohl  sich das Bundesdenkmalamt für Sammlungen nicht zuständig erklären mußte, wurde  von dort amtswegig die Arbeit von Herbert Marko als „zu würdigen“ bezeichnet:
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Aus Platzgründen wäre auf Grund der kurzfristigen Räumungsaufforderung eine Vernichtung der historischen Erinnerungsstücke notwendig geworden. Die rumänischen Eisenbahnfreunde, deren Aufgabe es ebenfalls ist Kulturgut aus der K&K Zeit in Rumänien für den Tourismus zu nützen, konnten gerade noch rechtzeitig zu Hilfe eilen. 40.000 Touristen aus aller Welt besuchen pro Jahr diese Eisenbahnstrecke mit dem kleinen Eisenbahnmuseum an der Grenze der EU.  Dort haben nun die wertvollen Sammelstücke aus dem Ybbstal einen Ehrenplatz erhalten. Herbert Marko, der beim Besuch in Rumänien stilgerecht wie in der Kaiserzeit gekleidet war – natürlich auch mit „echtem“ Kaiser Franz Josef Bart und Säbel eines Bahnhofvorstandes um 1899 – konnte gleich 2 Züge begleiten und dabei im extra angereisten rumänischen Fernsehen viel Werbung für das Kulturgut, für das Ybbstal und die Eisenbahn machen. Nun sollen die Eisenbahnmuseen Europas besser vernetzt werden, denn das Interesse ist riesengroß. Schon nächste Woche wird von einer befreundeten inneralpinen Reisegruppe das Eisenbahnmuseum Bergün in der Schweiz besucht – die dortige Räthische Schmalspurbahn ist bereits jetzt Weltkulturerbe. Besondere Freude herrschte in Rumänien, daß der für Verkehr und Eisenbahnwesen nunmehr zuständige N.Ö. Landesrat Ludwig Schleritzko ebenfalls eine schriftliche Anerkennungsnote für Herbert Marko (Österreich) und Georg Hocevar (Rumänien – gebürtiger Österreicher) bereitgestellt hat. Diese wird nunmehr neben den vielen Medienartikeln zum Thema „Ybbstalbahn nun in Rumänien“ im Museum zu sehen sein und soll die positive Sicht des Landes NÖ. für sein Eisenbahnkulturerbe untermauern.

2018-04-27_14_Moldovita (1) Land NÖ.

Dass dies nicht immer so war ist bekannt, für die Eisenbahnfreunde aus Österreich gab es daher auch eine herbe Enttäuschung. Es konnte erfahren werden, daß die NÖVOG schon mehrmals NÖ. Kulturgut einfach nach Rumänien verkauft hat.

Ob dies tatsächlich stimmt, sollte daher rasch überprüft werden.

Dort wurden dann diese Waggons fachgerecht saniert und versteigert. So fahren heute historische Waggons der Ybbstalbahn auch in Polen.
Dieses Bild zeigt einen solchen Abtransport nach Rumänien.Waggon Ybbstalbahn bei Abtransport nach Rumänien

Den ebenfalls bereits abgeschlossenen Verkauf der original Schafkäse-Express Waggons (NÖVOG hatte sogar diese Eisenbahn-Raritäten ins Ausland verbringen wollen) konnte in letzter Minute von dem Waidhofner Verein 598 – Freunde der Ybbstalbahn – verhindert werden. Dieser kostspielige Rückkauf und der teure Rücktransport, nur mit ehrenamtlichen Spendengeldern finanziert, ist leider eine Schande für die Verantwortlichen des Landes NÖ. Nunmehr hat der Verein einen dieser „geretteten“ Kult-Waggons auf Ersuchen der Gemeinde Hollenstein zur Verfügung gestellt, darin soll noch heuer ein kleines Eisenbahnmuseum im Gemeindegebiet Hollenstein eingerichtet werden.
Bezirksblätter Waggon Hollenstein und Marko

Diese geräumigen Ybbstalbahnwaggons eignen sich auch für eine kleine „Jausenstation“ oder sogar für „coole Übernachtungen“ – hier hat das Ybbstal noch einige Möglichkeiten. Aber noch wichtiger ist natürlich der „bewegte“ Erhalt der betriebsbereiten Dampflok Yv.2 und der wertvollen alten Haubendachwaggons aus der Kaiserzeit. Derzeit steht dieses große Kulturerbe in Waidhofen / Ybbs und in Ybbsitz – eine Inbetriebnahme wäre ein wichtiger Beitrag für Kultur und Tourismus im Ybbstal – noch gäbe es mehrere Möglichkeiten, denn es gibt schließlich noch befahrbare Teilstrecken der Ybbstalbahn die dafür geeignet wären. ( Citybahn von Waidhofen/Ybbs nach Gstadt und die Bergstrecke Lunz nach Kienberg Gaming) Daß die Museumsstücke der Teilstrecke Gstadt bis Ybbsitz der zerstörenden Politik eines einzigen Politikers (Bürgermeister Hofmarcher aus Ybbsitz, der allerdings in den nächsten Monaten zurücktritt) zum Opfer fielen ist bedauerlich, aber Herbert Marko hat bewundernswert bewiesen, daß er sich nicht kleinkriegen läßt. Nun könnte seine tatkräftige und vorbildliche Handlungsweise (länderübergreifende Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen am Gebiet von gefährdeten Kulturerbe) sogar EU weit Nachahmer finden – denn die Menschen aller Nationen lieben die Erinnerungen der großen Leistungen ihrer Vorfahren.

Wenn manche Politiker versagen heißt es eben –
„Bürger, rettet Eure Traditionen und Eure Identität selbst“!

Nachdem das gesamte Kulturerbe  der Stichstrecke Gstadt bis Ybbsitz (eröffnet 1899 unter Kaiser Franz Josef) zur Rettung nach Rumänien verbracht werden mußte, sollte bei weiteren Handlungen im Bereich der Ybbstalbahn etwas mehr „Kulturerbe-Hausverstand“ eingefordert werden.

Natürlich wäre es den vielen Ybbstaler Eisenbahnfreunden und Kulturerbeschützern  lieber gewesen, ihre wertvollen Erinnerungen im Ybbstal aufbewahren zu können. Da dies aber leider trotz aller Bemühungen nicht möglich war, wird  auch von dieser Seite die „rumänische Rettung des österr. Kulturerbe“ akzeptiert.

Das „Jahr des Kulturerbe 2018“ hätten sich viele wohl anders vorgestellt.

Das Leser-Interesse an der Geschichte des Eisenbahn-Kulturerbe ist sehr groß:
https://www.meinbezirk.at/amstetten/leute/landeslob-fuer-eisenbahnmuseum-d2588048.html

Hier noch einige mediale Berichte dazu:
https://piaty.blog/2018/04/14/eisenbahnmuseum/

Das digitale Zeitalter kann aber auch besonders einprägsam Entwicklungen zeigen, für die sich die derzeitige Politikergeneration eigentlich schämen sollte:
Dieses Video zeigt die brachiale Zerstörung von Volksvermögen, Kulturerbe und damit Zukunftsmöglichkeiten für kommende Generationen.

Aber auch die verzweifelten Versuche der Menschen dagen anzukämpfen zeigt dieses Video ungeschminkt  – aber außer als „Verlierer“  sind Bürgerinnen und Bürger derzeit nicht mehr gefragt –
einfach zum Nachdenken:

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Und wer glaubt, es hat sich jetzt etwas gebessert, der irrt leider gewaltig.
Das wertvollste  Kulturerbe der Ybbstalbahn, die Dampflok Yv.2 aus dem Jahre 1896 wird sogar mittels „Räumungsklage“  der NÖVOG vertrieben, obwohl derzeit der „Denkmalschutz“ für diese älteste betriebsbereite Dampflok NÖ. in Ausarbeitung  ist:
https://piaty.blog/2017/12/04/1896-2017/

Auch der bekannte Ybbstaler Künstler Herbert Petermandl hat das „angekettete Kulturerbe“ schon passend „zu Papier“ gebracht. Aber das Bild zeigt auch, welche große Kraft und Wut sich dabei einstellt. Ob die Politik es erkennen wird, daß man „Kulturerbe“ gegen den Willen der Menschen nicht zerstören darf, wird sich zeigen.

Zum „Jahr des Kulturerbe“ hat Karl Piaty sen. Schriftführer des „Kulturerbe-Vereines Kubus“ – dieses ausdrucksvolle Kunstwerk auch schon Bundeskanzler Sebastian Kurz gezeigt. Aber entscheidend ist die weitere Vorgangsweise des Landes NÖ. – und hier vor allen Dingen deren „Kulturverantwortliche“!

Leider werden solche Initiativen auf privaten Sektor erst immer dann anerkannt, wenn diese echten Pioniere für Kulturerbe  schon verstorben sind:
https://www.youtube.com/watch?v=hVtmVrn2p-Q&t=5s

Bundeskanzler Leopold Figl hat einst diese Entwicklung sehr gut beschrieben:
https://piaty.blog/2017/10/13/kulturerbe-manifest/
Wie steht der heutige Kanzler zu Vergangenheit und Zukunft als gemeinsame Stärke?